Corona: Das Klinikpersonal verdient mehr

Während der Corona-Krise leistet das Klinikpersonal Übermenschliches - bei schlechter Bezahlung und hohem Ansteckungsrisiko. Darum fordern 294.000 Menschen mit Campact einen Krisenzuschlag für die Gesundmacher*innen. Minister Jens Spahn scheut ein klares Bekenntnis - wir kämpfen weiter.

Das hat das Klinikpersonal noch nicht gesehen: Abendlicher Applaus donnert von Balkonen, minutenlange Standing Ovations im Bundestag. Auch Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bedanken sich bei den Krisenhelfer*innen für ihre harte Arbeit während der Corona-Pandemie.

294.000 fordern: mehr Geld fürs Klinikpersonal

Doch bei Lobesworten darf es nicht bleiben. 294.000 Menschen fordern mit unserem Appell: Der Applaus muss sich auch finanziell zeigen – mit einem Gehaltszuschlag. Das zeigt Anerkennung für den Krisenjob. Denn: Trotz der Belastung verdienen Pfleger*innen unterdurschnittlich.

Darum platzieren wir die Unterstützung unübersehbar: In einer ganzseitigen Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). „Was steckt hinter der Maske?“, fragen wir darin. Die Antwort: Urlaubssperren, Personalmangel und Überlastung. Viele Stammwähler*innen von Jens Spahn lesen die Zeitung – und ihre Meinung ist dem Gesundheitsminister wichtig. Wir hoffen, dass auch viele Ärzt*innen und Pfleger*innen die Anzeige sehen und Hunderttausende Menschen hinter sich wissen.

Doppelt gedruckt – doppelte Wirkung

Ein Bonus: Die Anzeige wird gleich zwei Mal geschaltet. Wegen eines technischen Fehlers kann die Zeitung mit unserer Anzeige nicht vollständig ausgeliefert werden. Die FAZ bietet an, sie erneut zu drucken. Gleich an zwei Tagen prangen also 289.585 Unterzeichner*innen mit ihrer Forderung unübersehbar im Politikteil der FAZ. Doppelt gedruckt – doppelte Wirkung.

… und was macht Spahn?

Spahn ignoriert das Klinikpersonal: Nur den Altenpfleger*innen will er einen Zuschlag zahlen. Die Krankenpfleger*innen und Ärzt*innen kommen in seiner Rechnung nicht vor. Ihre 12-Stunden-Schichten, ihr persönliches Risiko im täglichen Kontakt mit Corona-Patient*innen – das ist ihm nur ein „Danke“ wert.

Drei Bundesländer schauen bei dieser Ungerechtigkeit nicht länger zu. Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein planen eine eigene Prämie für die Krankenpfleger*innen in ihrem Bundesland. Selbst Arbeitgeber*innen zahlen vereinzelt aus eigener Tasche drauf. Das ist ein erster Schritt, aber nicht genug. Denn während Tausende Gesundmacher*innen so einen Krisenzuschlag erhalten, gehen Tausende andere leer aus.

Hinzu kommt: Die geplanten Prämien sind nur Einmalzahlungen. Berlin will gerade einmal 1.000 Euro auszahlen, Bayern sogar nur 500 Euro. Die Beträge sind in den Bundesländern unterschiedlich, das Ergebnis ist das gleiche: Der Großteil der Beschäftigten geht leer aus.

Schon vor Corona im Krisenmodus

Das Risiko einer Ansteckung begleitet Ärzt*innen und Pfleger*innen jeden Tag. Elf Prozent aller Corona-Infizierten arbeiten im Gesundheitswesen. Ein einmaliger Krisenzuschlag kann das nicht kompensieren. Denn das Problem sitzt tiefer: Schon vor der Pandemie fehlte es an Personal und fairer Bezahlung.

Das Gesundheitswesen ist schon seit Jahren im Krisenmodus. Kostendruck, Personalmangel und lange Schichten bestimmen den Klinikalltag. Die Gesundmacher*innen verdienen bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gehalt und Personal – unabhängig von der Krise.

Die Probleme im Gesundheitssystem sind groß. Darum bleiben wir langfristig an dem Thema dran. Mach dich jetzt gemeinsam mit uns für die Pflegekräfte stark: Unterzeichne den Appell für einen Gehaltszuschlag.

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Das Ärzte und Schwestern in diesen Tagen
    viel zu tun haben mus man anerkennen,
    auch bezahlen,was man nicht machen darf
    ist das Altenpfleger-Altenpflegerinnen und
    Krankenschwestern gegen einander aus zu
    spielen in den Krankenhäuser und Altenheimen
    herscht Personalmangel in allen Bereichen aber
    nicht erst seit heute soder schon seit Jahren weil
    man der meinug war das gespart werden mus.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Friederike Gravenhorst

Friederike Gravenhorst hat neben ihrem Politik-Studium die Bremer Landespolitik kennengelernt. Mit einer Jugendorganisation hat sie sich gegen Autos und Polizeigesetze eingesetzt und für junge Perspektiven in der Politik gestritten. Seit 2020 unterstützt sie Campact als Junior-Campaignerin.