Kohle – und jetzt?

Viel Kohleausstieg bringt es nicht: Das gerade verabschiedete Kohlegesetz ist schwach. Trotzdem hatten wir nie bessere Chancen auf ein schnelles Aus für die Kohlemeiler - die müssen wir jetzt gemeinsam richtig nutzen. Campact-Vorstand Christoph Bautz schreibt, wie das gehen kann.

Auf dem Gesetz steht Kohleausstieg – aber es ist viel zu wenig drin. Was die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD letzten Freitag im Bundestag beschlossen haben, ist gleich aus mehreren Gründen völlig aus der Zeit gefallen

Verzögert, verzockt, verzweifelt

  1. Verzögert: Bis 2038 sollen Kohlemeiler bei uns weiterlaufen – viel zu spät, um die Erderhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zu halten. Wann andere EU-Länder aussteigen? Frankreich: 2021. Italien, Spanien und Großbritannien: 2025. Die Niederlande: 2030. Später als Deutschland sind nur Polen und Tschechien dran. Das Ausstiegsdatum hat die Kohle-Kommission zu verantworten. Aber die Regierung macht es noch schlimmer und schaltet in den nächsten Jahren kaum Anlagen ab. Dabei ist klar: Wir könnten jetzt die Hälfte der Kohlemeiler abschalten und bis 2030 komplett aus der Kohle aussteigen
  2. Verzockt: Die Kohle-Konzerne bekommen fette Entschädigungszahlungen vom Staat: mehr als vier Milliarden Euro. Wie diese Summe zustande kommt, kann die Bundesregierung selbst nicht erklären. Und gerechtfertigt ist sie nicht: Denn die meisten Anlagen sind am Markt kaum noch etwas wert. Sie fahren Verluste ein. Und sie sind so alt, dass ihre Investitionskosten für die Betreiber längst finanziert sind.
  3. Verzweifelt: Dörfer im Rheinland sollen weiter für Braunkohle abgebaggert und Menschen zwangsweise umgesiedelt werden. Und auch wenn der Hambacher Wald stehen bleibt: Er droht zu vertrocknen, weil um ihn herum weiter Kohle abgebaut wird.

Die Bedingungen, das Ende der Kohle schnell einzuläuten, sind besser denn je

Ein ziemlich wirkungsloses Kohleausstiegsgesetz – haben wir damit den Kampf um einen Ausstieg vor 2030 verloren? Mitnichten. Denn die Bedingungen, das Ende der Kohle schnell einzuläuten, sind besser denn je. Auf dem Energiemarkt ist es derzeit eng für die Kohle. Sie bekommt immer mehr Konkurrenz durch günstigen Wind- und Sonnenstrom – dank des niedrigen Gaspreises auch durch Gaskraftwerke. Gleichzeitig macht der relativ hohe CO2-Preis den Kohlestrom teurer. Im Ergebnis wurde in der ersten Jahreshälfte 36 Prozent weniger Strom aus Braun- und 46 Prozent weniger aus Steinkohle erzeugt – schlicht weil der Kohlestrom am Markt zu teuer ist.

Also regelt der Markt den Ausstieg? Nein. Darauf zu vertrauen, wäre fatal. Denn die schlechte Marktlage für Kohle ist nur eine Momentaufnahme. Gas- und CO2-Preis schwanken heftig. Läuft es schlecht, ist die Kohle demnächst wieder konkurrenzfähig.

Mit diesem Dreischlag bekommen wir die Kohle-Meiler vom Netz

Genau hier können wir ansetzen: Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Bedingungen für Kohle am Markt schlecht bleiben. Dann schaffen wir den Ausstieg deutlich vor 2030. Und das geht so:

  1. Erneuerbare Energien massiv ausbauen: Je mehr Wind- und Solarstrom ins Netz fließen, desto weniger lohnt sich der Betrieb von Kohlemeilern. Denn Erneuerbare Energien genießen einen Vorrang im Netz und drängen den Kohlestrom raus. Um die Kohlemeiler rasch überflüssig zu machen, müssen die Erneuerbaren bis 2030 mindestens 75 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland liefern. Eine Herausforderung – schließlich brauchen wir auch immer mehr Strom für Wärme und Mobilität. Das wird nur möglich, wenn die Regierung die Erneuerbaren konsequent fördert.
  2. Einen CO2-Mindestpreis einführen: Der europäische Emissionshandel, der CO2 einen Preis gibt, wirkt derzeit im Stromsektor. Doch nur mit einer festen Mindesthöhe stellen wir sicher, dass der Preis nicht wieder sinkt. Sondern stufenweise ansteigt. Deutschland muss dieses Instrument gemeinsam mit anderen EU-Ländern einführen. Studien zeigen: Ein Mindestpreis von 40 Euro je Tonne CO2 würde Kohlemeiler so unwirtschaftlich machen, dass sie vom Netz gehen.
  3. Schadstoffe-Grenzwerte für Kohlekraft verschärfen: Quecksilber, Stickoxide, Feinstaub – die EU hat schon 2017 schärfere Auflagen für Emissionen von Kohlekraftwerken beschlossen. Doch die Regierung hat sie bisher nicht in nationales Recht überführt. Ambitionierte Grenzwerte würden vor allem bei der Braunkohle teure Nachrüstungen in Filtertechnik nötig machen. Investitionen, die nicht mehr wirtschaftlich sind – und die Betreiber zur Stilllegung von Kraftwerken zwingen könnten.

Nächstes Jahr sind Bundestagswahlen. Das ist die Chance für einen Kohleausstieg 2030

Seien wir realistisch: Auf die Große Koalition können wir bei all diesen Forderungen nicht setzen. Aber bereits nächstes Jahr sind Bundestagswahlen. Das ist die Chance für einen Kohleausstieg 2030 – wenn die ganze Klimabewegung ihn lautstark einfordert. Wir müssen den Ausstieg zum Top-Thema im Wahlkampf machen; und dann zum Eckpfeiler in den Koalitionsverhandlungen.

Wer einen Kohleausstieg 2030 in Koalitionsverhandlungen durchsetzen muss? Die Grünen. Denn wer auch immer regieren will: Ohne die Grünen wird kaum eine Regierung zu bilden sein. Entsprechend teuer können sie sich beim Klimaschutz verkaufen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock stellte letzten Freitag im Bundestag klar: Ein Ausstieg sei “aus Gründen des Klimaschutzes bis 2030 möglich und nötig”. An diesen Worten werden wir sie messen. Egal, wie hart die Koalitionsverhandlungen werden: Beim 2030-Ziel dürfen die Grünen nicht nachgeben.

Aber auch die anderen Parteien müssen sich bewegen. Die Kohlefreund*innen in CDU/CSU und SPD setzen alles daran, dass der Kohleausstieg 2038 jetzt nicht mehr angefasst wird. Doch immerhin einer hat sich hier schon gerührt. Einer, dem womöglich in einer neuen Regierung eine große Rolle zukommt: Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident (CSU) forderte bereits letztes Jahr eine Beschleunigung des Ausstiegs auf 2030. Den Bremser*innen hingegen müssen wir verdeutlichen: Wer den Klimaschutz nicht ernst nimmt, wird abgewählt.

Gemeinsam können wir die Kohle stoppen

Mit Abgeordneten vor Ort diskutieren, mit Hunderttausenden auf die Straße gehen, friedlich Kohle-Bagger blockieren: Vielfalt ist die Stärke der Klimabewegung. Mit verschiedensten Aktionsformen und breiten Bündnissen haben wir es geschafft, Klimaschutz ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Zur Bundestagswahl 2017 nannten nur neun Prozent Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Problem. Heute ist Klimaschutz das wichtigste Thema für Wähler*innen – noch vor Corona. Diese Zahlen kennen auch die Abgeordneten. Mit der Wahl 2021 müssen wir einfordern, dass diese Mehrheiten zu echtem Klimaschutz führen. Und dort den Fokus legen, wo am schnellsten am meisten CO2 einzusparen ist: bei der Kohle. Ich hoffe, dass Du  dafür gemeinsam mit uns streitest.

Jetzt würde ich gerne von Dir wissen, was Du von unseren Ideen hältst. Diskutiere mit in den Kommentaren oder schau, was andere Campact-Unterstützer*innen dort sagen!

517 Kommentare

  • von Andreas Kortum

    Das größte Problem ist ja der gigantische Energieverbrauch der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Produktion, Transport und Entsorgung verschlingen Unmengen an Energie, das Sparpotenzial wäre enorm!! Leider sehe ich kaum ein Anzeichen dass sich daran in den nächsten Jahren irgend etwas ändern könnte. Natürlich ist es gut so schnell wie möglich auf regenerative Energieerzeugung zu setzen, das allein wird aber lange nicht reichen, die Gesellschaft muss sich grundlegend ändern und hinterfragen. Kreislaufwirtschaft statt ständig neuer Konsum, Weniger ist Mehr, oder auch: Nachhaltigkeit! Na klar, ist ja schon seit Jahren ein Thema, nur muss man sie irgendwann auch ernsthaft praktizieren statt nur darüber zu reden. Und klar ist leider auch, dass die hiesige Wirtschaftslobby (und nicht nur die) kaum Interesse an ECHTER Nachhaltigkeit hat. Alles wie gehabt schönreden und auf die lange Bank….

  • von Annegret Konrath

    Da schließe ich mich meinem Vorkommentator an:
    Gesagt ist bereits alles und die Vorschläge von Campact sind durch die Bank perfekt, um sie genauso in die Gesetze aufzunehmen.
    Ich helfe gerne immer mit und setze die Aktionsvorschläge um!

  • von Jochen Fritzsche

    Ja, es ist hier schon viel gesagt – eigentlich fast alles, was es hierzu zu sagen gibt. Es mangelt wirklich nicht an verdammt guten Alternativen und Vorschlägen – viele sind sie ja auch schon bekannt und es ist tatsächlich beeindruckend, wieviel Sachverstand sich in diesen ganzen Kommentaren offenbart. Warum, wirklich warum vermittelt uns diese Regierung eigentlich so eine grenzenlose Ahnungslosigkeit, mangelnde Fantasie und – man könnte meinen – erschütternde Naivität? Die Politiker vermitteln doch tatsächlich den Eindruck als wüssten sie es nicht besser. Die kläglichen Ergebnisse, über Monate und Jahre ewig dauernde „Gespräche, Verhandlungen, Beschlüsse“ und dann am Ende unfassbar schlechte Gesetze, das alles zeigt uns ganz klar die Grenzen der jetzigen Demokratie auf, vor allem, wenn man immer wieder feststellen muss, dass die Regierenden kaum die Interessen der Öffentlichkeit vertreten, sondern von einigen „mächtigen Konzernen“ und einer Heerschar von Lobbyisten gesteuert werden.

  • von Jenifer W

    Ich finde es gut und bin auch bereit mich für den Kohleausstieg und noch viele mehr der Umwelt bzw. Klimaschutzaktionen einzusetzen! Es ist höchste Eisenbahn, dass sich etwas deutliches Wirkungsvolles tut in unsrer Politik!
    Es sind die letzten Chancen eine Kehrtwende die dringend nötig ist anzugehen und durchzusetzen.
    Meine Unterstützung habt ihr!

  • von Burkard Müller

    @13.07.2020 21:37 VON RÜDIGER BRAND
    „Es ist auffällig, daß in allen Kommentaren die Idee von Wasserstoff fehlt.“ Ja, und es spricht sehr dafür, dass die Diskussionsteilnehmer sich auskennen. Nicht die E-Mobilität ist „eine Brückentechnologie, die kurzsichtig enorme Ressourcen verschlingt, und die trotzdem eine katastrophale Energiebilanz aufweist“, sondern die Wasserstofftechnologie ist es, weil der Großteil der eingesetzten Energie als Umwandlungsverlust verloren geht. Ich habe beruflich u.a. mit der Netzkopplung von Elektrolyseuren zu tun und bin trotzdem dafür, die Wasserstofftechnologie auf das Nötigste zu beschränken (Stahlherstellung). Priorität muss erstmal der Ausbau der regenerativen Energien haben+Sektorkopplung+Energiemanagement. Was dann immer noch gespeichert werden muss, kann von mir aus per Wasserstoff passieren, soweit sind wir aber noch lange nicht. Die angebliche Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist eine Nebelkerze, um ihre Blockadepolitik zu vertuschen.

  • von Dieter Lenzen

    Um nachhaltig u. kostengünstig fossile Brennstoffe einzusparen wird die Solar-Thermie leider vernachlässigt. Bei meiner Immobilie (EFH mit Einl.-Whg.) werden als Wärme-Erzeuger genutzt:
    1. Thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung – von Mai bis Okt. deckt die Anlage den gesamten Bedarf für Heizung und WW.!
    2. Luft-/Wasser-Wärmepumpe: Von Okt. bis Nov. u. Mitte Febr. bis Mitte Mai liefert die Wärmepumpe – soweit bereits durch die Solaranlage erledigt – Wärme für Raumheizg. u. WW.
    3. Gaskessel heizt bei Außentemperaturen unter 3 ° C – faktisch nur Dez., Jan. und tlw. Febr..
    4. Einsatz von Hoch-Effizienzpumpen mit hydraulischen Abgleich.
    Heizkosten im Jahr: ca. 800,00 € für zwei Wohnungen!
    Campact sollte den Austausch von Ur-Alt-Technik hinwirken – a) billiger, b) schneller, c) kurzfristig amortisierbar!
    Die Wärmepumpe erzeugt Wärme unter Ausnutzung der in der Natur vorh. Wärme -mit 1/3 Energie-Einsatz, möglichst mit Öko-Strom!
    Umweltfreundlicher geht’s nicht!

  • von Dieter Lenzen

    Um nachhaltig u. kostengünstig fossiler Brennstoffe einzusparen wird die Solar-Thermie leider vernachlässigt. Bei meiner Immobilie (EFH mit Einl.-Whg.) werden als Wärme-Erzeuger genutzt:
    1. Thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung – von Mai bis Okt. deckt die Anlage den gesamten Bedarf für Heizung und WW.!
    2. Luft-/Wasser-Wärmepumpe: Von Okt. bis Nov. u. Mitte Febr. bis Mitte Mai liefert die Wärmepumpe – soweit bereits durch Wärmepumpe erledigt – Wärme für Raumheizg. u. WW.
    3. Gaskessel heizt bei Außentemperaturen unter 3 ° C – faktisch nur Dez., Jan. und tlw. Febr..
    4. Einsatz von Hoch-Effizienzpumpen mit hydraulischen Abgleich.
    Heizkosten im Jahr: ca. 800,00 € für zwei Wohnungen!
    Campact sollte mir auf die Entsorgung von Ur-Alt-Technik hinwirken – a) billiger, b) schneller, c) kurzfristig amortisierbar!
    Ständiges Vorhalten von Warmwasser mit fossilen Brennstoffen ist kontraproduktiv! Bei uns wird WW ad hoc über einen Wärmetauscher erzeugt!
    Technik für die Zukunft!!

  • von Andrea Fydrich@gmx.de

    Haben die Funktionäre und die Regierung eine Ersatzwelt für sich erstanden, das sie so gnadenlos walten.

  • von Elisabeth

    Solange die Politik von der Wirtschaft gelenkt wird, solange Politiker nicht unabhängig von wirtschaftlicher Machtpolitik machen, solange wird sich nichts wesentliches verändern. Macht, egal ob in Politik oder Wirtschaft oder Wissenschaft oder Kunst erwirbt sich nur wer unbedingt macht will und nicht zu empathisch bis gar nicht berührbar von anderen. Menschen als objekte im eigenen Spiel.
    Solange sich also nichts an der Auswahl der Politiker innerhalb unserer Demokratien ändert, wird sich auch in alledem drängenden Fragen nichts verändern. Demokratie auf viel mehr Köpfe verteilt und auf viele unterschiedlichster Herkunft, Alters und Berufe, und nicht mit Bereicherung verbunden, sondern eher randomisiert ausgewählt und für eine begrenzte Zeit, das könnte eine echtere Demokratie sein als wir sie derzeit erfahren. Ein bisschen Illusion der groben Auswahl fürs Volk, aber eigentlich möchten die Profiteure der globalen Wirtschaft ungestört weiter wachsen, sich bereichern.

  • von S. Kleiß

    Eure Kommentare sind alle super lasst uns endlich anfangen. Viel Druck auf unsere Politiker die leider nicht einmal fertig bringen den Bundestag zu verkleinern, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.

  • von H.-Ullrich Bohla

    Das Einzige was wirklich gegen die weitere Umweltverschmutzung hilft:
    Unbedingt immer wählen gehen (nicht nur im nächsten Jahr zur Bundestagswahl) und die Partei (-en) wählen die einen wirklichen Wandel in der Klimapolitik glaubhaft versprechen.
    Denn es geht nicht nur – wie in diesem Blog – um die Kohle sondern z.B. auch um die Landwirtschaft, den Verkehr etc..
    Ich freue mich über jeden Tag mit Wind und Sonne an dem RWE, der größte Luftverschmutzer in Europa, Miese macht. Leider bekommt er die Verluste von der Regierung, also von CDU/CSU und SPD) teilweise abgefedert.
    Deshalb: siehe oben.

  • von Schmidt-Müller Helga

    Bis jetzt bei extnction rebellion demonstriert. Hat für die Kohle nicht geholfen. also einen Zahn höher schalten und sich bei Ende Gelände zusätzlich orgaisieren. Das hatte ich bisher vermieden, weil EG als linksradikal eingestuft wurde. Aber nun sehe ich, dass es wohl keinen anderen Weg gibt. Dann besetzen wir eben die Bagger, die Zufahrtswege und was es sonst noch alles zu blockieren gibt. Und wählen werden wir natürlich auch entsprechend. Und noch etwas: Ich werde in Zukunft die Büros der Bundestagsabgeordnete aufsuchen und dann sollen sie mal von Gesicht zu Gesicht erklären, wie sie mit diesem Kohlegesetz die unterschriebenen 1,5 Grad erreichen wollen.

  • von Schurna, H.-Peter

    Ich finde eure Sache gut. Nehmt zu den Grünen die Linken hinzu.
    Die könnten in den östl. Bundesländern einiges bewirken.
    Du hast recht-Druck-Druck- ohne Ende!!

    M.f.G.
    H.-Peter

  • von Dagmar

    koheaustieg sofort beginnen, erneuerbare Enrgiequelen schneller ausbauen. Druck auf Politk geben.

  • von Rainer Ahrens

    Für Umstrukturierung der Kohlebergbauregionen muß natürlich Geld fliessen, aber es muß in die richtigen Maßnahmen gesteckt werden.
    Nach meiner Meinung zuerst in
    – die Schaffung alternativer Arbeitsplätze, die auch vergleichbar gut bezahlt werden, das braucht langen Vorlauf und muß sofort angegangen werden,
    – die Qualifizierung der bis dato im Bergbau Beschäftigten in Auffanggesellschaften
    – ein Konzept zur Renaturisierung der Regionen, was noch Jahre andauern und ebenfalls Beschäftigte des Bergbaus binden wird.
    – Rückbau alter Kraftwerke
    – Einbindung der verbleibenden Umspannwerke und Stromleitungen in ein modern gesteuertes Stromnetz, das alle Arten Strom (Kohlestrom bis
    2030) aufnimmt und die Netzstabilität garantiert,
    – eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung abzuschaltender Kohlekraftwerke, um deren wahren Restwert zu kennen und angemessen zu
    entschädigen, Betreibern von verlustbehafteten Anlagen dürfen keine Entschädigungen erhalten.

  • von Udo K Bauer

    Liebe MitstreiterInnen,

    leider reicht es nicht aus, bis zu den nächsten Bundestagswahlen zu warten. Jetzt müssen wir dafür kämpfen, dass Steinmeier das Gesetz wegen Verstoßes gegen das Pariser Klimaabkommen erst gar nicht unterschreibt. So erst wird die derzeitige Regierung zum Einlenken gezwungen. Laßt uns an allen Freitagen, an allen Orten, von Aachen über Bremen, Chemnitz, …, Hameln, Hildesheim, …, Zwickau Menschenketten mit den FFF an Seilen bilden, umzingeln wir am Freitag schon das Regierungsviertel, die Kohlekraftwerke. Datteln IV für 7 Jahre ans Netz und sofort die größten Braunkohlekraftwerke vom Netz bei vollem Lohnausgleich für alle Mitarbeiter. Umstrukturierung der Landschaft zum Wassermanagment bei Trockenperioden. Nur so erhöhen wir den Druck auf wirtschaft und Regierung.

  • von Gunnar Harms

    Der Generationenkonflikt um die „richtigen“ Energieträger der Zukunft ist seit „Fridays for future“ klar zugunsten der EE entschieden. Die Politik läßt sich jedoch immer noch von den Bremsern instrumentalisieren. Warum ? Weil es den politischen Akteuren mehrheitlich um den Sessel und nicht um die Sache geht. Sie lieben und hören nur auf ihre Großunternehmen, über Parteigrenzen hinweg.
    Momentan eskaliert gerade ein Lobbykrieg um den möglichst langen Fortbestand der fossilen Industrie, der mit allen erdenklichen Mitteln geführt wird – und in dem auch nicht vor mafiösen Mitteln und Methoden zurückgeschreckt wird. Siehe zum Beispiel die Instrumentalisierung der Bundesnetzagentur als Werkzeug der Kohleverstromer.
    Die politische Wende 1989 befreite uns von einer politischen Diktatur. Die Energiewende hat das Potenzial, uns von der Diktatur markt- und politikbeherrschender Dinosaurier zu befreien. Das gelingt nur, wenn wir die Bremser identifizieren und ihrerseits ausbremsen.

  • von Xenia Müller

    Es ist nicht zu fassen, da unsere Nachbarländer Frankreich sowie die Niederländer eher den Kohlesusstieg hinkriegen nur die Deutsche Regierung nicht, die mal wieder ihre Lobbyistenfreunde, in denen man gerne auch in den Aufsichtsräten sitzt und sich bezahlen lässt, mal wieder mit Milliarden von Steuergeldern zufriedenstellt. Das sind Vorgehehensweisen wie in einer Bananenrepublic und eine koruppte Bedienung aus den Steuereinahmen des deutschen St
    euerzahlers. Es ist ein Skandal.

  • von V. Iserhardt

    Die Behinderung und Einschränkung von PV-Strom muss schnellst möglich beendet werden.
    Die Zerstörung der Umwelt durch den Tagebau mit allen Folgen für die Betroffenen Dörfer und Bewohner muss ebenfalls so schnell wie möglich gestoppt werden.

    Kohleausstieg verzögern und bremsen und vorher noch ganze Dörfer und Landschaften wegbaggern man kann es kaum glauben.

    Nicht genug damit, sondern dafür sollen die Kohlekonzerne auch noch fette Entschädigungszahlungen vom Staat erhalten.

    Ich hoffe das eine zukünftige Regierung das noch ändern kann und will, damit diese Gelder für eine sinnvolle und nachhaltige Wende in der Energieerzeugung genutzt werden können.

  • von Wolfgang Kirstein

    Es laufen die ersten Einspeisevergütungen nach 20 Jahren aus. Alle Netzbetreiber, besonders die Bundesnetzagentur, versuchen schon jetzt diesen PV-Strom von den Hauseigentümern zu kassieren und zugunsten des Kohlestroms „umzuwerten“. Hier muß gegengesteuert werden. Selbstverbrauch zur Entlastung von Bezug von Fremdstrom muß das Ziel sein. Außerdem brauchen wir Stromspeicher, die den Überschuß an PV-Strom im Sommer in den Winter retten, wenn die PV-Stromproduktion zu gering ist.

  • Wichtig für die CO2-Abgabe: nicht Endprodukte besteuern nach ihrem Ausstoß von Klimagasen, sondern deren Herkunft: den Abbau fossiler (Betonung: fossiler) Substanzen, deren Verwendung dann Klimagase freisetzen. Nur diese ruinieren das Klima-Gleichgewicht, da diese Klimagase zuvor Millionen Jahre lang chemisch gebunden und dem Kreislauf entzogen waren. Dazu gehören nicht nur Kohle, Erdöl und Erdgas. Demgegenüber muss die Freisetzung von Klimagasen innerhalb biologischer Kreisläufe, in denen nur ebenso viel Klimagase freigesetzt werden, wie zuvor gebunden worden sind, abgabefrei bleiben: Bio-Energien sind nicht verantwortlich für den menschengemachten Klimawandel!
    Dieser Hinweis ist ja nicht neu (und nicht von mir erfunden), aber er wird oft vergessen.
    Irmhild

  • von Döring

    Dem Beitrag von Herrn Vollmeyer kann ich nur zustimmen. Auf vielen Dächern ist Platz für Solarzellen. Eine stärkere Förderung solcher Anlagen und ein echter Wille zum Ausbau von erneuerbaren Energien ermöglicht einen schnellen Ausstieg aus der Kohleenergie. Ich bin auch entsetzt über die fehlende Umsetzung der EU- Grenzwerte für diese Anlagen. Dann hätten sich die Verhandlungen über den Ausstieg anscheinend von selbst erledigt. Bis jetzt sehe ich auch nicht den Willen zur Verkehrswende. Bei konsequenter Durchführung kann viel Energie eingespart werden. Die meisten Wege mit dem Auto sollen nur Kurzstrecken sein. Dafür ist der öffentliche Nahverkehr oder das Fahrzeug die bessere Lösung. Fahrradfahrern in deutschen Städten ist aber immer noch keine Freude.
    Holger Döring

  • von Rüdiger Brand

    Es ist auffällig, daß in allen Kommentaren die Idee von Wasserstoff fehlt. Es kann für Neubauten sowie öffentliche Gebäude verpflichtend vorgeschrieben werden, über PhotoVoltaik/Elektrolyseure Wasserstoff zu generieren und diesen für Heizung, Kühlung, dezentrale Wasserstoff-Tankstellen sowie zur Beimischung im Küchenbereich in den sonnenintensiven Monaten zu sammeln .
    In gleicher Weise lässt sich aus derzeit oft überschüssigem Windkraftstrom Wasserstoff darstellen.
    Demgegenüber ist die reine E-Mobilität eine Brückentechnologie, die kurzsichtig enorme Ressourcen verschlingt, und die trotzdem eine katastrophale Energiebilanz aufweist.
    Dr.Rüdiger Brand, Berlin

  • von Cora Böhling

    Ich sehe es wie Herr Schmidt-Burger. Selbst ein Ausstieg 2030 ist noch viel zu lange hin. Der Ausstieg muss und kann bereit viel früher geschehen. Alles nach 2023 ist unverantwortlich. Da sollen die Klimaschützer in der Politik doch mal zeigen wie ernst es ihnen damit ist. Die Wahlen im nächsten Jahr müssen es entscheiden und denen, die der Wirtschaft immer noch die Hand vor den Allerwertesten halten, ohne die Interessen der Bevölkerung zu achten, die Rote Karte zeigen.

  • von Böse

    Genau die richtige Mischung!
    Das muss nur noch den Wählern überzeugend vermittelt werden.

  • Noch mehr Druck auf die Kohle mit Gezeitenturbinen. Gezeiten sind 24/7 entlang der Küste verfügbar. Das Thema Speicher und Grundlast kann effektiv gelöst werden. Was fehlt ist eine innovative Turbine, die neben anderen Firmen auch entwickeln. Lösungen die experimentell belegt sind und die 1.000 Mal höhere Leistungsdichte als Windströmungen auschöpfen. Ohne Dammbauten sondern mit Turbinen unter Wasser. Es sind nur ca. 2 Jahre nötig, erste Anlagen zu testen, ca. 5 Jahre um sie in Masse auszuliefern. Ja, das ist ambitioniert und geht nicht ohne Förderung. Der Zugang zu Förderung ist aber inzwischen ein Skandal für Investigativjournalisten. Den da sitzt die Lobby drauf. Jemand Interesse mehr zu erfahren? Bitte helft, das Thema bekannter zu machen. Wir müssen und auf die Lösung konzentrieren, sonst kommt die zu spät. Die Zeit ist eh schon knapp für das Klimaziel 2030. Ein Filmemacher zur Energiewende ist an Bord. Uns fehlen kluge Leute, die Druck auf die Politik machen und Fragen stellen.

  • von Martin Kämpf

    Die Umweltbewegung hat dazu beigetragen die Abwrackprämie zu verhindern, aber ich habe aus der Diskussion den Eindruck mitgenommen, dass es ganz viele unterschiedliche Lager gab, die dagegen waren. Die SPD hat sich mit kernigen Aussagen von Scholz überraschend klar positioniert, Wirtschaftsfachleute haben das Vorhaben als nicht nachhaltig kritisiert und ich glaube letztlich gab es auch aus den Reihen der Industrie Zweifel, weil bei der letzten Abwrackaktion nach der Kaufeuphorie kaum etwas verkauft werden konnte, denn Kaufentscheidungen wurden zwar vorgezogen, um den Vorteil zu nutzen, aber es wurden nicht so viele zusätzliche Neukäufe generiert, wie notwendig gewesen wären. Und dann war natürlich auch eine allgemeine Stimmungslage, in der nach den Skandalen um die Abgase etc. kaum noch jemand aus vollem Herzen die Autonidustrie verteidigen mochte. Die Schwäche der Pro Kampagne erkannt und genutzt zu haben ist und bleibt aber ein Verdienst. Dafür vielen Dank.

  • von Karbowski, Rüdiger

    Vieles, was Campact zum früheren Kohleausstieg beiträgt, ist nachvollziehbar und wäre auch begrüßenswert, wenn es denn Beachtung fände. Auf Wahlen zu hoffen und darauf, dass sich Politiker dann auf einen Ausstieg vor 2038 festlegen lassen, dürfte jedoch illusorisch sein, Absichtserklärung ja, Durchsetzung ohne Einverständnis von RWE nein. Der Kohle-Gigant hat das Heft des Handelns in seiner Hand, die Politik nickt dazu. Die jetzigen Vereinbarungen weichen eklatant von den Vorschlägen der Kohlekommission ab, dahingehend, dass die Abschaltungen der Meiler nicht mehr linear erfolgen, sondern in Zick-Zack-Sprüngen vorgenommen werden, die wiederum mehr CO2 produzieren, als in der vorgesehenen Version. Und zwar bis 2038. Danke RWE, ihr habt verstanden.

  • von Werner Schmid-Burger

    Nur Herr Söder CSU fordert nun den Kohleausstieg bis 2030. Aber das heißt auch, dass unser Planet und so die ganze Schöpfung Gottes weitere 10 Jahre auch diese Luft,Erde,Wasserschädigende Emmissionen verkraften muss.
    Daher:
    Der Ausstieg muss zur Bundestagswahl 2021 endlich erfolgen. Wer gewählt werden will, muss das mitmachen. Unsere Welt kann nicht mehr warten auf 2030 oder gar 2038. Da dürfen wir Klimaschützer nie mehr mitmachen.
    Und:
    Das ist unsre CHANCE. Herr Bautz und der Campaktvorstand hat natürlich genauer recherchiert und auch recht bis auf das, dass 2030 für unser Klima zu spät ist.
    So:
    Wir müssen auf 2021 pochen, denn da ist die nächste Wahl.
    Daher können wir diesen Druck machbar machen.
    Lasst uns gemeinsam darauf einstimmen und nix anderes.
    Danke und LG
    Fam. W.Schmid-Burger, 75443 Ötisheim, Mörikeweg 25.

  • von Manuel Stratmann

    Die Analyse, dass der Zubau Erneuerbarer Eneregieerzeuger der wichtigste Hebel ist, ist zutreffend.
    Ohne gravierende Änderungen werden in den kommenden Jahren nur sehr geringe Kapazitäten an Photovoltaikanlagen und Windenergieanlagen ans Netz gehen.

    In den Überprüfungsterminen des Kohleausstiegsgesetzes ist eine Anpassung möglich – aber in beide Richtungen!
    Sollte sich der absehbar marginale Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung fortsetzen, werden sicher wieder Forderungen nach längeren Laufzeiten der verbleibenden Kohlekraftwerke gestellt werden (Strompreis, Abhängigkeit von Gas, Stromimporte).
    Vor diesem Hintergrund ist auch die Planung des Tagebaus Garzweiler zu sehen, da der geplante Ausstiegspfad noch maximal 630 Millionen Tonnen Braunkohle aus Hambach und Garzweiler brauchen würde, aber mit der kompletten Auskohlung von Garzweiler mindestens 878 Millionen Tonnen, wahrscheinlich über 1.000 Millionen Tonnen zur Förderung freigegeben werden. [DIW Studie]

  • von Vollmeyer

    Wir haben vor 2 Jahren eine kleine PV-Anlage installiert (6 Felder à 260W mit einem Inverter – Growatt). Ich habe alles selber montiert und in Betrieb genommen. Seitdem läuft das Teil und hat locker 2.3Mwh (also 2300 Kwh) erzeugt, und zwar sommers wie winters – da nur weniger. Seitdem habe ich die Anlage nicht mehr angefasst und freue mich jeden Tag, wenn wieder mal 10Kwh produziert wurden. Zusammen mit energiesparenden Haushaltsgeräten/Beleuchtung hat sich unser Verbrauch nunmehr halbiert. Die Komponenten stammen aus China, leider. Die Chinesen bieten auch perfekten Service: Smartphone-App, wieviel Energie täglich, wöchentlich, monatlich oder überhaupt produziert wurde.
    Wenn alle Eigenheime und Mietshäuser in der BRD solche Anlagen hätten wäre die Energiebilanz einen großen Schritt weiter. Warum wird das nicht von unserer Kanzlerin und Physik Doktorin, Dr. Angela Merkel, zur Kenntnis genommen und verpflichtend umgesetzt, ohne großes Trara… Das wäre Zukunft 2.0.

  • von Dieter Köhler

    Warum wird nicht mehr darauf hingewiesen, dass Braunkohle eine negative Energiebilanz hat, heißt für 1kWh Braunkohle Strom braucht man mindestens 1,1kWh Energie. Der mehr Verbrauch ergibt sich z. B. aus dem Neubau der Häuser und Infrastruktur für die umgesiedelten Menschen.

  • von Friedrich Vieth

    Hallo sgDuH von Campact, sgHerr Bautz..
    Ich stimme Ihnen zu.
    Darüber hinaus braucht die Klimabewegung eine EIGENE PARTEI , z.B. Zukunft Deutschland… mit all unseren Campact-Inhalten, auf dem Boden des Grundgesetzes. Das gibt unserer Bewegung eine Stimme im Parlament, die sonst runtergespielt und meist von der Presse totgeschwiegen wird.
    Auch verbessern sich die finanziellen Mittel.. Bürgerbewegung Campact muß natürlich weitergeführt werden.. FG Friedrich Vieth Arzt iR.

  • von Ingrid Tiedtke-Strandt

    Ja, die Position zum Kohleausstieg finde ich richtig, aber die große Hoffnung auf die Grünen teile ich nicht. Bei der Schweinemast haben sie im Bundesrat komplett versagt, auch wenn Campact das uns als Erfolg verkaufen wollte und für mich damit einen Teil der Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Sagt Bescheid, wenn Ihr Euch als verlängerten Arm der Grünen verstehen wollt.

  • von Elke Decker

    Die Speicherung des Stroms aus erneuerbarer Energie muss optimiert werden. – Sorge mich auch, wohin mit all den ausgedienten Batterien für Elektroantriebe, oder woher all die Rohstoffe dafür kommen sollen. – Warum wird nicht bei allen Neubauten von Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben, dass sie Strom durch Solaranlagen bzw Photovoltaik selbst erzeugen müssen? Auch Wärmepumpen sollten verpflichtend sein. Natürlich muss auch die Steuerpolitik dazu dringend überarbeitet werden.

  • von Elisabeth

    Die Sorge um die Umwelt hat jetzt Priorität.Der Ausstieg aus der Kohle vor 2030 ist deshalb dringend erforderlich.
    Wir sollten dabei nicht bei den Schlusslichtern sein.Ich stimme Ihnen in allen Forderungen zu.

  • Ich bin wie viele der Interessierten auch dafür, die Kohlekraftwerke abzuschalten.
    Die Umwelt wird es uns danken,und unsere nNachkommen auch

  • von Gert Samuel

    Sehr gut, dass Campact den forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) an die vorderste Stelle rückt. Das geschieht in der politischen Debatte um die Klimapolitik allerdings noch zu selten.
    Behindert wird dies auch durch das Argument, der Emissionshandel sei das wichtigste Instrument gegen die Klimaverschmutzung. Diesen Irrglauben verbreitet nicht nur die Bundesregierung. Diese Ideologie wird immer noch von vielen in den fortschrittlichen Oppositionsparteien und den Gewerkschaften sowie sogar von NGOs mitgetragen. Wäre der EE-Ausbau nach 2012 in gleichem Maße wie im Zeitraum zwischen 2000 und 2012 erfolgt, wäre der EE-Anteil an der Nettostromerzeugung in Deutschland deutlich höher als heute. Entsprechend spürbar geringer wäre der Anteil der schmutzigen Energien. Diese Chance wurde von den Bundesregierungen zugunsten der Interessen der großen Energiekonzerne leichtfertig vertan. 100% EE – so schnell wie möglich, das ist die beste Energie- und Klimapolitik.

  • von Heidrun Scholz-Muramatsu

    Wie hier ausführlich von campact begründet, müssen Kohlekraftwerke bis spätestens 2030 abgeschafft sein. Die Bundesregierung fordert von der Autoindustrie die Produktion von E-Autos, die wir kaufen sollen. Nur, dazu wo die dafür notwendige elektrische Energie herkommen soll, höre ich von den Politikern wenig. D.h. die erneuerbaren Energien müssen massiv gefördert und ausgebaut, Elektrospeicherung entwickelt und gefördert werden. Als einzige, ökologisch akzeptable fossile Übergangskraftwerke bieten sich die Gasturbinen an, auf keinen Fall aber Kohlekraftwerke!

  • von Ralf Kruse

    Verzögert, Verzockt, Verzweifelt, sehr gut pointierte Ausführungen. Und die Kommentare dazu: ermutigend!

  • von Christian Stichel

    Wenn fossile Energie nicht mehr subventioniert würde, würden auch die weltweiten Treibhausgasemissionen schlagartig sinken. Das freiwerdende Geld stünde dann mit für solarthermische Kraftwerke zur Verfügung.
    Leider scheinen zur Zeit die Chancen für politisches Zusammenwirken auf ökologischem Gebiet so schlecht wie nie zu sein. Typisch deutsch ist das Argument, sich durch Solarimporte aus der Wüste von instabilen Staaten abhängig zu machen. Hinzu kommen die oft ungünstigen Einstufungen von Entwicklungsländern durch amerikanische Ratingagenturen, die viele Investoren abschrecken. Doch der Ernst der zunehmenden Erderwärmung gebietet die weltweite Zusammenarbeit über alle politischen Grenzen hinweg. Das Reservoir an Sonnenenergie ist unerschöpflich. Aber mit seiner umfassenden Nutzung muss begonnen werden – wenn nicht jetzt, wann dann?

  • von Oliver

    Ich persönlich sympathisiere mit Ihren Vorschlägen. Aber ich denke, dass die Umsetzung derart progressiver Forderungen zuvor eine breite gesellschaftliche Unterstützung bedürfte, die ich selbst noch nicht sehe. Bislang schlafen viel zu viele Bürger in Bezug auf ihre eigene Mitverantwortung. Zu viele Hausdächer haben noch immer keine Photovoltaik, zu viele Menschen lassen sich zu energieintensiver Mobilität verlocken, zu wenig wird auf kurze Pendelwege und nahe Ferienort geachtet, zu wenig auf kurze Transportketten, regionale Lebensmittel und nachhaltigen Ursprung. Das engt den Handlungsspielraum der Energiewende stark ein. Menschen malen ein rosa Zukunftsbild, in dem Fossil 1:1 durch Erneuerbare ersetzt wird und ignorieren dabei, dass dies nur mit Effizienzsteigerung UND Änderung des eigenen Lebensstils möglich wäre.
    Ich rate deshalb, die konsequente Umsetzung der Kohlekommission einzufordern. Für weitere Forderungen bedarf es entsprechender Wahlergebnisse mithilfe von FFF & Co.

  • von Christian Stichel

    1. H.Lesch beschreibt in „Wenn nicht jetzt, wann dann“ einen in Marokko üblichen Kraftwerkstyp: Solar erhitztes Öl erzeugt über einen Wärmetauscher Wasserdampf für Turbinen sowie für Speichergefäße zur Pufferung von Nacht- und fehlende Sonnenstunden. Anders als bei Fotovoltaik steht die Energie regelbar zur Verfügung.Der Stromimport aus Marokko wäre z.B. für unsere europäischen Quellen eine gute Ergänzung, weil sie Lücken füllt, ohne selbst Schwankungen zu produzieren. Die erforderlichen Stromfernleitungen würden Mehrkosten erzeugen. Aber rein technische Hindernisse gibt es kaum. Erforderlich ist ein kluges Ressourcenmanagement.

    Mit der Finanzierung einer so großen Solaranlage wäre ein einzelnes Entwicklungsland natürlich überfordert. Aber die Kosten sind nicht wesentlich höher als die für ein konventionelles Kraftwerk mit vergleichbarer Leistung und könnten durchaus aufgebracht werden, wenn endlich aufgehört würde,weltweit fossile Energien zu subventionieren. … Es folgt Teil 2

  • von Rupert Finsterwalder

    meine Meinung ist: Solange bei Energiekonzernen Politiker in Aufsichtsgremien oder Vorstandschaften tätig sind, wird es schwierig sein, zu vernünftigen,preiswerten und nachhaltigen Lösungen beim Kohleausstieg zu kommen. Daher ist eine Mitsprache der Grünen im neuen
    Bundeskabinett wichtig.

  • von Johannes Hippold

    was hat der Kohle Ausstieg bei uns für einen Vorteil, wenn gleichzeitig in China und Indien 600 neue geplant
    bzw. in Bau sind, bei bereits 3000 welche in Betrieb sind.

  • von Heidegger

    Hört sich vernünftig an, denn mit netten Worten ist noch kein Politiker geschweige Industriezweig zum handeln gebracht worden.

  • von Andreas Nöhles

    Ganz richtig, Anett: Es gibt keine Ausreden mehr für den Wechsel zu Ökostrom. Auch die Wahl des Stromanbieters ist eine Wahlentscheidung. Und es geht so einfach. Wer sich hier bei der Auswahl noch schwertut, dem empfehle ich, sich bei „utopia.de“ schlau zu machen. Also, hört Euch um in Eurem Bekanntenkreis und seht zu, dass Ihr die Unentschlossenen, die Trägen, die Aufschieber und Keine -Zeit-Haber hinter ihren Öfen hervorlockt. Wenn am Ende niemand mehr für schmutzigen Strom bezahlt, erledigt sich das Problem noch schneller.

  • von Anett Rohde

    Ich habe meinen Stromvertrag endlich auf Öko-Strom umgestellt. Das hätte ich schon viel eher tun müssen! Mit der üblichen „Ausrede“ – Zeitmangel – habe ich es ewig hinausgezögert. Das war nicht ok! Anlass für den Wechsel war die Suche eines nachhaltigen Stromanbieters für die 1. Wohnung meines Sohnes. Sehr postiv beeindruckt hat mich mein Sohn, der – trotz des kleinen Budgets – in dieser Hinsicht ein sehr klimafreundliches Bewusstsein hat. Das hat mich zusätzlich motiviert.
    Mein Eindruck ist: vielen scheint es egal zu sein, von wem bzw. woher sie ihren Strom beziehen. Vorrangig soll er günstig sein. Traditionelle regionale Anbieter werden ohne Grund, wie Umzug, kaum gewechselt. Ein Anbieterwechsel erscheint durch den Wust an Stromtarifen zudem unattraktiv. Man braucht schon Lust bzw. Verständnis für einen Durchblick. Der Tarifdschungel der Stromanbieter sollte m.E. unbedingt durch den Gesetzgeber eingeschränkt werden.

  • von Andreas Notroff, Plauen

    Ich vergaß: In diesem System ändern Wahlen nichts. Denn wenn sie was ändern könnten, wären sie schon längst verboten, oder wie in Thüringen: Es wird so lange gewählt, bis das Ergebnis passt. Auch siehe Frau/ Mann Chile: Alliente und seine Mitkämpfer dachten: Wir haben die Wahlen gewonnen. Was danach kam, wird doch jeder noch wissen.
    Andreas Notroff, Plauen

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Er gründete 2002 gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand. Zudem ist er Mitglied des Aufsichtsrats von WeMove, der europaweiten Schwesterorganisation von Campact, sowie der Bürgerbewegung Finanzwende.