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Diese Lücke gibt es doch 

Die AfD leugnet den Gender Pay Gap. Dabei liegt dieser seit drei Jahren bei 18 Prozent.

Zwei Stapel Euro-Münzen auf gelbem Hintergrund: Männer verdienen im Schnitt immer noch mehr als Frauen
Foto: IMAGO / aal.photo

Das Statistische Bundesamt belegt es jedes Jahr wieder: Der Gender Pay Gap in Deutschland ist real. Im Jahr 2023 lag die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen (also der „Gap“) bei 18 Prozent. Bei einem Durchschnittslohn von 3.200 Euro brutto entspricht das also 585 Euro weniger pro Monat, aufs Jahr gerechnet sind das stolze 7.000 Euro. 

AfD: Gender-Pay-Gap gibt es nicht 

Das Lohngefälle ist signifikant. Eigentlich gibt es hier keinen Grund zu Zweifeln. Doch die AfD bestreitet die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. So lautet der Titel einer ihrer Pressemitteilungen: „Das Märchen vom Gender- Pay-Gap in Deutschland!“ Die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern im Arbeitsleben ist für die extrem rechte Partei nicht von Interesse. Quoten, um Frauen in Führungspositionen zu bekommen, lehnt sie ab. 

Gründe für Gender Pay Gap sind multifaktoriell

Sicher, die Gründe für den Gender Pay Gap sind vielfältig. Teilzeitbeschäftigungen und geringfügige Arbeitsverhältnisse, in denen überproportional viele Frauen* tätig sind, tragen wesentlich zu diesem Phänomen bei. Auch die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit aufgrund von Elternzeit oder Pflegeverantwortung, die überwiegend von Frauen* übernommen wird, wirkt sich negativ auf deren Karriereentwicklung und damit auf das Einkommen aus.

Doch selbst wenn man diese ganzen Faktoren herausrechnet, bleibt in Deutschland im Schnitt eine Lücke von sechs Prozent, die nicht erklärt werden kann. Und sehr wahrscheinlich ist diese Lücke noch größer; denn was bei den Berechnungen zum Gender Pay Gap nicht mit eingerechnet wird, sind Boni oder bestimmte Funktionszulagen, die meist in den Bereichen ausgezahlt werden, in denen mehrheitlich Männer sitzen. 

Equal Care Day 

Care-Arbeit ist meist unsichtbar. So wie der 29. Februar wird sie oft übergangen. Genau aus diesem Grund findet der „Equal Care Day“ in Schaltjahren am 29. Februar und in den anderen Jahren am 1. März statt. Wenige Tage später, am 6. März 2024, wird dieses Jahr der „Equal Pay Day“ begangen. Er soll darauf hinweisen, dass Frauen in Deutschland erst ab diesem Zeitpunkt Geld verdienen – alles davor ist dem Gender Pay Gap zum Opfer gefallen.

Höchster Pay Gap in Europa

Im internationalen Vergleich hat Deutschland – auch im Vergleich zu Ländern mit ähnlich hoher Frauenerwerbstätigkeit – einen der höchsten Gender Pay Gaps in Europa. Vorbildcharakter haben die nordischen Länder, dort gibt es hohe Frauenerwerbsquoten und relativ niedrige Lohnlücken.

Der Gender Pay Gap ist ein Beispiel mehr dafür, dass Deutschland gleichstellungspolitisch enormen Aufholbedarf hat. Sinnvolle Maßnahmen wie der Ausbau von Kinderbetreuung oder eine Reform des Ehegattensplittings könnten den Gender Pay Gap zentral beeinflussen. 

AfD fördert „traditionelles“ Rollenbild

Was für die AfD ein Märchen ist, ist für Millionen Frauen* bittere Realität. Indem sie die ungleiche Bezahlung einfach negiert, macht die Partei es sich einfach. Ohne Problem, braucht es auch keine Reform. Blickt man in ihr Grundsatzprogramm, ist das auch so gewollt. Denn dort hat die Frau nach wie vor eine andere Rolle: Sie soll für Nachwuchs sorgen; die „Diskriminierung von Vollzeitmüttern“ müsse aufhören. In ihrem Programm zur EU-Wahl heißt es: „Wir streben Chancengleichheit für Frauen und Männer an und unterstützen es, wenn Menschen traditionelle Geschlechterrollen leben.“ 

Mehrkindfamilien sollen gefördert werden. Aber nur die, die in das Schema der AfD passt. Erstrebenswert ist für die AfD nur eine „höhere Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung“. Die Partei zeigt sich stets frauenfreundlich, doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass sie vor allem eins ist: menschenfeindlich. 


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Autor*innen

Vera Kuchler arbeitet seit 2017 als Redakteurin bei Campact. Die ausgebildete Soziologin und gelernte Journalistin beschäftigt sich im Blog vor allem mit dem Thema „Arbeit und Geschlecht“. Alle Beiträge

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