Das große Klima-Versagen – und jetzt?

Ein fulminantes Fest des Protests mit 1,4 Millionen Bürger*innen - und trotzdem versagt die Regierung beim Klimaschutz. Was bedeutet das jetzt für uns als Klima-Bewegung? Campact-Vorstand Christoph Bautz hat dafür erste Antworten formuliert. Warum wir Neuwahlen brauchen - und wie wir sie durchsetzen. Wieso die Grünen es alleine auch nicht bringen. Und wie wir eine Wahl jetzt zur Klimawahl machen, die kaum einer auf dem Zettel hat.

Das war’s überhaupt nicht. Ein „Dokument der Mutlosigkeit“ nennt der renommierte Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer das Klimapaket der Regierung. Und in dieser vernichtenden Einschätzung sind sich Klimawissenschaftler*innen, das Gros der Medienlandschaft und die Mehrheit der Bevölkerung einig. Denn: Nach Berechnungen der Analysten von Agora Energiewende erbringt das Sammelsurium an Maßnahmen nur ein Drittel der CO2-Einsparung, die zum Erreichen des 2030-Klimaziels der Regierung nötig sind.

Das Klimapaket reicht nicht aus

Bitter ist: Der Beschluss der Regierung fiel zeitgleich zur größten Demonstration, die dieses Land jemals gesehen hat. Viele Campact-Unterstützer*innen fragen uns jetzt, was wir denn noch tun können, wenn nicht einmal 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen die Regierung von solchen fatalen Beschlüssen abhalten konnten. Wir haben die letzten Tage viel nachgedacht und diskutiert – und einige erste Antworten entwickelt:

Was hilft jetzt noch, wie können wir konsequenten Klimaschutz durchsetzen?

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Was jetzt noch hilft

Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht. Denn die Klimaforschung sagt uns knallhart: Wenn wir verhindern wollen, dass die Welt sich über die kritische 1,5-Grad-Schwelle erhitzt, hinter der eine sich selbst beschleunigende Klimakatastrophe droht, dann dürfen wir weltweit nur noch 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen. Bleiben die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, ist unser gesamtes verbleibendes Budget schon in zehn Jahren verbraucht. 

Klimaschutz: Die Zeit rennt

Sprich, die Zeit rennt. Zwei weitere Jahre Stillstand beim Klimaschutz können wir uns nicht erlauben. Doch in der Union verhindert der Wirtschaftsflügel wirksame Klimapolitik. Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen. Und beide eint die große Angst, dass Klimaschutz den Klimaleugner*innen von der AfD Wähler*innen zutreiben könnte. In den monatelangen Verhandlungen zum Klimapaket ist es nicht gelungen, diese Blockade zu durchbrechen – wieso sollte sich das in den nächsten beiden Jahren ändern? Zumal die Spitzen beider Parteien ihr Versagen auch noch zu bejubeln scheinen.

SPD muss den Stecker ziehen

Mit der Forderung nach einem Ende der Großen Koalition nehmen wir den derzeit gewichtigsten SPD-Politiker beim Wort: Vizekanzler Olaf Scholz. Noch Anfang des Monats verkündete er: „Ein Klein-Klein in der Klimapolitik hilft nicht weiter. […] Wir brauchen einen großen Wurf, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen.” Nun ist „Klein-Klein“ für das Klimapaket sogar noch eine beschönigende Beschreibung: Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale oder mit neuen bundeseinheitlichen Hürden für den Ausbau der Windkraft bremst es den Klimaschutz sogar aus.

Ob die Groko hält oder fällt: Das entscheidet sich am 7. und 8. Dezember. Dann kommt die SPD in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Und zieht ihre Halbzeitbilanz für Schwarz-Rot. Die Spitzen der Partei und auch viele Abgeordneten klammern sich an die GroKo, da sie angesichts desolater Umfragewerte um ihre Posten zu fürchten scheinen. Vermutlich klammern sie sich an die Hoffnung, irgendwie bis zur regulären Wahl 2021 aus dem Tal der Tränen herauszufinden. Doch die Stimmung in der Partei ist miserabel. Bei vielen Delegierten könnte sich die Einschätzung durchsetzen: Die GroKo stellt eine existentielle Gefahr für die Sozialdemokratie im Land dar. Gemeinsam müssen sie ihr den Stecker ziehen. 

Denn eine ganze Generation droht der SPD verloren zu gehen: Schon über die Zustimmung der SPD zu Upload-Filtern waren viele junge Menschen empört. Mit dem Klimapaket und dem hilflosen Versuch der regierenden SPD-Politiker*innen, eine Niederlage als Erfolg zu verkaufen, verspielt sie ihre letzte Glaubwürdigkeit. Für die Jugend entwickelt sich die SPD immer mehr zum Feindbild, aber keinesfalls zur wählbaren Option. Und auch die älteren Semester wenden sich scharenweise ab. 

Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema

Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze. Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.

Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot?

Bloß für wen? Für eine Regierung, die nach einer Klimawahl ihr Amt antritt und Klimaschutz den richtigen Stellenwert gibt – als die zentrale und existentielle Menschheitsaufgabe des nächsten Jahrzehnts. Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regierung wären nach Lage der Dinge die Grünen. Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot – keine der nach Umfragen denkbare Regierungsmehrheit jenseits der GroKo kommt ohne die Grünen aus. Sie müssen die Lösung der Klimakrise zur zentralen Aufgabe einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition machen.

Diese Gleichung geht nicht auf

Doch eine Gleichung geht nicht auf: Grüne an die Macht – und dann ist alles gut. Denn dazu müssen sich auch die Grünen erst noch der Dimension der Aufgabe stellen. Bisher schrecken sie zurück, die Begrenzung der Klimaerhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zum Maßstab ihrer Politik zu machen. Und genau die Einhaltung dieses Limits stellte ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl bei Weitem nicht sicher.  

Zudem droht bei einer Koalition der Grünen mit CDU/CSU oder FDP die zweite zentrale Säule von Klimapolitik unter die Räder zu kommen: für den sozialen Ausgleich zu sorgen. Denn nur, wenn es auch sozial gerechter im Land zugeht und soziale Härten für die Schwächsten verhindert werden, wird eine ambitionierte Klimapolitik auf den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt treffen.

Sollten wir die Auseinandersetzung, ob die SPD die GroKo verlässt, gewinnen, müssen als nächstes die Grünen in unserem Fokus stehen. Damit sie Klimapolitik auch auf einem Ambitionsniveau durchsetzen wollen, dass der Dramatik der Klimakrise angemessen ist. Und dabei die soziale Frage neben der ökologischen nicht aus dem Auge verlieren. Dafür müssen wir die Grünen treiben – sie aber auch immer wieder unterstützen, wenn sie den Gegenwind von Auto- und Energiekonzernen abbekommen. Denn deren Widerstand gegen konsequente Klimapolitik wird massiv sein. 

Die SPD zum Verlassen der GroKo bringen, die Grünen zu echtem Klimaschutz antreiben, der Macht der großen Konzerne widerstehen – all das wird nur mit einer lebendigen und breit verankerte Klimabewegung gelingen. Wie kraftvoll sie ist, in welch neue Dimension sie vorgedrungen ist – das haben wir am Freitag letzter Woche alle gemeinsam an Hunderten Orten unter Beweis gestellt. Darauf können wir stolz sein. Und darauf können wir bauen. 

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Das Klimapaket zeigt, wie wir Klimaschutz nicht angehen sollten. Es nimmt vor allem sehr viel Geld in die Hand, um Bürger*innen und Wirtschaft Anreize für klimafreundliches Verhalten zu geben. Das alleine ist teuer, ineffizient und schickt ein fatales Zeichen an die Welt: Klimaschutz, das geht nur mit viel Geld. Wenn Ihr das nicht habt, könnt Ihr es lassen. 

Dabei brauchen wir für ambitionierten Klimaschutz nicht nur Geld. Eine gut aufeinander abgestimmte und sich gegenseitig verstärkende Mischung von Geboten und Verboten, Marktanreizen und Steuern, Subventionen und Kürzungen. Die folgenden Aspekte erscheinen uns dabei entscheidend zu sein:

  • Harte Verbote? Na klar!

Spätestens seit der Debatte um den Vorschlag der Grünen für einen Veggie-Day und den Erfolgen der AfD schrecken CDU/CSU und SPD vor dem wichtigsten Klimaschutz-Instrument zurück: Verbote. Dabei sind sie ja nichts anderes als das: klare Regeln. Sie würden zwar auch den*die Einzelne*n, aber vor allem die großen Unternehmen treffen: Etwa die Kohlekonzerne, die in Deutschland soviel CO2 erzeugen wie in keinem anderen europäischen Land. Und die Autoindustrie, die uns immer PS-stärkere und klimaschädlichere Spritschlucker und SUVs andrehen will. 

Wenn überhaupt, findet man im Klimapaket der Regierung daher nur Verbote, die zeitlich sehr weit entfernt liegen. 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Und dort, wo man schnell am meisten CO2 einsparen könnte – bei der Kohlekraft -, soll erst 2038 Schluss sein. Dabei hätten Regeln ganz entscheidende Vorteile: Sie kosten den Staat nichts. Sie sind schnell umzusetzen. Und sie geben der Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen, wann in welchem Sektor mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas Schluss ist. 

Welche Regeln wir bräuchten, um das 1,5-Grad-Limit nicht zu überschreiten? Werden wir konkret: 2020 muss Schluss sein mit neuen Ölheizungen, dicht gefolgt von Gasheizungen. Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Und allerspätestens 2030 geht der letzte Kohlemeiler vom Netz. Für alle Wirtschaftsunternehmen wäre klar: Ab dann gibt es nur noch einen Markt für Wärmepumpen und Solarthermie, für Elektroautos, neue Züge und Busse, für Windräder und Solaranlagen. Und der wird weit größer sein, als er heute ist. Damit haben Unternehmen in diesen Bereichen weit mehr Anreiz für zukunftsfähige Investitionen als jedes teure Förderprogramm erzielen kann. Das ist die Macht klarer Regeln. 

  • Geldhähne öffnen – und zudrehen

Die große Transformation weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien in den nächsten 15 bis 20 Jahren schaffen – dafür brauchen wir natürlich auch Geld und Anreize. Denn wir benötigen massive Investitionen in neue Stromnetze und -speicher, in eine moderne Infrastruktur für Fahrrad, Bahn und Bus, in die energetische Sanierung von Gebäuden. Das ist gut angelegtes Geld, das Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaft pulsieren lassen kann. Das Klimapaket sieht hier immerhin einige sinnvolle Investitionen vor: Der Ausbau von Radschnellwegen und zusätzliche 86 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bahn bis 2030. Die Installierung von einer Million Ladepunkte für Elektroautos und das Förderprogramm “Energetische Stadtsanierung”.

Aber eines macht überhaupt keinen Sinn: Gleichzeitig mit noch weit mehr Geld klimaschädliches Wirtschaften zu subventionieren – etwa mit der steuerlichen Begünstigung von Kerosin und Diesel und dem Dienstwagen-Privileg. Würden diese Subventionen abgeschafft, brächte das dem Staat sogar Geld ein. Doch der Blick ins Klimapaket zeigt: Fehlanzeige.

  • Ja zum CO2-Preis – aber wenn, dann richtig

Auch wenn der CO2-Preis alleine nicht das Allheilmittel ist, wie ihn Merkels Chef-Klimaberater Edenhofer gerne präsentiert: Die Idee, dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben, ist überzeugend. Damit müssen endlich diejenigen für die gesellschaftlichen Folgekosten zahlen, die das Klima zerstören. Und klimafreundliches Verhalten wird belohnt. Doch das funktioniert nur, wenn der Preis stimmt und unser Verhalten lenkt. 

Wenn die Regierung jetzt einen CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 im Verkehrs- und Wärmesektor einführen und diesen Preis bis 2025 auf maximal 35 Euro ansteigen lassen will – dann ist dies nicht mehr als ein schlechter Scherz. 10 Euro pro Tonne – das entspricht 3 Cent mehr für einen Liter Benzin an der Tankstelle. In diesem Bereich schwankt der Preis häufig an einem einzigen Tag. 

Expert*innen sagen uns: Im Verkehrs- und Wärmebereich entstehen Anreize für klimafreundliches Verhalten und Investitionen in eine andere Infrastruktur ab einem Preis jenseits von 100 Euro/Tonne. Das ist das Zehnfache von dem, was die Luftnummer der Regierung vorsieht. 

  • Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich

Klimaschutz darf die soziale Ungleichheit im Land nicht weiter befeuern. Wenn der Weg zur Arbeit für Menschen mit geringem Einkommen noch teurer wird, die Reichen aber weiter mit dem SUV das Klima verpesten dürfen, weil sie es sich leisten können, verliert der Klimaschutz viele seiner Unterstützer*innen.

In ihrem Klimapaket geht die GroKo diese Frage aber genau falsch herum an: Sie erhöht die Pendlerpauschale – den Steuerbonus, den Menschen mit Arbeitswegen von mehr als 20 Kilometern erhalten. Was erstmal plausibel klingt, hat einen entscheidenden Haken: Von einer höheren Pendlerpauschale profitieren nämlich nur diejenigen, die überhaupt Einkommensteuer bezahlen. Und besonders hoch ist die Ersparnis für jene, die mehr Steuern zahlen, weil sie mehr verdienen. Unter dem Strich heißt das: Gerade reiche Vielfahrer*innen entlastet die GroKo besonders.

Dabei ließe sich leicht verhindern, dass ein CO2-Preis soziale Ungleichheit erhöht. Die Schweiz gibt ihre Einnahmen aus dem CO2-Preis an jede*n Eidgenoss*in in gleicher Höhe zurück. Sozial Benachteiligte haben dadurch zumeist mehr in der Tasche, wohingegen Reiche, die in der Regel deutlich mehr CO2 verursachen, überdurchschnittlich belastet werden. Entsprechend liegt der CO2-Preis in unserem Nachbarland bei derzeit 96 Schweizer Franken (ca. 88 Euro) – und beginnt so zu wirken.

Klar ist aber auch: Klimaschutz allein kann soziale Ungleichheiten nicht beseitigen. Damit der ökologische Umbau gelingt, braucht es auch einen sozialen Umbau: mit höheren Steuern für Reiche, guter Absicherung für Arbeitslose oder gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur. Wer Angst haben muss, auf dem Land abgehängt zu werden oder bei Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, wird sich auf konsequenten Klimaschutz kaum einlassen können.

  • Ohne Erneuerbare funktioniert nichts

Der Umstieg auf mehr Züge, Elektro-Mobilität und Wärmepumpen – all das benötigt Strom. Aber ein Fortschritt für den Klimaschutz wird nur daraus, wenn dieser Strom auch aus regenerativen und nicht aus fossilen Quellen stammt. Doch so erfolgreich der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher verlief – derzeit steckt er bei einem Anteil von um die 37 Prozent an der Stromerzeugung fest. Der Grund: Der Ausbaudeckel der Photovoltaik, der Ausschreibungszwang bei neuen Windkraft-Projekten und völlig überzogene Abstandsregeln von neuen Windanlagen zur Wohnbebauung. Im ersten Halbjahr gingen bundesweit netto gerade einmal 35 neue Windräder ans Netz.

Das Klimapaket der Regierung beseitigt jetzt immerhin den unsinnigen Solar-Ausbaudeckel. Doch beim Wind macht es alles noch schlimmer: Bundeseinheitlich sollen jetzt 1.000 Meter Abstand von Windrädern zu Häusern gelten. Außer in Bayern: Dort lässt die CSU ihre noch schärfere Regelung gelten. Zwar können andere Bundesländer beim Abstand auch nach unten gehen, aber das Signal ist fatal. Deshalb befürchten die Analysten von Aurora Energy, dass die Regierung mit ihren Beschlüssen ihr Ziel krachend verfehlt, bis 2030 die Erneuerbaren auf 65 Prozent Anteil am Strommix auszubauen. Sie rechnen mit maximal 52 Prozent.

Was es braucht? Einen klaren Plan, wie der Ausbau der Windkraft wieder vorangebracht wird und zugleich Akzeptanz in den Regionen findet. Der Deckel beim Ausbau der Windenergie, der Ausschreibungszwang bei Wind Onshore und überzogene pauschale Abstandsregelungen von Windanlagen müssen hierfür aufgehoben und der Netzausbau beschleunigt werden. Die Menschen vor Ort in Standort- und Anrainerkommunen müssen vom Ausbau zudem mehr profitieren. Denn nur, wenn wir weit mehr als 65 Prozent Erneuerbare in 2030 erreichen, werden wir das 1,5 Grad-Ziel noch einhalten können.

  • Klimaschutz als Chance begreifen

Klimaschutz fasst die GroKo leider nur mit spitzen Fingern an. Anscheinend hofft sie, mit vorgetäuschtem Handeln Teile der Bevölkerung zu beruhigen und gleichzeitig ja niemandem auf die Füße zu treten. Die Angst, frustrierte Wähler*innen an die AfD zu verlieren, ist groß. Und es stimmt ja auch: Klimaschutz lässt sich nicht so gestalten, dass alle Menschen begeistert zustimmen. Manche Unternehmen werden weniger verdienen – und wir alle müssen Verhaltensweisen ändern. 

Doch eines ist die Grundvoraussetzung für eine große, gesellschaftliche Transformation, die Ökologie und Soziales miteinander verbindet. Dass wir sie nicht so ängstlich, verdruckst und halbherzig angehen wie Union und SPD, sondern ihre enormen Chancen begreifen – und sie entsprechend auch kommunizieren. Sie kann zu einem gesellschaftlichen Aufbruch werden, der viele Menschen begeistert. Sie kann uns hinter einer Vision einer anderen Gesellschaft vereinen, sie kann Millionen gute Arbeitsplätze und eine moderne Infrastruktur schaffen. So entsteht für alle ein besseres Leben, und unser Land – wie zu Beginn der Energiewende – wird international zum Vorbild.

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Die GroKo abtreten lassen. Eine vorgezogene Bundestagswahl zur Klimawahl machen. Und dann mit ambitionierten Grünen an der Regierung und einer Klimabewegung auf den Straßen die sozial-ökologische Transformation durchsetzen – das klingt doch nach einem Plan. Doch machen wir uns nichts vor: Dafür muss einiges zusammenkommen und gelingen. Und wir müssen alle gemeinsam an den richtigen Stellen ansetzen. Wie wir das schaffen? Hier unsere Ideen:

  • Die SPD überall mit ihrem Versagen beim Klimaschutz konfrontieren

Die SPD ist derzeit auf Tour. Besser gesagt: ihre Kandidatenpaare für den Vorsitz der Partei. An insgesamt 23 Orten treten sie bei Regionalkonferenzen auf – bevor ihre 440.000 Mitglieder entscheiden. Doch der letzte Auftritt der Kandidat*innen im badischen Ettlingen lief so ganz anders ab: 400 Campact-Unterstützer*innen und Fridays for Future-Schüler*innen warteten am Eingang der Veranstaltung. Sie trugen die Debatte genau zu dem, der das klägliche Klimapaket maßgeblich zu verantworten hat und noch kurz zuvor große Töne spuckte: Olaf Scholz.

Bei vielen SPD-Mitgliedern traf der Protest auf großes Verständnis, einige schenkten Schüler*innen sogar ihre Eintrittskarten, damit sie ihre Kritik drinnen direkt an Scholz adressieren konnten. Was sie auch taten. Die Debatte um das Klimapaket – sie wurde zum bestimmenden Thema des Abends. 

Was wir daraus mitnehmen: Lasst uns hunderte Ettlingens im ganzen Land entstehen lassen! Die Idee: Bei weiteren Regionalkonferenzen der SPD und möglichst vielen Partei- und Abgeordneten-Büros tragen Campact-Unterstützer*innen die Debatte über das Klimapaket vor die Tür. Überall adressieren wir erst die Mitglieder der Partei. Sie entscheiden darüber, welches Kandidatenpaar die SPD künftig führt. Eines, das alles beim Alten lässt – wie Scholz und Klara Geywitz. Oder eines, das die SPD endlich aus der GroKo führt und den Weg zu Neuwahlen ebnet – wie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken oder Karl Lauterbach und Nina Scheer. Direkt vor dem Parteitag fokussieren wir uns dann auf die Delegierten des Parteitags und fordern: Macht den Weg frei für echten Klimaschutz. 

Wenn überall im Land Tausende Bürger*innen ihre Enttäuschung über das Klimapaket den Sozialdemokrat*innen mitteilen und für Neuwahlen werben, wird das seine Wirkung nicht verfehlen. Vielen SPD-Anhänger*innen werden sie aus dem Herzen sprechen.

  • Der 29.11. wird zum nächsten großen Streiktag

Noch stehen die Details nicht, aber schon jetzt ist klar. Am Freitag, den 29. November geht es wieder raus auf die Straße, zusammen mit den Schüler*innen, alle gemeinsam. Der Termin liegt richtig: Am 1. Dezember beginnt in Chile die Weltklimakonferenz, und alle Aufmerksamkeit der Medien wird auf dem Klimathema liegen. Und ein Wochenende später, am 7. und 8. Dezember, zieht die SPD auf ihrem Parteitag in Berlin Halbzeitbilanz über die GroKo. Neuwahlen oder weiter so? Das wird entschieden. Und wenn die Große Koalition bis dahin nicht ein ganz neues, echtes Klimapaket präsentiert hat, werden wir sagen: #Neuwahlen. Wieder mit Hunderttausenden. Überall im Land. Aber mit neuem Demokonzept. Wie das aussieht? Lassen Sie sich überraschen und seien Sie dabei!

  • Die Klimawahl steigt – in Hamburg

Sie ist die erste und einzige Landtagswahl im neuen Jahr. Die Wahl in der Hansestadt an Elbe und Alster. Und wir wollen sie zur Klimawahl machen. Denn bisher scheuen SPD und CDU/CSU ambitionierten Klimaschutz auch aus der Angst, Stimmen an die AfD zu verlieren. Doch ihr Kalkül könnte bald ganz anders aussehen, wenn sie merken: Wir verlieren Stimmen nicht wegen zuviel Klimaschutz, sondern wegen zu wenig. 

Deswegen wollen wir alle Hanseaten auffordern: Wählt nicht die rechtsextremen Klimaleugner*innen von der AfD. Gebt nicht Eure Stimme den Klimaversager*innen von CDU und SPD. Macht Euer Kreuz bei Parteien, die für Klimaschutz eintreten. Wie wir die Hamburger*innen erreichen? Mit Hilfe der 70.192 Menschen, die Campact in Hamburg unterstützen. Und die wir dazu einladen, Hunderttausende Türhänger und Flugblätter zu verteilen, Großplakate zu finanzieren, an den Wahlkampfständen von CDU und SPD über Klima zu diskutieren – das volle Kampagnen-Programm. Für Unruhe im Willy-Brandt-Haus und im Konrad-Adenauer-Haus ist gesorgt – vielleicht schon durch diese Zeilen.

716 Kommentare

  • von Jürgen Münch

    Die Menschheit schafft sich ab. Klimawandel funktioniert nur wenn wir weniger konsumieren. Wenn wir weniger konsumieren haben wir viel mehr Arbeitslose. Dadruch kommen Parteien an die Macht die ich nicht möchte. Weiterhin dürfte die Weltbevölkerung nicht mehr steigen.
    Ich denke – dem ärmsten in Deutschland geht es noch besser wie 60% der Weltbevölkerung. Jeder Mensch ist gleich, wenn jeder diesen Standard
    hätte, wie würde die Welt aussehen.
    Jeder deutet auf den anderen, was der für die Umwelt tun müßte.
    Das ist ein weltweites Problem. Wie bekommen wir die Welt unter einen Hut, wenn es nicht einmal in Europa klappt.

    Der Mensch schafft es nicht mit 20% weniger zurecht zu kommen. Erst wieder mit 90% weniger.

    Ich bin jetzt 60 Jahre alt und bin der Meinung, daß ich in einer angenehmen und friedlichen Zeit lebe und gelebt habe, die es so schnell nicht wieder
    geben wird. Diese Meinung habe ich obwohl bei mir fast immer das Glas halbvoll und nicht halblleer ist.

  • von Ghita Lanzendörfer-Yu

    Fortsetzung:
    Ein großes Problem ist auch die industrielle Lanswirtschaft, die das Problem ja schon im Namen trägt. Wenn man also Ackerbau und Viehzucht betreibt mit dem Ziel des maximalen Ertrages, kommt es zu den Verwerfungen, die wir heute sehen. Die bisherigen Politiker haben alle davor zurück geschreckt, hier Regellungen verbindlich durchzusetzen.
    Beispiel Massentierhaltung: HIer werden unter absolut unwürdigen Bedingungen Tiere gehalten, um uns mit billigem Fleisch zu versorgen. Dafür werden Antibiotikaresistenzen in Kauf genommen, die Böden und das Grundwasser mit Gülle verseucht, in den Schlachtbetrieben Osteuropäische Arbeiterinnen versklavt und natürlich Futtermmittel – Soja – aus Übersee importiert. Für diese werden dann die Regenwälder gerodet.
    Führt man sich also die Zusammenhänge in der „Fleischindustrie“ vor Augen, hat man hier eine Industrie, die in jedem Aspekt ekelig ist. Das gehört beendet.

  • von Britta Heyne

    Guten Morgen

    Am 27. Oktober 2019 findet die Landtagswahl in Thüringen statt.
    Bitte macht auch diese Wahl zur Klimawahl.
    Ich selbst halte es für ein schlechtes Signal, diesen Termin zu übergehen.

  • von Ghita Lanzendörfer-Yu

    In der ganzen CO2 Debatte wird eines vergessen, nämlich, dass wir in ganz vielen Bereichen die – ich nenne das mal – Pufferkapazität unseres Planeten an den Rand gefahren haben. Neben der Vermeidung von CO2 brauchen wir also konsequent eine Regeneration von Ozeanen, Wäldern, Böden. Wir brauchen eine andere Landwirtschaft, eine andere Stadtplanung, ein anderes Konsumverhalten. Viele dieser DInge kann man nicht verordnen. Im Gegenteil, sie können von Kommunen und Bürgerinnen sofort oder zumindest schnell und kostengünstig umgesetzt werden.
    Nur als Beispiel zu Diversität und Artenerhalt: Änderung der Friedhofsordnung, gezielte Anpflanzung von Blüh- und Futtergehölzen, Schutz brütender Vögel durch geeignete Zäune (Abhalten von Hauskatzen anderen Wildtieren). Kurz Firedhöfe zu Lebensräumen umgestalten.
    Städtische Rasenflächen in Blühwiesen umwandeln. Beispiel Bad Homburg. Läßt sich auch in Privatgärten machen.
    Fortsetzung folgt

  • von Katrin Wolfarth

    Die Änderungen müssen jetzt „von unten“ kommen, die Politik der Bundesebene wird es nicht schaffen, wirklich effektive Veränderungen zu beschließen. Die Städte und Kommunen müssen effektive Programme fahren, beispielsweise mit Modellen im Stadtverkehr wie beispielsweise Tempo 30, VIEL mehr sichere Fahrradzonen, kostenloser öffentlicher Nahverkehr et. Auch bei der Müllentsorgung und Sortierung gäbe es so viele gute Möglichkeiten, Wertstoffe besser aufzufangen- weit über den gelben Sack/Tonne hinaus! Die Bürgerinnen und Bürger müssen spürbar eingeladen werden, sich zu informieren und am Klimaschutz zu beteiligen, damit sich nicht wieder Ohnmachstgefühle breit machen, wo gerade einige aufgewacht und bereit sind, Dinge zu verändern. Und vor allem braucht die Industrie in der Region viel mehr Anreize, CO2 einzusparen!
    Auf Bundesebene machen leider (fast) nur große Schwätzer Politik. Von ihnen können wir meiner Meinung nach NICHTS erwarten!

  • von Christiane Thomas

    Klimaschutz funktioniert vor allem auch über weniger Konsum! Die Vermüllung der Städte, und schon lange auch des ländlichen Raums, durch Autos, egal wie betrieben, geht nur durch bessere Infrastruktur! Carsharing, Fahrradfahrern und Bahnfahren muss gefördert werden. Zum Bespiel kostenlos Bahnfahren für Studenten und finanziell minderbemittelte Menschen. Wenn ich aber für 70€ von Köln nach München fliegen kann, ein Bahnticket aber 130 € kostet, fällt es vielen schwer, sich für die Bahn zu entscheiden.
    Ganz wichtig finde ich auch die Aufklärung der Bevölkerung, über die Konsequenzen ihres Verhaltens.
    Ich arbeite mit Klimaschutzpaten an einem Projekt, die grüne Seite, bei dem wöchentlich in einem Mitteilungsblatt Tips gegeben werden, wie ich durch Verhaltensänderung die Umwelt schonen kann und auch die Geldbörse.Z. Bsp. keinen Weichspüler benutzen, Toilettenpapier aus recyceltem Papier benutzen und direkt erklären, was das veränderte Verhalten bewirkt. Wir hoffen auf rege Beteiligung!

  • von Britta Heyne

    Guten Morgen
    Am 27. Oktober 2019 ist Landtagswahl in Thüringen.
    Bis dahin sind doch noch vier Wochen, in denen man etwas bewegen kann.
    Bitte macht auch diese Wahl zur Klimawahl.
    Ich selbst halte es für ein schlechtes Signal, diese wichtige Wahl zu übersehen.

  • von Anke

    Der Protest darf nicht aufhören mit den Ergebnissen aus dem Klima-Kabarett (*sic).Hier geht es um Grundlegendes:Politiker müssen endlich kapieren, dass sie gewählt sind,um Politik für Bürger zu machen,nicht für+mit der Lobby und,um soz. Ausgleich zu schaffen.Reiche zahlen das aus der Portokasse, Arme können sich vieles nicht mehr leisten.
    SINNVOLL, da gerecht: generelles Tempolimit/Abschaffung des Dienstwagenprivilegs/steuerliche Absetzbarkeit von Dienstwagen deckeln nach Umweltaspekt/keinerlei Subventionen für E-Autos, solange die dem Klima nur schaden/Investitionen in alternative Antriebe (Brennstoffzelle, Biomethan etc.)/Verteuerung d.Flugstrecken mit klimafreundl. Alternativen/Abgaben für Kreuzfahrer,die Langstrecke zum Schiff fliegen/Rückz.v.Fördermitteln bei Abbau von Windkraftanlagen nach Auslaufen d.Förd.!
    Gespartes und neue Einkünfte in d.ÖPNV (Ausbau+umsonst) stecken. Weg mit Sondermüll E-scooter (letzter Irrweg der Politik),der jetzt auch noch Busse ausbremsen können soll?

  • von Ursula Heidrich

    Öl-Brennwert-Heizungen sind extrem sparsam und können auch mit Biogas aus Gülle/Kläranlagen betrieben werden. Nicht jeder kann z.B. Geothermie nutzen, Gips im Untergrund würde aufquellen wie schon geschehen. Deshalb muss es nicht heißen „weg mit Gasheizungen“ sondern „Gasheizungen mit Biogas betreiben“.

  • von Volker Sommer

    Welche Menschen glaubt Ihr zu vertreten? In den Kommentaren wird nämlich deutlich, Ihr vertretet Euch in erster Linie selbst. Die globalen Zusammenhänge habt Ihr nicht verstanden und Sozialpolitik besteht Ihr augenscheinlich auch nicht. Wenn wenigstens technischer Sachverstand vorhanden wäre, so könnte man dort vielleich anknüpfen. Mit Eurer Haltung mit umfänglichen Verboten Probleme zu lösen, stärkt Ihr massiv die AFD und andere Klimaveränderungsleugner und erreicht am Ende überhaupt gar nichts! Eure Vorstellungen verwirklicht, würde das gesamte Zusammenleben zerstören und technische Lösungen nicht mal in Erwägung ziehen. Und das ist mehr als enttäuschend!

  • von Barbara Kautz

    Wir werden zu viele Bewohner auf der Erde und verbrauchen die Ressourcen.Die Ansprüche der „zivilisierten“ Menschen sind zu groß geworden.Weniger Menschen….weniger Verbrauch.Es kann sich jeder mit Kinderwunsch in der Nachbarschaft engagieren und ein „Enkelkind“ lässt sich immer betreuen.Unsere Wohnungen sind zu groß geworden.30 qmRaum intelligent gestaltet sind ausreichend.Das spart alle Baumaterialien. Elektroautos?? Andere Länder leiden unter dann fehlendem Grundwasser.Pferd und Wagen.okay , es wird nicht mehr realisierbar sein.Fahrrad…öffentlicher Verkehr…weniger Stromverbrauch statt die Telefonzelle in der Tasche.Ehrlich…ich glaube wir sind zu blöd und rennen ins Verderben.Die Erde schüttelt sich, das Konzept Mensch ist nicht gut.Wir machen alle heiße Luft mit dem ausgesprochenen Blabla …..Wenige sparen echt, viele wollen mehr verbrauchen , machen sich nur Gedanken bis zur Dönerbude. Dumm gefahren liebe Mitmenschen.

  • von Jan Herrmann

    Achja, und die Mehreinnahmen durch die Maßnahmen bei den PKW und „Strom“ müssen 1 zu 1 investiert werden um CO2 wieder langfristig zu speichern. Zum Beispiel Aufforsten und anschließende Einlagerung des Holzes in den Bergwerken. Entweder werden daraus mal wieder Fossilien oder es versteinert. Wie auch immer, das CO2 ist erstmal wieder gebunden, so wie es die Natur vor der Menschheit von alleine organisiert hatte.

  • von Jan Herrmann

    Nur wenn es überall Müllreinigungs-, Klär- und Recyclinganlagen gibt oder auch Müllverbrennungs- und Kompostanlagen, dann erlebt man erst, wieviel Aufwand der Müll macht. Nur wenn der Müllverursacher (Einsetzer von Verpackung) zur Kassen gebeten wird, erst dann überdenkt man die Verpackung und wählt das am Besten recyclebare aus. Aber hierzu gibt es bestimmt studierte Profis (Dipl.Ing. Umwelttechnik) die das viel besser erklären und erarbeiten können.

  • von Martina

    Ich stimme grundsätzlich allen Punkten zu.
    Allerdings weiß ich nicht, wie wir die Rechten einfangen können. Da ich auch immer gerne zu unseren Nachbarn schaue, ist festzustellen, dass Mette Frederiksen es geschafft hat, mit ihrer Politik die Stimmen aus dem rechten Lager zurückzugewinnen. Gerade die Flüchtlingspolitik muss mit mehr Bedacht und klaren Regeln (Unterschied Kriegsflüchtlinge zu Emigranten) behandelt werden.
    Weiterhin müssen wir die gesellschaftliche Transformation in die Schulen bringen, um dort ein dementsprechendes Bewusstsein zu schaffen.

  • von Jan Herrmann

    Ich denke unser ungebremster „Stromverbrauch“ ist eine der größten Ursachen für die Umweltbelastung. Eine Versteuerung des Stromverbrauchs ähnlich der Einkommenssteuer könnte hier helfen. Wer nur den nötigsten Strom verbraucht, zahlt nicht mehr als man jetzt für regenerativen Strom bezahlt. Wer mehr verbraucht zwingt uns mehr Windräder und Solaranlagen zu installieren, die Ressourcen und Energie fressen, die Umwelt belasten und Landschaft, Flora und Fauna einschränken und verschandeln. Nur geringerer Verbrauch von elektrischer Energie kann unseren Wandel in der Energieerzeugung effektiv werden lassen.
    Drittes Thema und Problem für die Umwelt ist das hohe Müllaufkommen in Deutschland und der Umgang damit. Auch wenn es teurer für alle wird – der Müll aus Deutschland muss in Deutschland bleiben und hier aufbereitet werden. Nur wenn der Mensch mit dem Müll konfrontiert wird, dann lernt er den Umgang damit.
    Forstsetzung folgt…

  • von Beat

    Neue Technologien helfen. Die liegen bei den Autobauern schon lange in den Schubladen, werden trotzdem von Politikern geblockt. Saubere Fluid-Rektoren als Alternative zu den herkömmlichen HKWs. Interessierte die Politiker bisher auch NICHT. Stattdessen rennen die Leute wie fanatisch auf die Strassen und schreien nach Steuererhöhungen. Liebe Schüler und Jugendliche: Gebt Eure Smartphones + I-Phones ab, verzichtet auf die Haelfte Eures Taschengeldes, damit Eure Eltern die von Euch geforderten Preiserhöhungen bezahlten können, hört auf Fastfood bei McDonalds & Co zu kaufen, verzichtet auf Billig-Klamotten, kauft Second-Hand Ware, fahrt mit dem normalen Tret Rad oder Oeffentlichen zu Schule, zur Firma, zum Sport. Damit leistet Ihr bereits einen sehr großen Anteil zu einer besseren Umwelt.

  • von Jan Herrmann

    Wie viele es schon erwähnt haben und es auch denken, eine CO2-Steuer wird viele von dem Willen, etwas für den Klimawandel zu tun, abbringen.
    Die Idee der Steuervergünstigung der Regierung ist nicht schlecht, nur schlecht umgesetzt.
    Beim PKW z.B. sollte nur der Energieverbrauch, der über 4l auf 100km entspricht, steuerlich stärker belastet werden. Zudem sollte ab 20000km oder 25000km pro Jahr eine höhere Kfz-Steuer fällig werden. Die Steuervorteile von Diesel sollte man abschaffen. Ebenso für das Auto- und Erdgas. Damit sind die Autohersteller und Autofahrer genug eingespannt, etwas für die Umwelt zu tun. Das Ermitteln des tatsächlichen Verbrauches und der Kilometerlaufleistung pro Jahr sind problemlos über die Elektronik des Fahrzeuges möglich und kann vom Finanzamt/Zollamt ausgelesen werden. Danach werden die Steuern und Abgaben im nachhinein ermittelt und korrigiert.
    Forstsetzung folgt…

  • von Harry Unger

    Guten Morgen,

    ich finde die Konfrontation der Politik mit der Realität in konfrontotativer Form finde ich wichtig, um die Dringlichkeit des Themas Klimaschutz zu untermauern. In der Handlung brauchen wir aber genauso die einladende Form, um mehr Menschen zum Handeln zu bewegen. Politiker schließe ich darin ein. Sonst sehe ich die Gefahr, dass wir uns nur noch in Auseinandersetzungen verlieren und das Ziel verfehlen.

    Ich halte einen bewußten Umstieg auf regenerative Energien im Strombezug halte ich z.B. für einen guten Einstieg. Statistisch gesehen stehen etwa 75% der Bundesbürger dem Klimaschutz positiv gegenüber aber nur etwa 34% haben ihren Stromliefervertrag umgestellt. Es ist in den meisten Fällen nicht teurer, als der Bezug vom Strommix. Würden alle, die dieses Thema für wichtig halten, ihren Vertrag ändern, würde der Druck auf die Stromlieferanten steigen, Kohlestrom unwirtschaftlich machen und die Politik zum Handeln zwingen.

    Ich bitte um Protest per Unterschrift.

  • von Michael

    Klimaschutz ist wichtig. Muss aber zu Ende gedacht werden.
    Ich wohne auf dem Land. Öffentlicher Nahverkehr? Fehlanzeige. über 2 Stunden Anfahrt zur Arbeit, ohne Fehlzeiten der Bahn. Da bleibt leider nur das Auto. Wenn die CO2 Steuer , wie von vielen gefordert wird, stark erhöht wird, ist die Konsequenz arbeitslos. Dass was wir machen können, tun wir. Energie sparen, Fahrrad fahren und soweit wie möglich auf Plastik verzichten.
    Was hilft? Braunkohle Kraftwerke abschalten! Hin und her Transport von Lebensmittel. Güterverkehr auf die Schiene. Tempolimit. Windkraft Anlagen, ohne wenn und aber.
    Elektroautos fahren mit Lithium Ionen Akkus. Lithium Abbau, sehr umweltschädlich. Dadurch verlagern wir das Luft Problem nur auf die andere Seite der Erde. Brennstoffzellen sind die Antwort. Wenn alle 10 Bäume pflanzen, hilft dass mehr als reden.

  • von E. M. Hooijer

    1/2
    Während die große Mehrheit wie gebannt vom drohenden Klima-Untergang zu sein scheint, steuern wir vor allem auf eine sich selbst beschleunigende Kulturkatastrophe zu, die es locker mit der derzeit so populären Klimakatastrophe aufnehmen kann. Die um sich greifende Sprachbarbarei einschließlich der „leichten Sprache“ ist davon nur eine -aber keine unwesentliche- Komponente. Auch dieser Artikel ist in der schon vertrauten Campact-Diktion („vereinfachte Sprache“ als Vorstufe zur „leichten S.“) geschrieben, mit vielen Doppelpunkten, um drohende Schachtelsatzszenarien abzuwenden. Dazu kommt die Verwechselung bedeutungsverschiedener Wörter wie z.B. ‚Erde‘ und ‚Welt‘ – sogar Herr Bautz hat diese Begriffe im obigen Artikel durcheinandergebracht. Und das Wort „Erderhitzung“ ist auch wieder daneben; richtiger hieße es z.B. „Erwärmung der Erdatmosphäre“ (sofern deutsches CO2 dieses entscheidend beeinflussen könnte), aber nüchterne Sprache rüttelt die Leute nun einmal nicht auf, stimmt’s?

  • von E. M. Hooijer

    2/2:
    Ja, Stimmungsmache ist ein zentrales Element im Kampf um das Klima. Apropos „Stimmungsmache“:
    „Klimaleugner*innen“ ist bereits ein hartes (und ungerechtes) Wort, „rechtsextreme Klimaleugner*innen“ gehört zur neuen Dimension der sprachlichen Rohheit, welche gerne v.a. den politischen Gegnern unterstellt wird. Diese Ausdrücke sind jedoch um keinen Deut besser als das berüchtigte „linksgrünversifft“; sie sind allesamt unsachlich und aufstachelnd, und zeugen so gar nicht von politischer Kultur. Das Verurteilungswort „Klimaleugner“, das keinen Platz für Zweifel irgendeiner Art läßt, weder am Klimawandel noch an dessen Ursachen, würde man eher ins Mittelalter verorten. Genauso ist die katholische Kirche vor tausend Jahren aufgetreten. Die verliert (zurecht!) ihre Mitglieder, doch haben die Menschen tatsächlich gelernt?

  • von Fer

    Ich bin auch 75 Jahre und vertrete nicht gerade die Meinung, daß ich nun besonders für die Umweltverschmutzung beigetragen habe. Zumal ich ein absoluter Naturfreund bin , selbst schon als Kind. Also muß ich wohl unbewusst mit schuldig sein. Naturkatastrohen werden immer häufiger, auch in Deutschland, das ist ja wohl nicht mehr zu bestreiten, nur habe ich die Befürchtung, daß wir Deutschen mit nur wenig genauso denkenden Ländern zu wenig zum Naturschutz beitragen können. Dennoch irgendwer muß doch anfangen?! Die wichtigsten Änderungen sollten sein: Begrenzung der Geburtenzahl weltweit ( ich denke an 2 Kinder pro Ehe )gerechtere Bezahlung der arbeitenden Bevölkerung , bessere Renten, damit auch Rentner sich Bioprodukte, die leider viel zu verteuert angeboten werden, leisten können. Als Kind lernte ich, Fruchtfolge bei Bauern, weniger Fleisch und teurer. Abgeordnete Diät kürzen, fliegen für Politiker nur ins Ausland , Nicht Merkel allein etc. Wasserstoff einsetzen, Verkehr ausbauen!

  • von Dieter

    Viele fragen immer ‚wer soll das bezahlen‘
    und genau das ist es:
    die Verursacher, diejenigen die jahrzehnte lang durch den Raubbau an der Natur verdient haben,
    die, die davon profitiert haben (Shell, Exxon, RWE …) und deren Aktionäre, denen nur ihr Geld wichtig ist,
    Geld das sie eh nicht mit ins Grab nehmen können,
    und zwar ohne jede Abstriche und kein Abwälzen auf den Endkunden.
    Umwelt-Zerstörung darf sich nicht mehr lohnen und muß richtig weh tun.
    Lithium: Wieder mal Raubbau an der Resource Natur. Die UNENDLICHE Gier der heiligen ‚Investoren‘.
    Ist Wirtschaftspolitisch ein weiterso wie bisher …
    Wenn man jetzt noch ca 1000 Ladezyklen für einen Litium-Ionen Akku hinzu nimmt bis er erschöpft ist schaut das mit der Wirtschaftlichkeit und dem Resourcenverbrauch schon verdammt schlecht aus.
    Gegen Wasserstoff spricht überhaupt nichts
    Könnte jeder überall auf der Welt selbst herstellen, ’ne kleine Photovoltaik-Anlage und ein wenig technisches Verständnis vorausgesetzt

  • von Roswitha S

    Jeder von uns war und ist verantwortlich für die Klimakatastrophe!
    Es geht lange nicht mehr „nur“ um den CO2 Ausstoß, den man jetzt in den Vordergrund stellt und meint, das sei der einzige Grund der Erdvernichtung.
    Seid mindesten 30 Jahren ist Klimaschutz auf dem Tapet!
    Die Politik muß VERBOTE aussprechen!
    Es kann nicht sein, dass Ackergifte weiterhin erlaubt sind um die Agrarlobby zu unterstützen.
    Es werden Millionen Tonnen Methangase auf Grund von widerlicher Massentierhaltung in die Luft freigesetzt, durch Bedüngung mit Gülle werden Flüsse mit Nitrat verseucht.
    E-Autos, wirklich klimafreundlich ? Wo werden irgendwann einmal die Batterien mit Kobolt und Lithium entsorgt?
    Die Güter, die unsere schadstoffproduzierenden LKW`s auf den Autobahnen transportieren, sollten wieder auf die Schienen.
    Warum wird das Sonntagsfahrverbot nicht wieder angeordnet, dass die Menschheit mal halbwegs zur Vernunft kommt?
    Ich denke nicht,dass die CO2 Steuer irgend etwas bewirkt.

  • von Schmalstieg

    Hallo, leider kann man auf keinen Kommentar antworten.

    Also, ich finde Ihre Forderungen gut, aber meine wären sogar noch etwas schärfer, bzw auch kürzere Zeitspannen.

    Was komplett außen vor ist, sind Massentierhaltung, Wasservergiftung(!!!) durch Gülle, sog. Biogas (hat aber auch rein gar nichts mit Bio zu tun), Erd-, Tier- Pflanzen-, Menschen- und WasserVergiftung durch industrielle Landwirtschaft mit Kunstdünger und sämtlichen Supergiften und auch pausenloses Fällen von alten Bäumen! Man will zwar neue Bäume pflanzen, aber warum werden vorher die großen CO2 Speicher und Sauerstoffproduzierer gekillt!?
    Das spielt ALLES zusammen!
    Es muss komplett umgedacht werden! Die Natur muss ihr gutes Zusammenspiel wieder finden dürfen. Es kann doch nicht ausschließlich um CO2 gehen. Natürlich auch, aber leider haben wir schon so viel falsch gemacht, dass JETZT viel mehr geändert werden muss. Sorry, gefällt mir auch nicht, aber ist so und es ist auch zu schaffen!

  • von Reinhold Böcking

    Leider nicht zu Ende gedacht.
    Es gibt keine effektiven Stromspeicher und würden alle auf Elektroautos umsteigen würden wir 6 mal soviel Strom brauchen wie bisher nämlich rund 300Gigawatt.
    Wie soll das funktionieren liebe Campakt Leute.
    Ihr solltet mal lieber in die Schule gehen und rechnen lernen.
    Wir sind dabei diejenigen die abgeschröpft und zur Kasse gebeten werden,während 98% der Erdbevölkerung weiter macht wie bisher und sich dabei klimaschädlichen noch vermehrt.
    wir werden wirtschaftlich am Ende stehen.
    Alle die hier zur Demo gehen haben für Ihren Lebensunterhalt noch nicht selbst gesorgt und leben auf Kosten anderer.
    Sinnvolle Vorschläge kommen von dieser Seite nicht,sondern nur Verbote.

  • von Wolf

    Ok, aber sorry, eins habt Ihr wohl nicht auf den Schirm:

    Die nächste Klimawahl ist nicht in Hamburg, sondern in Thürigen.

    Geht da noch was?

  • von Mina

    Hallo
    und Danke an alle die sich sorgen.

    „steter Tropfen höhlt den Stein.“

    Wir dürfen nicht nach lassen, in kleinen und großen Anliegen.

    Was mich am meisten stört, sind die Lobbyisten, die Geld dafür bekommen das sie Gesetze aushölen. Und das aufkosten der Steuerzahler.
    L.G. Mina

  • von Birgit Hempel-Biermann

    Mein Problem ist, dass ich keiner Partei zutraue, sich gegen die Wirtschaft durchzusetzen.
    Klar ist für mich nur: keine CDU, diese Partei ist eine der Wirtschaft dienende und hörige Partei.
    Ich befürchte, dass auch der FDP die Klimapolitik egal ist. Da geht es immer um die Mittelschicht und wirtschaftliches Wachstum.
    Für mich kommt nur Rot-Rot-Grün in Frage. SPD und Linke müssen eine einheitliche Linie finden. Ich mag Sarah Wagenknecht, sie hat Format und redet Klartext!
    Bei der SPD muss ich da schon länger überlegen, aber Karl Lauterbach ist für einen Ausstieg aus der Groko und das verdient Unterstützung!
    Die Grünen haben mich auch als Partei schon enttäuscht und ich weiß nicht, wie ernst der Partei der Klimaausstieg noch ist, wenn sie an der Regierung sind.
    Aber schlimmer als dieses Nichtstun und sich im Kreis drehen kann es ja nicht werden! Sollte es immer noch keine klare Regeln geben, dann geht es wieder zum Protestieren raus! Demokratie heißt mitreden und kämpfen!

  • von P. Giebfried

    Alles Bestreben einer ueberfaelligen Loesung in Deutschland wird unsere Erde nicht retten. Der blaue Planet ist zum Untergang verdammt und die Menschheit verloren. Es ist schlimm genug dass wir diesem Thema keine Aufmerksamkeit geschenkt haben und Jahrzehnte verpennt wurden. Schroeder, Fischer samt Merkel und Konsorten haben im Daemmerschlaf auf ihren eleganten Stuehlen im Bundestag zugebracht umd salbungsvolle Reden geschwungen ohne dabei auch nur ansatzsweise in die richtige Richtung zu bewegen. Kohl war mit der Wiedervereinigung zu sehr beschaeftigt und abgelenkt, doch auch er haette was zum Besseren dazu beitragen koennen. Der groessere Versager sitzt in den USA mit seinem Ausscheren aus dem Klimagipfel. Furr beachtenswert halte ich China + Indien mit der Begrenzung der Kinderanzahl pro Familie. Erschreckend dagegen Suedamerika + Karibik mit immens hohem Verbrauch an Plastikgeschirr, ohne Aufklaerung von Schwangerschaftsverhuetung sowie Missachtung von Natur. Ich leb hier seit 2011

  • von Rolf-Achim Georg

    Mir fehlt in der Argumentation die Einbeziehung der Bedrohung durch eine neuerliche atomare Aufrüstung, die den atomaren Krieg und Untergang Europas vor dem fortschreitenden Klimawandel bringen könnte.
    Neben der Forderung nach Verträgen für die Einfrierung der atomaren Angriffspotentiale, halte ich die Forderung nach Abbau der Rüstungsexporte und der staatlichen Rüstungsausgaben ( statt Steigerung ) für erforderlich. Das verringert den CO2-Ausstoß und die freiwerdenden Mittel können für die Klimawandel-bremsenden Maßnahmen eingesetzt werden.

  • von Ulrich Rosenhövel

    Ja, leider wird es mit CDU, CSU und SPD keinen Klimaschutz geben, der der Dramatik der Situation gerecht wird. Der letzte Beweis hierfür war das Klimapaket der Regierung. Zudem gibt es bei diesen Parteien keine Anzeichen, mittel und langfristig ein Wirtschaftsmodel zu entwickeln, das sich vom Zwang zu mehr Wirtschaftswachstum lösen kann. Es geht immer um Macht, Einfluss und Interessen. Den von Campact beschriebenen zukünftigen Weg unterstütze ich daher sehr. Ein Zusammenschluss vieler Interessegruppen, die engagierte Schritte in der Klimapolitik unterstützen, muss weiterhin wichtig sein.
    Für Deutschland bin ich einigermaßen zuversichtlich, dass mit steigendem Druck eine Wende in der Klimapolitik erreicht werden kann. Was getan werden muss ist weitgehend bekannt. Sozialer Ausgleich ist absolut notwendig. International sehe ich eine Schwerpunktaufgabe vornehmlich für die Industriestaaten, Techniken zur Entnahme von Treibhausgasen zu entwickeln und zu finanzieren.

  • von Peter Gunkel

    Es könnte alles so einfach sein: Mehr Güterverkehr auf die Schiene, arbeiten in der Nähe des Wohnortes, Kreuzfahrten nur noch mit großen Segelschiffen anbieten, da kämen wir schon enorm weit mit. ÖPNV erheblich auf dem Lande ausbauen (oft gehe ich dann 5 km zu Fuß, weil der Bus noch länger braucht, bis er kommt und mich an meinen Zielort gebracht hat) Doch was wird getan: Immer mehr LKW’s auf den Straßen, Umstrukturierungen in vielen Verwaltungen und Betrieben, so dass nun der Arbeitsort 30 km, statt 5 km entfernt ist. Arbeitslose müssen Arbeitsplätze weit entfernt ihrer Heimat annehmen und füllen so die Straßen. Fast jeder Reiseveranstalter hat eine Kreuzfahrt als Hauptwerbung. Warum nicht einfach mit der Bahn in den Urlaub? Fangen wir doch mal bei uns selbst an, statt immer nach der Politik zu schreien. Die Wirtschaft hat eh das Sagen.

  • von Georg Kaufmann

    Die Hoffnung in die Grünen und die SPD halte ich für trügerisch. Ich brauche mir nur anzusehen, dass beide Parteien für Aufrüstung ung Kriegseinsätze stimmen, wo doch jeder weiß, dass Militär und erst recht Krieg die größte Umweltverschmutzung und Naturzerstörung bedeutet, dann ist klar, dass diese Parteien uns nur belügen. Als anderes Beispiel ist der Hambacher Forst zu nennen. Beide Parteien sind nicht, noch nicht einmal mit Worten, aktiver Teil der Widerstandsbewegung. Was wir brauchen ist Druck mit unseren berechtigten Forderungen von unten. Die gewerkschaften müssen z.B. mobilisiert werden auch für politische Forderungen zu streiken und nicht nur für höhere Löhne. Initiativen müssen sich zusammenschließen und Aktionen des zivilen Ungehorsams durchführen. Dies Aktionen sind auch vom Grundgesetz her erlaubt, da es um den Weiterbestand von großen Teilen der Natur und der Menschen geht. Wie wir mittlerweile alle wissen wird die Zeit viel knapper als angekündigt wurde. Viele Grüße G. K

  • von Willem Alexander

    Hallo, liebes Campact-Team,
    diese Aktion wäre doch ein toller Anlass, regionale Diskussionsrunden zu gründen, die dran bleiben am Thema. Die allgemeine Dringlichkeit ist allen bekannt, aber die Schwerpunkte sind regional unterschiedlich. Ganz konkrete regionale Treffen, bei denen engagiert diskutiert wird und deren Ergebnisse von Zeit zu Zeit als Zusammenfassung veröffentlicht werden, könnten zur Meinungsbildung beitragen und letztendlich den dringend notwendigen Druck auf die Politik ausüben. Vor allen Dingen aber bleibt man auf diese Art dichter an der sogenannten Volksmeinung, erkennt kritische Stimmungswechsel früher und kann dann aufklärend ein wenig gegensteuern. Ihr seid Euch sicher klar darüber, dass als ungerecht empfundener Druck zu irrationalem Wählerverhalten führen kann. Die „schweigende Mehrheit/Mitte“ Deutschlands sollte endlich anfangen, sich regelmäßig, verständlich, deutlich und laut zu artikulieren. Überlassen wir die Medien nicht den Schreihälsen.
    Macht weiter so.

  • von jojo

    Demos und Aktionen sind wichtig! Aber: die Transformation wird nicht von oben nach unten geschehen. Die wahre, effektive Transformation geschieht von unten nach oben:von der Wurzel her, von den Stadtteilen, den Ortschaften, den kleinen Nachbarschaftsvereinen. Wir müssen versuchen, unsere Stadtteile, Dörfer, unsere Strasse so nachhaltig wie nur möglich zu machen. So weit es geht unabhängige, dezentrale Energieversorgung, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen Produkten kann immer mehr lokal organisiert werden : wo gibt es in der Nähe ökologischer landbau, wie kann dieser lokale Landbau so gefördert werden, dass die Produkte lokal verkauft werden können. In manchen Stadtteilen ist es vielleicht sogar möglich eine parallele (Tausch-)währung einzuführen. (All das nur als Beispiel) Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber wir können nicht erwarten, dass von oben wirklich Veränderungen kommen werden. Wir müssen sie selber schaffen!!!

  • von Rolf

    Hallo!

    Ihr wünscht euch E-Autos. Mit E-Autos kann mensch nicht heizen und die Städte werden nicht menschenfreundlicher.
    Die Wasserstofftechnologie ermöglicht fahren, heizen und das Speichern von Energie. Ein durchgängiges Energiekonzept wäre möglich.

    Mit einem freundlichen Gruß von der Küste
    Rolf

  • von Sauer, Fritz

    Das expotentielle Wachstum der Weltbevölkerung
    darf nicht vergessen werden (Entwicklungshilfe, Bildung und medizinische Hilfen sind dringend notwendig, Fluchtgründe reduzieren).
    Den Analysen und Vorschlägen von Campact stimme ich voll zu.

  • von Günter Dittebrand

    Wo sind die synthetischen Treibstoffe? Rufen wir den Klimakrieg aus, dann wären unter Kriegsbedingungen ganz schnell riesige Treibstoffhersteller am Werk. E-Autos sind wegen ihrem Batterie-Elektrosmog genau so gefährlich, wie die Frequenzbeeinflussung durch Windkraftwerke. Die Wirtschaft macht nichts, wegen der Politik. Wie sollen sie besteuert werden? Die Gier treibt alle beteiligten dazu, nichts zu machen. CO2-Steuer und Verbote sollen Anreize sein, redet man sich ein.
    Sehen Sie es mir nach, dass mir eine christliche Kultur vorschwebt. Da sind dann solche Sprichwörter wie: „Erstens kommt es Anders und Zweitens, als man denkt“. Oder: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“. Die Evolution macht das dann mit dem Zufall. Als Rentner betätige ich mich jetzt als YouTube-Student. Gott sei Dank, habe ich da etwas gefunden. Unter dem Suchbegriff: „Standort Berlin | Neutrinos – neue Energiequelle“ wurde ich fündig. Dabei handelt es sich um den Solarwind. Wissenschaft vom Feinsten!

  • von Shana

    Danke für euer Engagement und die Vorschläge. Ich gehe mit.

  • von Uwe Caspary

    Beim Klimaschutz kann ich nur sagen:“Los geht’s!“ Ich kann meinen eigenen Beitrag leisten, ohne auf Regierungsbeschlüsse und Klimapakete warten zu müssen – mit ganz pragmatischen Fragen: welche Heizung ist in meinem Keller, wieviel kWh/m2 verbrauche ich, welches Auto fahre ich und was verbraucht es wirklich, was trägt mein Fahrstil dazu bei, welche Nahrung kaufe ich ein, kann ich mein Fahrrad öfters nutzen, in was investiere ich, wo und wie mache ich meinen Urlaub, wie sieht meine eigene Klimabilanz aus?
    Ideen in der Familie, mit Freunden und Kollegen diskutieren und das umsetzen, was getan werden muss – denn nur die Umsetzung zählt. Warauf also warten? Los geht’s!

  • von Angelika D

    Aktiv werden bei der Bewegung EXTINCTION REBELLION.
    Diese Bewegung hat meiner Meinung nach aktuell die meiste Aussicht auf Erfolg, wenn wir noch etwas retten wollen.

  • von jutta himmelreich

    keine angst vor veränderung!
    – der globale norden muss endlich aufhören,
    sein luxusleben auf kosten des globalen südens zu leben.
    – kapiert endlich: wir müssen GLOBAL GERECHT TEILEN!

    – schließt endlich die weit offene schere zwischen arm & reich!
    – SCHLUSS mit steuerhinterziehung, steuervermeidung, geldwäscherei!
    – rüstungsausgaben endlich auf normalnull runter!

    – nutztierhaltung nur noch in maßen, statt in massen!
    – ÖPNV, statt individualverkehrt!
    – schluss mit kreuzfahrt-tourismus!
    – global gerechte handelspolitik, statt freibeuterei & „freihandelsabkommen“!

    UND ENDLICH MAL EINE WOCHE GENERALSTREIK IM GLOBALEN NORDEN,
    damit die sogenannten staatslenker raffen: WIR bewegen die gesellschaft!

  • von Marianne Jürgens

    Das war ja schon einmal eine ganz umfangreiche Zusammenfassung darüber, was sich alles ändern muss. Zunächst können wir alle nur bei der Meinungsbildung im Familien- und Bekannten/Freundeskreis mitwirken, denn es ist erschreckend, wie wenig die Zusammenhänge gesehen werden. Auch klitzekleine Verhaltensänderungen des Einzelnen bewirken in der Summe schon sehr viel! Auch freiwillig!
    Mich wundert, dass z.B. eine Geschwindigkeitsbegrenzung überhaupt nicht mehr thematisiert wird. Auch, wenn es angeblich nur „wenig“ Einsparung bringt, diese Maßnahme KOSTET NIX ! Geht doch im Ausland auch. Diese Thematik ist beim Klimapaket völlig ignoriert worden.
    Wir müssen „weg“ vom Auto und andere Mobilität fördern.
    Umfangreich auf E-Mobilität zu legen, berücksichtigt nicht den riesigen Ressourcenverbrauch und die spätere Entsorgung der Unmengen an Batterien. Wenn überhaupt E-Autos, warum werden nicht nur KLEINE gebaut und gefordert? Porsche baut einen TAYCAN turbo mit 761 PS, aber mit E-Antrieb.

  • von Ulrich Rosendahl

    Lieber Christoph Bautz,
    ja die SPD muss da raus.
    Vielen Dank für die guten Überlegungen!
    Klingt alles schlüssig.

    Nur frage ich mich bei der Zahl für die CO2-Gigatonnen wer recht hat. Greta sagte zuletzt in NY: 420 Gigatonnen waren es am Anfang 2018 und wir hätten jetzt nur noch 350 Gigatonnen frei (=8,5 Jahre).

    Nochmals Dank und Gruß aus Kölle!
    Ulrich

  • von H. Sömmer

    Ich habe viele Jahre „grün“ gewählt, eine Zeit lang Campact unterstützt. Jetzt nicht mehr. Warum?
    Weil die ganze Thematik in Populismus und Aktionismus abgeglitten ist. 3 Feinde hat das Weltklima, die Bauern, die Autofahrer und die Kohlekraftwerker. Kein Wort von Billigware aus Fernost (Man stöbere mal in den Baumärkten), Pervertierung des Welthandels, Nichtnutzung der Ressource Schienentransport für den Güterfernverkehr usw.. Und das Konsumverhalten der Jugend verdient auch eine kritische Bewertung. Die Wissenschaftler und Vordenker der Aktivisten arbeiten in Trutzburgen auf deren Wegen und Plätzen Armeeparaden abgehalten werden könnten, aber kein Baum und Strauch wachsen kann. Und dann will man uns noch weismachen, dass die Chinesen den Umwellt- und Klimaschutz für sich entdeckt haben. Das Batterieauto ist deren Geschäftsmodell. Bundesweit tätige Kleinunternehmer wie ich, in der Provinz lebend, werden an den Rand des Ruins getrieben werden. Hauptsache das Batterieauto kommt.

  • von Willem Alexander

    tja, da war ja wirklich fast alles dabei(bei den Kommentaren). Ein paar Fakten: Seit ca. 1900 bis jetzt hat sich die Zahl der Bewohner unseres Planeten etwa verdreifacht, der Ressourcenverbrauch aber vervielfacht. Obwohl an sechster oder siebenter Stelle der „Rangliste“ ist Deutschland nur mit rd. 2,3% am Gesamt-CO2- Ausstoß beteiligt. Wir tun aber so, als könnten oder müssten wir die gesamte Welt retten. Ja, Deutschland könnte Vorreiter sein, bei der Entwicklung ganz neuer Technologien. Dazu müssten wir aber unsere auf Shareholder-Value fixierten Konzernvorstände dazu bringen, auf Gewinnmaximierung zu verzichten und die Aktieninhaber dazu, auf Dividenden zu verzichten. Des weiteren stellen die Stadtbewohner sich den Verzicht auf Individualverkehr mal so eben ganz einfach vor. Ihnen sei gesagt, in den Großstädten leben nur gut 30% aller Deutschen, der überwiegende „Rest“ wohnt in Kleinstädten unter 100 000 Einwohnern oder im ländlichen Raum. Wir brauchen unsere Autos, oder wir kommen

  • von Blank Angelica

    Moin, moin

    ich vermisse in fast allen Klimareduktionsbemühungen den Aspekt der Massentierhaltung in der westlichen Welt und China. Für das Viehfutter aus Soja, Weizen etc. werden weltweit Urwälder gerodet und Grünflächen plattgemacht gemacht,
    um Monokulturen mit Milliardenprofiten für einige Großkonzerne zu generieren. Die Gülle der Massentierhaltung ver-
    säucht schleichend das Grundwasser. Das Schlimmste daran ist, daß das allen Verantwortlichen bewußt ist. Aber vor lauter Bedenken ihre bestbezahlten Posten zu verlieren, gibt es keinen Aufschrei, dabei wird das krankmachende Trinkwasser Ursache der nächsten Katastrophe sein.
    Was nutzt uns die reduzierte Erderwärmung wenn wir alles vergiftet haben? Der Kampf ums Überleben hat doch längst begonnen!
    Und wir mit 1-2 % weltweiter Beteiligung an dem Desaster ändern daran so gut wie gar nichts, auch wenn die Politiker uns das weißmachen möchten. Der Aktionismuß gehört zum Politgeschäft. Die wollendoch wieder gewählt werden!!!

  • von w. ludwig

    Ich brauche hier gar nichts weiter mehr zum besten geben – meine verehrten Vorredner und -rednerinnen haben alles prima auf den Punkt gebracht! – Danke!

    Mir bleibt nur noch mitzuteilen, dass ich mit Wirkung ab 1. November meine finanzielle Unterstützung für Campact einstelle. Muss ab sofort für ein Elektroauto und eine Solarheizung sparen.

  • von Bodo

    Lieber Christoph,
    deine Zusammenfassung der Situation ist sehr gelungen, vielen Dank. Erwähnenswert finde ich auch die Aktionen von Extinction Rebellion, die mit Mitteln des friedlichen, zivilen Ungehorsams Unruhe in unsere immer noch nicht ganz aufgewachte Zivilgesellschaft bringen. Je mehr da mitmachen, desto wirksamer scheint mir das zu werden. Für alle Ungeduldigen, wie die Bundeskanzlerin sich so schön ausgedrückt hat, eine Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu mitzugestalten. Die Tatenlosigkeit, nicht nur der Regierenden, sondern vor allem von vielen von uns, ist deprimierend.
    Gruß Bodo

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach dem Studium baute er Attac-Deutschland mit auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Er gründete gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand.