Bayern: Kommunalwahl fürs Klima – eine Bilanz

Die Kommunalwahl in Bayern sollte eine Wahl für das Klima werden - doch dann kam die Corona-Pandemie. Wir haben viele Aktionen geplant, manche durchgeführt, einige absagen müssen. Jetzt ziehen wir Bilanz.

Mehr als tausend Corona-Infizierte, die Grenzen dicht, der Katastrophenfall ausgerufen – und dazwischen ein Wahlergebnis, das zur Randnotiz wurde. Die Corona-Krise hat die Kommunalwahl in Bayern überschattet – und damit auch unsere Klima-Kampagne.

Trotz Verlusten hat die CSU hat die Wahl für sich entschieden. Offensichtlich wünschen sich viele Menschen in einer Krise vor allem Stabilität – und gaben ihre Stimme wie in den Jahren zuvor der CSU.

Corona statt Klima

Die Klimakrise hingegen spielte in den letzten Tagen vor der Wahl keine große Rolle mehr. Das zeigen die Ergebnisse der Grünen. Diese sind bei den Oberbürgermeister-Wahlen – anders als vielfach erwartet – weitgehend leer ausgegangen. Bei den Wahlen zu den Stadt- und Gemeinderäten legten sie hingegen zu.

Eigentlich wollten wir die Kommunalwahl in Bayern mit vielen Aktionen zur Klimawahl machen. Das hat wegen der Corona-Krise nicht geklappt. Dennoch haben wir einiges erreicht:

Unsere Aktionen in Bayern

Wähler*innen-Videos

„Wer den Klimaschutz ignoriert, ist aus meiner Sicht nicht mehr wählbar.“ So wie Mareile aus Ebersberg haben uns mehr als 20 Campact-Unterstützer*innen kurze Videos geschickt, in denen sie zur Klima-Wahl aufrufen. Damit haben wir auf Facebook fast eine Million Menschen erreicht – und sie motiviert, fürs Klima zu stimmen.

Klima-Flashmobs in München, Nürnberg und Augsburg

Bei Infoständen, Podiumsdiskussionen und Presseterminen der Spitzenkandidat*innen forderten Campact-Aktive das Ende des Klima-Stillstands. Insgesamt 26 Aktionen hatten wir geplant. Die ersten liefen auch erfolgreich an. 15 Aktionen sagten die Verantwortlichen vor Ort zum Schutz vor Corona-Infektionen ab.

Türhänger in München, Nürnberg und Augsburg

Für jede der drei Städte haben wir die Klimapläne der Parteien untersucht und auf einem Türhänger zusammengefasst. Viele Campact-Unterstützer*innen wollten sie in ihrer Nachbarschaft aufhängen. Insgesamt haben wir 140.000 Stück verschickt. In Hausfluren und an Haustüren haben sie viel Eindruck gemacht – auch wenn wegen des Coronavirus nicht alle Türhänger verteilt werden konnten.

Mobilisierung zur Klimademo in München

Die Demo von Fridays for Future am Freitag vor der Wahl hätte richtig groß werden können. Aber drei Tage vor Beginn sagten die Schüler*innen die Veranstaltung zum Schutz vor Ansteckungen ab.

Viele gelungene Aktionen, doch auch einige Absagen – das ist natürlich schade. Aber der Schutz unserer Gesundheit steht an erster Stelle. Gerade bestimmt die Corona-Krise unser Leben. Doch sobald es die Lage zulässt, widmen wir uns wieder gemeinsam dem Kampf gegen die Klimakrise.

3 Kommentare

  • von Krautfelder

    Ich stimme Matthias (14.04.2020, 10:25) mit Blick auf die Unverhältismäßigkeit der Maßnahmen ohne belastbare Nachweise über die faktische Gefährlichkeit des C-Virus. Im übrigen sehe ich, daß sich offenbar die meisten Menschen nicht mehr auf ihre eigene Wahrnehmung und Intuition verlassen, sondern sich weitgehend nach den Äußerungen der jeweils zuständigen Experten richten.
    Diese eigene Wahrnehmung (eigene Stadt, örtliches Krankenhaus, privates Umfeld…) dürfte für die meisten Menschen jedoch ein anderes Bild zeigen als das durch die Medien erlebte.
    Auch scheint vergessen zu sein, daß die Grippesaison um diese Zeit, gerade bei diesem warmen, sonnigen Wetter, ganz schnell zu Ende geht. Ich frage mich, warum Herr Drosten an einen erneuten Ausbruch im Frühsommer glaubt, wenn die Leute wieder rausgehen – wohin es uns jetzt natürlich zieht. Ich folge diesem Impuls immer.
    Ich hoffe auf baldige Einsicht bei den Menschen, unabhängig von Expertenmeinungen! Denn auch diese können irren.

  • von Matthias

    Es ist für mich nicht tröstlich zu lesen, dass nicht nur Grundrechte „ausgesetzt“ sind – das ist ja nur ein schönes Wort für auf unbegrenzte Zeit abgeschafft (!) – , sondern auch noch, dass Campact „erst mal“ den Kampf gegen die Klimakrise „aussetzt“, also auf unbegrenzte Zeit abschafft.

    Stattdessen wäre es doch eine Aufgabe sich zu überlegen, wie wirksame Proteste trotzt des Shutdowns vonstatten gehen kann.
    Der Zustand ist unterträglich!
    Zudem fehlen nach wie vor belastbare Zahlen, welche die tatsächlich Gefährlichkeit des Corona-Virus einschätzen lassen. Dies nach über fünf Wochen der faktischen Abschaffung wichtiger Grundrechte!

    Wir sehen gleichzeitig, dass Schweden einen anderen Weg geht und die vorhergesagte Katastrophe ausbleibt. Der Shutdown entbehrt der Verhältnismäßigkeit.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wir haben jetzt andere Sorgen als sich
    um die in Bayern stat gefundenne Kommonalwahl
    zu kümmern,um die Umweltkriese zu bekämpfen
    braut es nicht nur Foderrungen und warme Worte
    sondern auch taten aber von den Demonstranten
    kommen keine brauch baren Vorschläge.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Inken Behrmann

Inken Behrmann studierte Politik- und Sozialwissenschaften. Seit 2015 organisiert sie Proteste für den Kohleausstieg. Bevor Inken im September 2018 zu Campact kam, arbeitete sie für den Grünen-Abgeordneten Georg Kössler (MdA). Hin und wieder schreibt sie Analysen und Meinungsbeiträge zu energie- und bewegungspolitischen Themen.

Veröffentlicht von Gerald Neubauer

Organisierte Protest gegen Castor-Transporte und ist einer der Gründungsstifter der Bewegungsstiftung. Nach dem Studium der Politik, Philosophie und Soziologie promovierte er über Zivilen Ungehorsam in der internationalen Politik. Bevor Gerald Neubauer 2015 zu Campact kam, arbeitete er als Campaigner für Greenpeace zum Thema Kohleausstieg.