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Autos kosten – Fahrräder verdienen

Immer wenn ein Fahrradweg für eine Autospur entsteht, passiert es: Autofahrer*innen protestieren, weil ihnen ihr Platz genommen wird – schließlich würden sie ja mit ihren Steuern für die ganze Infrastruktur bezahlen. Doch das ist ein Irrglaube.

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad durch die Stadt. Die Autos auf der entgegenkommenden Fahrbahn stehen im Stau.
Foto: Pixabay / Mircea All in collections

950 Millionen Euro – soviel Geld würde ein Tempolimit von 130 km/h der Allgemeinheit einbringen. Weniger Unfälle, weniger Treibstoffverbrauch, weniger Belastungen für die Infrastruktur. Dazu kommen die positiven Effekte für das Klima durch den geringeren CO2-Ausstoß. Dass dieser verhältnismäßig kleine Eingriff in den Autoverkehr fast eine Milliarde Euro Unterschied macht, zeigt die hohen Kosten des Autofahrens. Und zwar nicht nur für Autofahrer*innen selbst, sondern für die ganze Gesellschaft.

Autofahren kostet die Gesellschaft

Eine Kosten-Nutzen-Analyse des ADFC ergab, dass Autofahrer*innen die Allgemeinheit 20 Cent pro Kilometer kosten. Für die Berechnung wurden Parameter und Faktorkosten wie Klimawandel, Luftverschmutzung, Lärm, Ressourcennutzung und Lebensqualität miteinbezogen. Steuern und Abgaben sind dabei schon berücksichtigt! Bei etwa 20.000 Personenkilometern pro Jahr und Auto erzeugt somit jedes einzelne Auto 4.000 Euro Kosten. Bei knapp 50 Millionen Pkw in Deutschland kommt da ganz schön was zusammen: 200 Milliarden Euro ist der Allgemeinheit die individuelle Mobilität mit dem Auto wert.

Alle sparen durchs Radfahren

Die Bilanz des Fahrrads sieht dagegen ganz anders aus: 30 Cent pro Kilometer sparen Radfahrer*innen der Allgemeinheit ein. Das liegt daran, dass sie die Gesellschaft einerseits nicht durch Abgase, Lärm und hohen Bedarf an Infrastruktur belasten. Andererseits entlasten die positiven Effekte des Radfahrens für die eigene Gesundheit das Gesundheitssystem. Der Staat profitiert also davon, wenn jemand aufs Rad steigt, statt sich ins Auto zu setzen.

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Mit Vollgas über die Autobahn – diese Raserei zerstört das Klima, führt zu Staus und tödlichen Unfällen. Dabei gibt es eine einfache Lösung: ein Tempolimit. Unterzeichne den Campact-Appell!

Radfahren ist nicht nur viel klimafreundlicher als Autofahren, es ist auch gut für die eigene Gesundheit und spart Geld – dem Individuum und der Gesellschaft. Es müsste also im Interesse der Politik sein, alle Hindernisse zu beseitigen, die Menschen vom Radfahren abhalten. Das erreichen wir nur durch flächendeckend gut ausgebaute und sichere Radwege. Mittelfristig profitiert davon natürlich auch das Klima durch den niedrigeren CO2-Ausstoß. Kurzfristig könnten wir mit einem Tempolimit eine signifikante Menge CO2 vermeiden – und gleichzeitig der Allgemeinheit fast eine Milliarde Euro einsparen. Eigentlich müsste das auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) überzeugen.

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Autor*innen

Matthias Flieder ist studierter Geisteswissenschaftler und seit 2017 Campaigner bei Campact. Nachdem er zuvor für Greenpeace hauptsächlich für Klima- und Umweltschutz aktiv war, versucht er jetzt in allen Politikfeldern progressive Politik voranzubringen. Für den Campact-Blog schreibt er über die Freuden und Leiden des Fahrradfahrens und die deutsche Verkehrspolitik. Alle Beiträge

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