An diesem Tag gehört die Straße den Kindern

Auf Laufrädern, Fahrrädern und Rollern – zehntausende Kinder und Familien eroberten im Mai mit bunten Demonstrationen die Straßen. Die Mobilitäts-Bewegung Kidical Mass machte wahr, was Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sich nicht traut: Die Straßen für die Jüngsten sicherer machen. Damit das dauerhaft möglich ist, fordert die Kidical Mass ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht.

Dort wo es sonst nach Abgasen stinkt, Motoren lärmen und sich Blechkarossen stauen, radeln Tausende Kinder über den Asphalt. So lebendig und lebenswert wie an diesem Mai-Wochenende in über 200 Städten könnten unsere Straßen jeden Tag aussehen: Wenn Realität wird, wofür die Bewegung Kidical Mass in die Pedale tritt: Eine kinderfreundliche Mobilitätswende.

75.000 für ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht

Organisatorin Simone Kraus ist überzeugt: Kinder sind nicht nur niedlich. Sie brauchen Rechte, die sie im Straßenverkehr schützen. Deshalb fordern wir, dass das Straßenverkehrsrecht komplett umgekrempelt wird.” Fast 75.000 Personen haben ihre Petition an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, unterzeichnet. Zehntausende Kinder und Familien sind am 14. und 15. Mai für ihre Forderung auf die Straße gegangen. Alle sollen ernst nehmen, was wir hier machen”, hebt die 8-jährige Alia aus Köln hervor.

Viele Kinder und einige Erwachsene fahren fröhlich mit Fahrrädern über eine Straße.
Copyright: Jennifer Fey

Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht: Das bedeutet, dass der Straßenverkehr für Kinder – und damit für alle Generationen – sicher wird. Keine Verkehrstoten, eine bessere Radinfrastruktur und die Möglichkeit für Kinder, unbeschwert und selbstständig mobil zu sein – das sind die Visionen der Kidical Mass. Dafür müssten Städte und Gemeinden zum Beispiel innerorts Tempo 30 einführen, Zonen ohne Autoverkehr schaffen oder baulich getrennte Radwege errichten.

Gesetze schützen das Auto – nicht die Kinder

Das Problem: Wenn Städte und Gemeinden solche Maßnahmen umsetzen wollen, bremst die Straßenverkehrsordnung sie aus. Entscheidungsträger*innen müssen aufwendig rechtfertigen, dass eine bestimmte Stelle im Verkehr besonders gefährlich ist und kinderfreundliche Maßnahmen dort notwendig sind. Kinderfreundliche Mobilität nur an Gefahrenstellen? Die Kidical Mass findet: Sichere Straßen sollten die Regel und nicht die Ausnahme sein! 
Jetzt ist Verkehrsminister Wissing gefragt: Er muss das Straßenverkehrsrecht neu ausrichten – weg vom Auto, hin zur Mobilität für Kinder und alle Generationen. Dafür wird die Kidical Mass am 24. und 25. September erneut die Straßen erobern. Die Unterschriften ihrer WeAct-Petition wollen die Organisator*innen dem Minister bis dahin persönlich übergeben.

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Eine Verkehrswende wo Fahrräder Vorrang haben
    kann ich mir nicht vorstellen, die Mehrheit der Pendler
    fährt mit dem Auto zur Arbeit wenn das anders werden
    soll muss der Nahverkehr ausgebaut werden, wenn ich
    bei uns in Wunstorf das sehe wie Schüler/innen mit dem
    Bus nach hause fahren sie stehen wie Sadienen in der Dose
    was gar nicht zu gelassen ist, was mich an denn Schulen immer
    stört sind die Elterntaxis Kinder die von der Mutter oder vom Vater
    zur Schule gefahren werden lernen nicht wie man sich im Straßen-
    verkehr verhält.

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Veröffentlicht von Annika Liebert