Kohle – und jetzt?

Viel Kohleausstieg bringt es nicht: Das gerade verabschiedete Kohlegesetz ist schwach. Trotzdem hatten wir nie bessere Chancen auf ein schnelles Aus für die Kohlemeiler - die müssen wir jetzt gemeinsam richtig nutzen. Campact-Vorstand Christoph Bautz schreibt, wie das gehen kann.

Auf dem Gesetz steht Kohleausstieg – aber es ist viel zu wenig drin. Was die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD letzten Freitag im Bundestag beschlossen haben, ist gleich aus mehreren Gründen völlig aus der Zeit gefallen

Verzögert, verzockt, verzweifelt

  1. Verzögert: Bis 2038 sollen Kohlemeiler bei uns weiterlaufen – viel zu spät, um die Erderhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zu halten. Wann andere EU-Länder aussteigen? Frankreich: 2021. Italien, Spanien und Großbritannien: 2025. Die Niederlande: 2030. Später als Deutschland sind nur Polen und Tschechien dran. Das Ausstiegsdatum hat die Kohle-Kommission zu verantworten. Aber die Regierung macht es noch schlimmer und schaltet in den nächsten Jahren kaum Anlagen ab. Dabei ist klar: Wir könnten jetzt die Hälfte der Kohlemeiler abschalten und bis 2030 komplett aus der Kohle aussteigen
  2. Verzockt: Die Kohle-Konzerne bekommen fette Entschädigungszahlungen vom Staat: mehr als vier Milliarden Euro. Wie diese Summe zustande kommt, kann die Bundesregierung selbst nicht erklären. Und gerechtfertigt ist sie nicht: Denn die meisten Anlagen sind am Markt kaum noch etwas wert. Sie fahren Verluste ein. Und sie sind so alt, dass ihre Investitionskosten für die Betreiber längst finanziert sind.
  3. Verzweifelt: Dörfer im Rheinland sollen weiter für Braunkohle abgebaggert und Menschen zwangsweise umgesiedelt werden. Und auch wenn der Hambacher Wald stehen bleibt: Er droht zu vertrocknen, weil um ihn herum weiter Kohle abgebaut wird.

Die Bedingungen, das Ende der Kohle schnell einzuläuten, sind besser denn je

Ein ziemlich wirkungsloses Kohleausstiegsgesetz – haben wir damit den Kampf um einen Ausstieg vor 2030 verloren? Mitnichten. Denn die Bedingungen, das Ende der Kohle schnell einzuläuten, sind besser denn je. Auf dem Energiemarkt ist es derzeit eng für die Kohle. Sie bekommt immer mehr Konkurrenz durch günstigen Wind- und Sonnenstrom – dank des niedrigen Gaspreises auch durch Gaskraftwerke. Gleichzeitig macht der relativ hohe CO2-Preis den Kohlestrom teurer. Im Ergebnis wurde in der ersten Jahreshälfte 36 Prozent weniger Strom aus Braun- und 46 Prozent weniger aus Steinkohle erzeugt – schlicht weil der Kohlestrom am Markt zu teuer ist.

Also regelt der Markt den Ausstieg? Nein. Darauf zu vertrauen, wäre fatal. Denn die schlechte Marktlage für Kohle ist nur eine Momentaufnahme. Gas- und CO2-Preis schwanken heftig. Läuft es schlecht, ist die Kohle demnächst wieder konkurrenzfähig.

Mit diesem Dreischlag bekommen wir die Kohle-Meiler vom Netz

Genau hier können wir ansetzen: Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Bedingungen für Kohle am Markt schlecht bleiben. Dann schaffen wir den Ausstieg deutlich vor 2030. Und das geht so:

  1. Erneuerbare Energien massiv ausbauen: Je mehr Wind- und Solarstrom ins Netz fließen, desto weniger lohnt sich der Betrieb von Kohlemeilern. Denn Erneuerbare Energien genießen einen Vorrang im Netz und drängen den Kohlestrom raus. Um die Kohlemeiler rasch überflüssig zu machen, müssen die Erneuerbaren bis 2030 mindestens 75 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland liefern. Eine Herausforderung – schließlich brauchen wir auch immer mehr Strom für Wärme und Mobilität. Das wird nur möglich, wenn die Regierung die Erneuerbaren konsequent fördert.
  2. Einen CO2-Mindestpreis einführen: Der europäische Emissionshandel, der CO2 einen Preis gibt, wirkt derzeit im Stromsektor. Doch nur mit einer festen Mindesthöhe stellen wir sicher, dass der Preis nicht wieder sinkt. Sondern stufenweise ansteigt. Deutschland muss dieses Instrument gemeinsam mit anderen EU-Ländern einführen. Studien zeigen: Ein Mindestpreis von 40 Euro je Tonne CO2 würde Kohlemeiler so unwirtschaftlich machen, dass sie vom Netz gehen.
  3. Schadstoffe-Grenzwerte für Kohlekraft verschärfen: Quecksilber, Stickoxide, Feinstaub – die EU hat schon 2017 schärfere Auflagen für Emissionen von Kohlekraftwerken beschlossen. Doch die Regierung hat sie bisher nicht in nationales Recht überführt. Ambitionierte Grenzwerte würden vor allem bei der Braunkohle teure Nachrüstungen in Filtertechnik nötig machen. Investitionen, die nicht mehr wirtschaftlich sind – und die Betreiber zur Stilllegung von Kraftwerken zwingen könnten.

Nächstes Jahr sind Bundestagswahlen. Das ist die Chance für einen Kohleausstieg 2030

Seien wir realistisch: Auf die Große Koalition können wir bei all diesen Forderungen nicht setzen. Aber bereits nächstes Jahr sind Bundestagswahlen. Das ist die Chance für einen Kohleausstieg 2030 – wenn die ganze Klimabewegung ihn lautstark einfordert. Wir müssen den Ausstieg zum Top-Thema im Wahlkampf machen; und dann zum Eckpfeiler in den Koalitionsverhandlungen.

Wer einen Kohleausstieg 2030 in Koalitionsverhandlungen durchsetzen muss? Die Grünen. Denn wer auch immer regieren will: Ohne die Grünen wird kaum eine Regierung zu bilden sein. Entsprechend teuer können sie sich beim Klimaschutz verkaufen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock stellte letzten Freitag im Bundestag klar: Ein Ausstieg sei “aus Gründen des Klimaschutzes bis 2030 möglich und nötig”. An diesen Worten werden wir sie messen. Egal, wie hart die Koalitionsverhandlungen werden: Beim 2030-Ziel dürfen die Grünen nicht nachgeben.

Aber auch die anderen Parteien müssen sich bewegen. Die Kohlefreund*innen in CDU/CSU und SPD setzen alles daran, dass der Kohleausstieg 2038 jetzt nicht mehr angefasst wird. Doch immerhin einer hat sich hier schon gerührt. Einer, dem womöglich in einer neuen Regierung eine große Rolle zukommt: Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident (CSU) forderte bereits letztes Jahr eine Beschleunigung des Ausstiegs auf 2030. Den Bremser*innen hingegen müssen wir verdeutlichen: Wer den Klimaschutz nicht ernst nimmt, wird abgewählt.

Gemeinsam können wir die Kohle stoppen

Mit Abgeordneten vor Ort diskutieren, mit Hunderttausenden auf die Straße gehen, friedlich Kohle-Bagger blockieren: Vielfalt ist die Stärke der Klimabewegung. Mit verschiedensten Aktionsformen und breiten Bündnissen haben wir es geschafft, Klimaschutz ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Zur Bundestagswahl 2017 nannten nur neun Prozent Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Problem. Heute ist Klimaschutz das wichtigste Thema für Wähler*innen – noch vor Corona. Diese Zahlen kennen auch die Abgeordneten. Mit der Wahl 2021 müssen wir einfordern, dass diese Mehrheiten zu echtem Klimaschutz führen. Und dort den Fokus legen, wo am schnellsten am meisten CO2 einzusparen ist: bei der Kohle. Ich hoffe, dass Du  dafür gemeinsam mit uns streitest.

Jetzt würde ich gerne von Dir wissen, was Du von unseren Ideen hältst. Diskutiere mit in den Kommentaren oder schau, was andere Campact-Unterstützer*innen dort sagen!

518 Kommentare

  • von Julia Tee

    Ich verstehe die Frustration, die in manchen Kommentaren hier durchschimmert. Ich erinnere mich daran, dass bereits meine Mutter (geb. 1955) für dieses Anliegen in den 90ern demonstrierte. Heute bin ich 29 Jahre alt & mich macht es traurig, wie wir Menschen teilweise mit unserer Umwelt umgehen. Wir zerstören unser eigenes Biotop. Dennoch ist es wichtig, dass wir den Mut wahren & weiter an unsere Ideale glauben. Denn es sind so gesehen, eben dann doch nicht so viele Generationen seit der Industrialisierung und den damit einhergehenden umweltschädlichen menschlichen Gewohnheiten. Gewohnheiten & Denkweisen zu verändern ist anstrengend & dauert. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir weiterhin für unsere Ideale einstehen, diese veröffentlichen & verbreiten & an die nächsten Generationen weiterreichen, so dass eine Entwicklung der Denkweisen des „Mainstreams“ erreicht wird. Niemand sagte, es wäre einfach, aber er ist möglich. Bleiben Sie stark & hoffnungsvoll & suchen Sie Unterstützung.

  • von Josef Spuhler

    Hallo,

    die vorgeschlagenen Ideen für einen schnelleren Kohleausstieg finde ich vollkommen sinnvoll. Zur Realisierung muss der Druck auf die politischen Parteien permanent aufrecht erhalten und ggfs. erhöht werden.
    MfG
    Josef Spuhler

  • von Anne Johannsen

    Der Plan klingt gut, ich möchte auch kein ABER hinzufügen (denn ich wünschte mir wirklich, dass das alles so umsetzbar werden wird auch wenn es unrealistisch erscheint).

    Nur noch ein UND, welches unbedingt dazu gehören muss: Indem auch Bildung für Nachhaltige Entwicklung investiert wird. Denn ich merke immer wieder in Gesprächen, dass die Leute Angst haben vor dem Wandel und alles als unrealistisch abtun. Kleine Änderungen würden nix bewirken usw. Die Bevölkerung MUSS einfach mehr mitgenommen werden, dann kann auch von unten eine starke Basis entstehen, nicht nur von den Jüngeren.

  • von Tina Bert

    Es ist und bleibt ein ewiges Tauziehen. Und, trotz aller Teilerfolge setzt die Industrie über deren Lobbyisten bzw. deren Marionetten, die Politiker, ihre Interessen durch. Damit muss Schluss sein, endgültig und das in allen Bereichen! Diese Regierung gehört abgeschafft!!!

  • von Ralf Heckel

    Obwohl der ADAC schon mehrfach die Effizienz von CNC-Fahrzeugen in Dauertests nachgewiesen hat bläst er mit in’s E-Auto-Horn indem er in der Motorwelt Werbung für E-Auto schaltet. Warum? Wegen des Geldes. Und auch die Grünen hecheln E-Auto hinterher! Es gibt eine tolle Dokumentation zur Gewinnung der Akku-Rohstoffe. Die afrikanischen Minen sind fest in chinesischen Händen. Die Gesteine werden im Rohzustand (!) nach China verfrachtet und dort konfektioniert. Nur, damit kein anderes Land Zugriff auf diese Rohstoffe bekommt. Das wird unsere neue Abhängigkeit für die Zukunft. Der Abbau in den Mine erfolgt zu 20% in ungesicherten Bergwerken, teilweise auch von Kindern. Es gibt auch schon Tote. Nur redet darüber niemand weil diese Menschen keine Lobby haben. Und im Bergbau entsteht Abraum. Wer räumt den weg? Die Sanierung des Uranabbaues hat Milliarden verschlungen. Die Gewinnung von Litium ist genauso Umwelt zerstörend. Warum hypen wir die E-Mobilität, es ist ein Irrweg!

  • von Ralf Josef Fries

    Ach hört mir auf: Ich und viele andere kämpfen schon seit über 35 Jahren für eine alternative Energieversorgung mit erneuerbaren Energien – und immer wieder werden neue „Fußangeln“ in Form von neuen Gesetzen, Verwaltungsvorschriften, Raumordnungsverfahren etc. etc. etc. von Politikern ausgelegt um unsere Bemühungen zu behindern. Es ist hart es so zu sagen, aber solange der mächtige Arm der Lobbyisten der großen deutschen Energiekonzerne in jedes Rathaus, jede Kreisverwaltung, jedes Landesministerium und erst recht jedes Bundesministerium reicht werden WIR keine Fortschritte machen – wir müssen endlich die unseelige Verstrickung von Politik und Energiekonzernen bekämpfen und beenden! Eine glaubhafte Energiewende hat nur dort und wird auch in Zukunft nur dort funktioniert, wo die Macht und der Einfluss der Energiegroßkonzerne gebrochen wurde und wird. Keine Politiker in den Vorständen von (Energie-) Konzernen/Unternehmen. Endlich endlich wirklich Ende mit den Quasimonopolen.

  • von Heiko Gulbe

    Umwelt – und Naturschutz sind Daseinsvorsorge – …sind nicht verhandelbar. Bei allen die Bevölkerung bewegenden Entscheidungen ist endlich direktdemokratische Beteiligung angezeigt: Volksinitiativen – Volksbegehren – Volksentscheide.

    Artikel 20 (2) GG ?

    Hier muß auch die Historie der dt. Einheit aufgearbeitet werden, verpaßt Möglichkeiten neu bewertet werden :
    http://www.documentarchiv.de/ddr/1990/ddr-verfassungsentwurf_runder-tisch.html

  • von Toni

    Hallo, tut mir Leid bzgl. Kohleausstieg und CO2, erneuebare Energien wie Wind und Solarenergie bin ich nicht dabei. Davon halte ich persönlich nichts. Kohleaustieg gut. Verschmutzt unsere Luft. CO2 können wir nicht beeinflussen. Wenn man sich vorstellt wieviel Milliarden Tonnen aus dem Grund des Meeres hinausgestossen wird. Windenergie und Solar nicht schlecht aber haben auch ihre Nachteile die früher oder später auf Kosten der Natur geht.
    Ich bin überzeugter Wasserstoffler

  • von Merlin

    Ich hoffe sehr, dass das alles klappt!
    Habe aber einen Einwand:
    Bei der Umsetzung von „Mehr Windkraftanlagen“,
    Bitte NICHT den NATURSCHUTZ vergessen!!
    Klima- und Naturschutz müssen dabei Hand in Hand gehen!!, finde ich!

  • von Peter Gawlista

    HALLO,
    Wir wollen Kohleausstieg? Ja! Warum 2030??? Wir wollen nicht, dass Dörfer weggbaggert und Menschen entwurzelt werden? Ganau! Wir sind viele und haben die Power das hizubringen? Und wie!!! Dannbitte lasst uns in einem wesentichen Punkt neu denken. Dörfer dürfen nicht mehr zerstört werden. OK! Aber wenn 150 km weiter eine Stromtrasse gebaut werden soll, sind wir mit die ersten die das verhindern. Wir haben grünen Strom genug und können noch viel mehr davon produzieren, wenn wir ihn nur dahin schicken könnten wo er gebraucht wird. Ganze Winparks im Norden stehen still weil wir – ja, auch wir !!! – aus verschiedenen gründen das genau forcieren. Persölichkeitsrechte…Elektrosmog… Dinge die im Zuge der Trassenentwicklung und den damit verbundenen Verhandlungen gelöst werden können, wenn wir nur akltv genug an die Sache herangenen und uns nicht von ILLNER; MAISCHBERGER und co. das Wort erteilen lassen und dann dem Sonntagsgeschwafel der UNWICHTIGEN lauschen. Let´s go!!!

  • von Harry

    Wer soll das Gesetz denn wieder kippen?. Die Grünen? Wie denn?
    Sorry…glaub ich nicht.
    Oder das oberste Gericht….niemals.
    Mein Gedanke:
    …Kohleausstieg bis 2030.
    …Keine Entschädigung für die
    Stromindustrie.
    …diese Milliarden für erneuerbare
    Stromerzeugung Projekte verwenden.

    Meine Stimme bekommt die Partei, die das glaubhaft durchsetzen will.
    Vermutlich wird aber weiterhin Klimaschutz geheuchelt.

  • von Matthias Knoll

    Diese verheerende Entscheidung zerstört nicht nur Landschaft und Luft (= Klima = Welt), sondern vor allem die Glaubwürdigkeit der Politik bzw. der etablierten Parteien – zu fadenscheinig die »Argumente«, viel zu lang die (Aus-)Laufzeiten einer längst überflüssigen »Technologie«, schier unfassbar die immensen »Abfindungen« für veraltete, längst abgeschriebene Technik an Energiekonzerne! Diese offenkundige Käuflichkeit der Politik (die dabei nichts bekommt, sondern nur Steuergelder, ergo Bürgereigentum veruntreut!) leistet der Radikalisierung in der Bundesrepublik fatalen Vorschub. Es ist ein Schlag ins Gesicht der unzähligen tapferen jungen Menschen, die so klug und besonnen um ihre Zukunft kämpfen, nicht nur freitags. Wie konnte das geschehen?

  • von Stefan Klinz

    Hallo,
    auch ich mach mir so meine Gedanken über den Kohleausstieg, habe aber auf viele Fragen keine überzeugenden Antworten gehört oder gelesen.
    Wären wir im Jahr 2030 wirklich so weit, um Tage ohne Wind und Sonne problemlos zu überbrücken? Wie lange und womit, wenn alle Kohlekraftwerke stehen? Atomstrom gibt es bis dahin keinen mehr und Erdgas ist auch nicht die Lösung. Welche Stromspeicher gibt es konkret in 10 Jahren? Wie soll der Wegfall von tausenden von Arbeitsplätzen in den betroffenen Regionen kompensiert werden? Nehmen wir in Kauf das viele Menschen, welche sich durch den Verlust des Arbeitsplatzes als Verlierer fühlen, danach AFD wählen? Da sollte uns der Osten Deutschlands eine Warnung sein. Kommen die Grünen in einer Schwarz / Grünen Koalition auch so unter die Räder wie die SPD? und so weiter und so weiter!
    Die Zeit drängt, aber ein Ausstieg der nicht so klappt wie er versprochen wurde, könnte das Land tief spalten.
    Glück Auf, Steff

  • von Reinhard Noffke

    Selbstverständlich hat auch die Wirtschaft die Chancen erkannt, die sich durch einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien ergeben – im Gegensatz zu manchen Skeptikern, die den Betrieb von Kohlekraftwerken immer noch für unersetzlich halten. Kohlekraftwerke, eine Technik aus dem vorvergangenen Jahrhundert, braucht auch im Ausland niemand von Deutschland zu importieren. Die DDR ist mit einem fast 90%igen Braunkohlestromanteil zu Grunde gegangen. Es zeigt sich, dass der Ausbau erneuerbarer Energien kein Wunschdenken ahnungsloser Idealisten ist, sondern ein wichtiger Bestandteil zukunftsorientierten wirtschaftlichen Handelns. Und unabdingbar für die Einhaltung der dringend gebotenen Klimaschutzvereinbarungen sowieso.

  • von Hartmut Spell

    Ich bin auch geneigt einen Stromer zu fahren, aber derzeit fahre ich mit meinem CNG-Fahrzeug umweltfreundlicher als die bei jetzigem Strommix! Und wenn ich bei meiner hiesigen Biogas-Tanke tanke, dann sogar 900 % umweltfreundlicher (bis zu 90 % klimaneutral)! Leider wird der Biogas-Wirtschaft das Leben immer schwerer gemacht um den Stromern auf verdei und verderb den Weg zu bereiten. Hingegen wäre es bis dahin (100 % EE) die Chancen wie mit Biogas und Power to Gas das gut ausgebaute deutsche Erdgasnetz zu nutzen und den doch schon ausgereiften CNG-Fahrzeugen weiter als Verbrenner damit umweltsofort wirken zu lassen. Das Entscheidene ist die Technik ist schon da, der Investitionsgrad in auszubauende Fertigung ist weit aus geringer als auf die E-Mobilität erst mal umzurüsten. Zudem ist das Potential von Methan (130 Oktan) bei den derzeitigen CNG-Motoren die noch auf Benzin optimiert sind für einen monovalenten Betrieb nicht voll ausgeschöpft. CNG-Fahrzeuge sind die Brückentechnologie!

  • von Doroteja

    Klar machen wir Grüne uns dafür stark! Aber zur Unterstützung brauchen wir Wähler, die uns wählen und nicht wieder die GroKo! Und die Anderen richten es nicht, JEDE (R), wer eine Änderung möchte, muss sich beteiligen!!!

  • von torsten

    zeig nie mit dem finger auf die anderen es zeigen immer drei finger auf dich
    denk mal drüber nach

  • von Hans Lauterwald

    Wenn die politisch gesetzten Beschränkungen für Erneuerbare Energien (Einspeisungsbeschränkungen, Abstandsregelungen, Zusatzabgaben etc) aufgehoben werden, kann die Stromversorgung bei uns in wenigen Jahren ohne Stein- und Braunkohleverbrennung auskommen. Stromspeicher zum Ausgleich für wolken- oder flautebedingte Produktionsengpässe lassen sich über Stromspeicher ausgleichen: z.B. mit Pumpspeicherkraftwerken, in denen in Stromüberschusszeiten Wasser hochgepumpt wird und in Strommangelzeiten wieder über Wasserturbinen zur Stromerzeugung genutzt wird (beispielhafte Belege für die Funktion: Goldisthal in Thüringen oder Herdecke in Nordrhein-Westfalen), oder über die Erzeugung von Wasserstoff, der in Tanks lagerbar ist und bei Bedarf als Energiequelle abgerufen werden kann, z.B im Bahnbetrieb der evb (Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser) in Bremervörde.

  • von Rosenfeld

    Bleibt dran! Im Namen der Gesundheit! Aller Menschen! Die Grundlage dafür ist die saubere, gesunde Umwelt. Viel Kraft und Durchhaltevermögen!
    Herzliche Grüße
    L. Rosenfeld

  • von Philipzik

    Die Technik zur Reduzierung von Schadstoffausstoß von Kohlekraftwerken hat sich sehr positiv entwickelt. Wir demonstrieren gegen Kohlekraft unter blauem Himmel.
    Sofortige Schritte zum Klimaschutz kann unser Land leisten, indem es sofort den Export von schottreifen Fahrzeugen in die dritte Welt stoppt. Anstatt Müll in arme Länder zu versenden, der dort verbrannt oder ins Meer gekippt wird, sollte Deutschland besser Müll importieren, da wir über die Technik zur Aufbereitung verfügen. Die rabiate Rodung von Urwäldern in Südamerika, Asien und Afrika verändert das Klima wirklich gravierend.
    Fazit: Der Kampf gegen Auto und Kohle im eigenen Land ist an Scheinmoral nicht zu überbieten.

  • von Burkhard

    Hallo Dirk und andere Windkraftgegner, sowie (angebliche) Vogelfreunde,
    der Rotmilan und andere Raubvögel und hunderte, ja tausende Tierarten werden durch den Klimawandel aussterben. Durch die ansteigenden Temperaturen werden die Ökosysteme sich ändern, mediterranes bis subtropisches Klima wird schon in wenigen Jahrzehnten in fast ganz Deutschland vorherrschen und einem Großteil der heimischen Arten einfach aussterben lassen. Ganze Nahrungsketten werden verschwinden, Landwirtschaft nur noch im Schatten riesiger Solaranlagen mit immenser Bewässerung möglich sein und Wälder weitgehend vertrocknen.
    Außer wir können die CO2-Emissionen schnell und deutlich reduzieren. Die größten Mengen entstehen bei der Kohleverstromung, die wir schnell reduzieren und bald beenden müssen. Nur so haben Rotmilan und Co. langfristig eine Chance.
    Daher müssen wir zur Rettung der Arten jetzt einige Verluste an Windkraftanlagen hinnehmen, so weh es uns kurzfristig auch tun mag.

  • von Joachim K.

    Machen wir PowerToGas! Machen wir virtuelle Kraftwerke! It’s Hy-Time! EE ausbauen – alles was geht und bunkern als Wasserstoff für die Dunkelflaute … Wir schaffen das, wenn es gewollt wird.

  • von Karl-Heinz Berthold

    Der bayerische Ministerpräsident (CSU) forderte bereits letztes Jahr eine Beschleunigung des Kohleausstiegs auf 2030. Ist es erlaubt, dass ich kurz lache?
    Wer hat den den riesigen Abstand der Windräder von Häusern und Ortschaften verlangt? Wer will denn keine Starkstrom Leitungen in Bayern sehen? Wenn es nach der CSU geht, dann kommt der Einsatz für den Klimawandel im Jahr 2060 und alle Länder und Städte die jetzt ca. 1 – 3 m über dem Meeresspiegel sind, die kannst dann unter Wasser besuchen.
    Es gibt auch viele Menschen die gegen Windkraftwerke sind, die frage ich, wo soll denn der Strom herkommen, mit irgendwie muss er doch gemacht werden. Jeder will und braucht Strom, aber über alles schimpfen wie er hergestellt wird.
    In Afrika gibt es riesige Flächen, auf denen nichts wächst und auf denen niemand lebet, da wird es doch Länder geben, mit denen so weit verhandeln, kann das, man da Sonnenkollektoren aufbauen kann.
    Jetzt sagt bloß nicht, den Strom kann man nicht nach Europa bringen.

  • von Dr. med. Stephan Kaula

    Wir benutzen jetzt schon intensivst das europäische Ausland als (teure) Notstromversorgung bei Dunkelflaute und um bei Wind und Sonne Überschussstrom (ebenfalls teuer) zu verklappen, d.h. zu verschenken oder sogar Geld draufzulegen, damit er uns abgenommen wird. Wer das massive Problem der Volatilität nicht in Ansätzen begriffen hat und weiß, dass wir Strommassenspeicher (oder unbezahlbare und irrsinnig viele Power-to-Gas-Kapazitäten) im Bereich von bis zu 80 Terawattstunden brauchten, lebt in der grünen Traumwelt abgehoben und ist mitverantwortlich für den Ruin unseres Landes und der bitteren Armut der fff- Generation. Kein Land ist so verrückt.

    Der Umfang in dem hier (von einem Biologen und Politikwissenschaftler) die Gesetze der Physik verkannt werden, ist ihm offenbar nicht bewusst. Schauen Sie sich einmal die Vorträge von Herrn Shellenberger an. Oder was Greta Tunberg zur Atomkraft sagt oder die führende Extinction-rebellion-Vertreterin, die zur Atomkraftlobby gewechselt ist.

  • von Jonathan Meyer

    1. Wir machen uns (gesamtgesellschaftlich gesehen) wahnsinnig erpressbar mit unserem unersättlichen Energiehunger. Dafür, dass man Jahrtausende komplett ohne Strom ausgekommen ist, tun wir seit wenigen Jahrhunderten so, als sei ein Leben ohne Strom unmöglich. Da ist eine Menge Einspar-Potential. Ich meine, ohne Umdenken und ohne das Umstrukturieren von Tagesabläufen können wir kaum klimaneutral oder klimafreundlich leben.
    2. Dass in unseren Breitengraden weder Wind weht noch die Sonne scheint, kommt extrem selten vor. Die Zahl der Sonnenstunden steigt (dem Klimawandel sei zynischerweise Dank) seit Jahren an. Wenn wir uns variabel aufstellen, ist eine verlässliche Stromversorgung mit erneuerbaren Energien sehr gut möglich.
    3. Wenn die erneuerbaren Energien eine ähnlich starke Lobby hätten wie die Kohle und die Fördergelder entsprechend fließen würden, könnte die Entwicklung bereits wesentlich weiter sein.

  • von Jan Schulte

    Atomkraft.

  • von Helmut Kaufmann

    So wie man keinen Flugplatz oder Opernhaus ohne Fachwissen bauen kann, verhält es sich mit der elektrischen Energie. Den Wiederaufbau nach 1945 hat man in NRW RWE und Fachfirmen überlassen. Das machen heute Unwissende am grünen Tisch. Alle welche die Kohle einfach abschalten wollen, unterstelle ich, dass keiner Ahnung von Strom hat. Wenn Josef Altmaier unwidersprochen verkündet, dass wir bei 50% Erneuerbarer angekommen sind, ist das ein Durchschnittswert. Wind geht von 85% bis 3%. Die entscheidendste Frage: „Woher kommt der Strom wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint“ wird nie gestellt und hat mir noch niemand beantworten können. Strom ist physikalisch nicht speicherbar.
    Bei einer Kontrovers Diskussion vor Jahren im DLF mit hochkarätigen Teilnehmern wurde ein Mail von mir vorgelesen. „Wind und Sonne geht nur wenn entsprechende Speicher zur Verfügung ständen. Die benötigten Kapazitäten übersteigen jede Vorstellungskraft und sind nicht realisierbar.

  • von rudi remm

    Dem Gedankengang von c. Bautz kann man nur zustimmen. Bei einem Punkt ist die Wirkung für ein frühes Abschalten aber geringer zu vermuten :
    Gute Rauchgasreinigungen bei der Kohle sind seit den 80-ern keine Hexerei und kosten nicht die Welt im Gegensatz z.b beim Müll. Nur bei hundsmiserabligen Anlagen, die eh am Ende ihres Anlagenlebens sind und die nur bei einer Neuerrichtung einer Rauchgaswäsche gute niedrige Werte erreichen können, wird es billiger sein das ganze Kraftwerk früher zu schließen.
    Für den größeren Teil steigt zwar der Anteil der Betriebsmittelkosten für die Wäsche, das erhöht die Gesamtkosten des Kraftwerks aber nur gering.
    Strenge Werte sind technisch möglich und aus allgemeinen Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes dringlich, sollten aber nicht mit dem Schielen auf das, aus Klimaaspekten notwendige, Abschalten diskutiert werden. Das wäre sonst das sprichwörtliche Fetthaferl, das wir anderen überlassen sollen.

  • von Paul

    Wichtig ist, als erstes muss die Stromsicherheit aufrecht erhalten werden. Also abstellen irgendeines Stromproduzenten geht immer nur wenn der Produktionsersatz bereitgestellt ist. Also Solardächer forcieren, Windanlagen wo es Sinn macht und von den Menschen mitgetragen werden und sich auch daran mit einem guten Zinsertrag als Ersatz für das Sparbuch beteiligen können. Dann sollte ein Stromnetzt europaweiter gedacht und verbunden und entsprechend auf erneuerbar umgebaut werden, wobei natürlich die KKWs in Frankreich neben anderen Nachteilen als Co2-frei zu sehen sind. Also dieses Thema müssten von Frau Van der Layen aufgegriffen und vorangetrieben werden. Also Überschüsse einer Region kann ein Defizit einer anderen Region ausgleichen. Bei weiterer Überprodukton laufen die Energien in die Speicherung wie Wasserstoff statt sie zu verklappen z.B. durch Abstellung z.B. der Windräder. Ebenso die Wasserspeicher Norwegens, Österreichs und der Schweiz genutzt werden. Stromhand ist zu fördern.

  • von Rolf Schuster

    es wäre auch die Chance mit dem Ganzen eine Wende in der politischen Landschaft zu schaffen, denn bei diesem Thema sind drei Parteien in unserem Land gar nicht soweit voneinander entfernt!Sie müssten sich nur in Ihrer Strategie einig sein, dann könnte man alles sozialökologisch
    erreichen!

  • von Dirk

    Das die meisten Vögel an Glasscheiben sterben stimmt wahrscheinlich, aber entscheidend ist, welche Arten davon betroffen sind. Der Rotmilan, von dem 90% der europäischen Population in Sachsen-Anhalt und Brandenburg leben, stirbt z.B. nicht an Glasscheiben sondern an Windkraftanlagen, mit über 900 zählbaren Individuen allein in Brandenburg. Da diese Größenordnung durch die natürliche Reproduktion nicht ausgeglichen werden kann, gehen Ornithologen davon aus, dass der weitere Ausbau der Windkraft unweigerlich zum Aussterben des Rotmilans (und wohl auch anderer Greifvogelarten) führen wird! An Windkraftanlagen sterben auch massenhaft flugfähige Insekten und zwar in Größenordnungen, die einen signifikanten Anteil am Insektensterben haben!

  • von ede

    Die Linke ist grüner als die heutigen Grünen, oder?

    Vergesst die nicht. Auch nicht Die Partei, DIEM25 etc. Stark sind wir nur gemeinsam! ✌️

  • von Stefan Haupt

    Moin an die Gemeinde.
    habe mir die Kommentare der ersten und die Hälfte der zweiten Seite durchgelesen … dann nur noch überflogen und quer gelesen. Bin selber überzeugt für Umstrukturierung der Energiegewinnung und -nutzung. Aus meiner Sicht gibt es hier leider nur ein sehr wenige wirklich gute und selbsthinterfragende Beitrage.

    Mal so in den Raum gestellt: Warum reagiert die Politik derzeit mehr auf den Umstieg auf erneuerbare Energie, aber nicht so, wie es sein sollte? … Ganz einfach: Sie reagiert so wie das Volk reagiert und das Volk (also wir) sind ja auch noch gespalten was den Umschwung angeht!

    Handelt selbst und überzeugt eure Freunde und Nachbarn so wie es die Lobbyisten auch tun, aber seid ehrlich … geht dabei ja nicht ums persönliche Ego, dann könnte das mit der Energiewende bis 2030 auch klappen ;-)

    @ Ralf Hübner: Mich mit Erdwärme zu versorgen bedeutet für mich

  • von Thieme, Christian

    Gut Jungs und Mädels. Hab mir alle Kommentare durchgelesen und kann dem allen aus vollem Herzen zustimmen. In unserem kleinem Provinzkaff (Marl bei Recklinghausen) werden wir von einer SPDCDU Groko regiert, die jeweils von zwei grünen Parteien hofiert werden die sich Spinnefeind sind. Der lachende dritte ist ein sogenannter Investor, der alle Fäden in der Hand hält. Der Mann ist Banker und Netzwerker, mit Verbindungen bis in die Spitze der Landesregierung. Die Geschicke unserer Stadt betreibt der Gute wie sein persönliches Hobby. Oligarchie nur möglich im fernen Russland? Mitnichten, hier bei uns tanzen alle nach seiner Pfeife. Wir haben es gewagt, einen Waldpark inmitten unseres Stadtteil vor seinen Bebauungsabsichten zu schützen. Seit nunmehr drei Jahren kämpfen wir gegen Windmühlen von Parteiklüngel, Hofberichterpresse und einer Ja-sager Bouguasie, mit mäßigen Erfolg, weil die halbe Stadt in Abhängigkeit von seinem Geld geraten ist, Auf der Strecke bleiben Natur- und Klimaschutz.

  • Der Artikel oben strotz nur so von unbewiesenen Halbwahrheiten und ist genau so unwissenschaftlich wie die alberne Stellungnahme von Campact zu den Hygiene-Demos mit Campact geht es abwärts…

  • von Kartik Adhia

    Ich als Inder finde es sehr toll dass es so eine Bewegung für Kohlen ausstieg gibt. Indien hat sehr viel von der Klimawandel zu verlieren. Es ist schon wegen ständige stürmen, unwetter, dürren und überschwemmungen im Not. Meine Eigene Heimatstadt, wo es kaum überschwemmungen gab wurde letztes jahr geflütet.
    Es ist aber schade das der rest von der welt in der anderer Richtung Läuft.
    Dieses Jahr gibts Wahl in America. Umweltschütz und CO2 reduktion sind nicht ein von der Top Thema dort.
    Die Indische Regierung ist schon zu Öl und Kohle firmen verkauft.
    Sie haben vor einige Woche entschieden Importe aus China, nur in Strom-Sektor zu verboten. Das gegebene grund ist : weil es eine sicherheits risiko Besteht.
    Eigentliche gründ ist die solar anlage und zellen aus China zu verbieten, so dass Kohle konkurrent bleibt.
    Noch schlimmer : Kohleabbau wird an Privat firmen abgegeben. Diese Privatizierung führt zu verlust an arbeitspläten.
    Also die Fossil Fuel firmen haben alles im Griff.

  • von Peter Öfferlbauer

    Wenn die alten Kohlekraftwerke schon längt abgeschrieben sind und trotzdem hohe Kompensationen bezahlt werden sollen, deren Zustandekommen nicht nachvollziehbar ist – warum geht niemand dagegen zu Gericht?

  • von Brüssow,Victor-Wilhelm

    Die Braunkohlewerke sollten schnellstmöglich abgeschaltet werden. Natürlich sind da viele Arbeitsplätze die wegfallen aber Subventionen die zu erhalten kostet doch auch riesige Summen die man ja dann für die Unterstützung der Menschen einsetzen könnte. Es ist genug Strom da, Die E-Werke verkaufen doch Strom in andere Länder. Also warum mit aller Gewalt die Werke erhalten? Es sollte doch genügend Verstand in der Politik vorhanden sein, um endlich zur Einsicht zu kommen.

  • von nochmal Dirk

    Würden ab kommendem Jahr jährlich 10% der an die Industrie verschenkten CO2-Verschmutungsrechte von der EU wieder aus dem Markt genommen werden, würde echter Emissionshandel entstehen und CO2 sehr schnell einen klimafairen Preis bekommen. Den Rest würden bis 2030 wohl der Markt und vielleicht ein paar Gesetze regeln. Gesetze, die eindeutig auf Sonnenenergie aus Photovoltaik setzen, solange es bebaute ungenutzte Flächen gibt, nicht auf Wind, nicht auf Ökosysteme zerstörende Wasserkraft und nicht auf bioenergetische Monokultur. Die Verspargelung der Landschaft geht einseitig zu Lasten der Landbevölkerung. Forderungen zum Unterschreiten der 1000m-Abstandsregelung, noch aus einer Zeit als Anlagen nur 100m hoch waren, finde ich unverantwortlich, das 10-fache der Nabenhöhe wäre sach- und zeitgemäß! Die Windkraftlobby hat es geschafft, dass alle glauben, dass es ohne massiven Ausbau der Windkraft nicht ginge, aber Behauptungen werden nicht dadurch wahr, dass man sie immer wiederholt.

  • von Jonas S.

    Vielen Dank für diesen Text. Er spricht mir aus der Seele und ich kann ihn nur voll unterstützen. Der Kohleausstieg muss schneller kommen, meine Kinder werden es unserer Generation danken, wenn wir dies jetzt umsetzen. Und trotzdem müssen wir auch an die Menschen denken, deren Arbeitsplätze betroffen sind und ganze Regionen (wie die Lausitz), die darunter leiden werden.

  • von Dr. Weigl

    Gut, dass hier einer Möglichkeit zur Diskussion der verschiedenen Argumente geboten wird.
    Schlecht, wenn Argumente mit persönlichen Angriffen madig gemacht werden, ohne sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.
    Schlecht ist auch, dass niemand die verschiedenen Argumente auf Richtigkeit überprüft, wenn man das denn kann. Wenn letzten Endes nur Behauptung gegen Behauptung steht, bringt die Diskussion nichts. Wer kann und wer darf die Argumente verifizieren und einen Fake auch als Fake bezeichnen, ohne an den Pranger gestellt zu werden. Falsche Argumente werden durch ständige Wiederholungen nicht richtig, auch wenn eine erdrückende Mehrheit diesen Argumenten folgt.

    in der Sache gilt: Kohleausstieg so schnell wie möglich – aber vergesst die betroffenen Regionen und vor allem die betroffenen Menschen in diesen Regionen nicht, die den Kohleausstieg in ihrer Lebensleistung verkraften müssen. Politik kann nur tun, was möglich ist.

  • Was die Kohle sonst noch kostet:
    – Umsiedelung von Dörfern, Kirchen, Friedhöfen
    – Entschädigung von Bergbaugeschädigten (die sich nicht mit Standardbriefen abspeisen lassen)
    – Verlegung von Kilometern Autobahne und Straßen
    – Jährliche Reparaturen von Straßen, die sich absenken
    – Unterfangungen von öffentlichen Gebäuden, damit sie sich nicht absenken

    Wer täglich an den Riesenbaggern vorbeifährt, weiss was ich meine.
    Das sind Kosten an die man meist gar nicht denkt.
    Und das wird außerhalb von NRW kaum wahrgenommen.

    Sooooo günstig ist die Kohle nicht!

    Chris

  • von Andreas Wedemeyer

    Das Kohleausstiegsgesetz ist eine Katastrophe. Bei dem jährlich deutlicher werdenden höchsten Handlungsbedarf – viele Szenarien der Klimaforscher werden von den rasant fortschreitenden Veränderungen überholt – geht es darum zu retten, was zu retten ist. Es sollte keine anderen Prioritäten mehr geben. Von der GroKo läßt sich da nichts mehr erwarten, das ist offensichtlich. Darum volle Unterstützung für Euren Vorschlag! Es ist eine klare gut nachvollziehbare Strategie und wenn wir gemeinsam an die Umsetzung gehen, haben wir eine gute Chance mit den Grünen die Stellhebel in der kommenden Regierung so zu setzen, das wir den Ausstieg 2030 oder früher doch noch schaffen. Der gesellschafftliche Druck muss steigen. Darum gemeinsam Ärmel hoch und ran – es kann gelingen!!!

  • von CK

    Die meisten Vögel sterben bei der Kollision mit Glasscheiben. Wenn Windräder richtig genutzt werden, kann man da viel mehr Energie herausholen. Außerdem PV und Solar- Anlagen auf jedes Dach, natürlich mit notwendiger Sicherung. Dann sind die KKW im Nu überflüssig. Viele der Arbeiter könnte man doch sicher auch umschulen. Oder bei Tesla in Brandenburg einsetzen. Um vorzubeugen, dass die 10000 Arbeiter dafür aus dem Ausland angeworben werden müssen.
    Gerade in Brandenburg ist der Kohleausstieg ein sehr schwieriges Thema, weil besonders die östlichen und südlichen Regionen davon abhängig sind. Und was politisch passiert, wenn viele unzufriedene und ungehörte Menschen wählen gehen, kann man an den letzten Wahlergebnissen in BRB nachlesen.
    Tipp an Campact: Holt die Leute und besonders die Familien mit ins Boot, die der Kohleausstieg am meisten betrifft, sonst sorgen die für ordentlich Gegenwind, mit dem sich die Kohlekonzerne brüsten und die staatlichen Milliardenhilfen rechtfertigen.

  • von Annette M.

    Ausstieg aus der Kohle, hoffentlich erlebe ich das noch …. die Diskussion geht schon so lange, und vor ca 10 Jahren wurde hier das ENBW Kohlekraftwerk in Karlsruhe vergrößert? Verstehe ich nicht!

    Desweiteren Menschen umsiedeln, Ihnen ihre Heimat, Ihr Dorf und Kirche zu nehmen, ist furchtbar!
    Die letzten 15 Jahre wurden energietechnisch einfach verschlafen, SCHADE

  • von Marlene Wetzel

    Verzockt, ja.
    RWE rühmt sich doch, sich bald zum größten Naturstromproduzenten zu zählen.
    Da bekommen sie doch genug Geld.
    Warum noch Entschädigungen?

  • von Dirk

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Betroffene Menschen werden es überleben, so wie nach der Wende auch niemand am unmittelbaren Lockdown der ostdeutschen Wirtschaft gestorben ist. Die 18 Mrd aus dem Kohlekompromiss und die 4 Mrd für die „Entschädigung“ Energiekonzerne sollten gestaffelt nach Betroffenheit besser direkt an die Menschen ausgezahlt werden. Manche gehen damit in den Ruhestand, andere bauen sich etwas eigenes auf. TESLA schafft in der Nähe zu Berlin und den Braunkohlerevieren der Lausitz 10.000 Arbeitsplätze, wo übernehmen die deutschen Energie- und Autokonzerne Verantwortung und wen hat eigentlich interessiert, dass mit dem politisch gewollten Niedergang der deutschen PV-Industrie 80.000 Arbeitsplätze vernichtet wurden? Speichertechnologien sind schon lange vorhanden und beliebig skalierbar. Wann werden die Energiekonzerne endlich gezwungen die Speicher zu bauen, von denen man schon 30 Jahre weiß, dass man sie braucht?

  • von Martin

    Wenn jeder,der kann einen Teil seines Stromes selbst erzeugt, hilft das CO2 einzusparen. Die Investition in ein https://-kraftwerke.de/ amortisiert sich in 3-5 Jahren und spart Energiekosten.

  • Die Großstädter wählen grün und bestimmen dadurch wie man das flache Land lebensunwert macht indem man zuviele Wind Räder mit zu wenig Abstand unter 1000 mtr baut und jetzt noch Freiflächen Photovoltaik.Grauenhafte Aussichten für die L andbeveolkerung nur weil sie in der Minderheit ist . wir müssen schon die völlig ineffiziente Biogaserzeugung mit Vermaisung bis über 50 Prozent der Ackerflächen ertragen.Ein Maisacker ist für Boden und Biodiversität das schlechteste was es gibt

  • von Dirk

    Die Kommentare auf dieser Plattform hier sind teils so haarsträubend dass ich mich wirklich fragen muss ob ich hier richtig bin. Keine Frage, Vieles ist richtig und wichtig, aber mit blinder Meinungsmache und dummem „Blabla“ ist Keinem geholfen. Wenn das hier den zu lesenden Querschnitt unserer Gesellschaft darstellt, na dann – Prost Mahlzeit!
    Objektiv, analytisch, zielorientiert und kooperativ sollte man sich orientieren, Meinungen mit Hintergrundwissen und Kompetenz vertreten. Saublödes Gerede und plumpe Stimmungsmache bringt uns nicht weiter!
    An dieser Stelle ein Kompliment an diejenigen, welche in der Lage sind Argumente zu artikulieren und mit echten Fakten und fundiertem Wissen in der Lage sind offen und ehrlich zu überzeugen…

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Er gründete 2002 gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand. Zudem ist er Mitglied des Aufsichtsrats von WeMove, der europaweiten Schwesterorganisation von Campact, sowie der Bürgerbewegung Finanzwende.