Bayer schlägt zurück

Bayer-Monsanto beantragt die Zulassung eines neuen Insektengifts. Bereits im August könnte die Pestizidmischung auf den Markt kommen. Fordere jetzt Agrarministerin Klöckner und Umweltministerin Schulze auf, das zu verhindern!

Bayer ist auf Bienenjagd. Gerade erst hat die EU drei Neonikotinotide verboten, weil sie Hummeln, Bienen und Schmetterlinge töten. Jetzt legt der Chemiegigant Bayer-Monsanto einfach mit der nächsten Pestizidmischung nach – wieder ist sie tödlich für Bienen. Sie wirkt besonders perfide. Man behandelt das Saatkorn, und das Nervengift wirkt in allen Teilen der Pflanze: Stängel, Blätter und Blüte werden giftig. Bis August müssen wir die Zulassung verhindern.

„Was der Biene schadet, muss vom Markt“

Im Frühjahr protestierten Hunderttausende Campact-Unterstützer/innen gegen giftige Neonikotinoide. Mit Erfolg – Agrarministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze stimmten im EU-Rat für ein Verbot. Das reichte für die Mehrheit. „Was der Biene schadet, muss vom Markt“, sagte Klöckner im Interview. Jetzt müssen Klöckner und Schulze dazu stehen – und auch die Zulassung der neuen Giftmischungen verhindern. 

Bayer hat es eilig: Schon im August könnten die ersten Pestizidmischungen mit Flupyradifuron auf den Markt kommen. Klöckner und Schulze müssen das verhindern – und dürfen nicht vor Bayer-Monsanto einknicken. Gemeinsam mit dem Umweltinstitut München wollen wir deshalb innerhalb weniger Tage Hunderttausende Unterschriften gegen das Bienengift sammeln – und sie den Ministerinnen persönlich übergeben. Bitte hilf mit!

Bayer macht sich breit

Die Agrarindustrie hat sich mächtig breit gemacht auf unseren Feldern. Sie tötet Insekten – und zwingt die bäuerliche Landwirtschaft zum Rückzug. Zu viel Gülle gefährdet das Trinkwasser. Hecken und Wiesen verschwinden aus der Landschaft. Das Insektensterben hat Folgen für etliche andere Tiere: Igel, Vögel, Fledermäuse und Frösche finden nicht genug zu fressen. Diese Zerstörung zahlen wir auch noch selbst: Großbetriebe und Investoren greifen Agrarsubventionen ab – und machen so noch mehr Profit.

Pestizid für Pestizid muss vom Acker

Um das Sterben in der Natur zu stoppen, müssen wir uns Bayer-Monsanto und Co. entgegenstellen – und zwar gemeinsam. Glyphosat, Neonikotinoide, Flupyradifuron: Pestizid für Pestizid muss vom Acker. Unser aller Hartnäckigkeit hat uns schon weit gebracht. Vor ein paar Jahren konnten die Konzerne noch weitgehend ungestört mit Ackergiften Geschäfte machen. Mittlerweile sind Pestizide ein großes Thema.  

Bei den Neonikotinoiden hat die Umweltbewegung einen wichtigen Sieg errungen. Dazu haben auch Hunderttausende Campact-Unterstützer/innen mit ihrem Engagement beigetragen. Jetzt müssen wir dranbleiben – damit Bayer-Monsanto unseren Erfolg nicht wieder zunichte macht. Fordere jetzt von Klöckner und Schulze, den neuen Bienenkillern die Zulassung zu verweigern!

PS: „Der Stumme Frühling“ – mit diesem Buch rüttelte die Biologin Rachel Carson 1962 die Welt auf. Ihre düstere Vision könnte bald wahr werden: Die Masse aller fliegenden Insekten ist in den letzten 30 Jahren bei uns um 76 Prozent zurückgegangen. Deswegen geraten auch die Vögel in Not. Sie finden weniger zu fressen. Helfe jetzt mit, damit die Vögel nicht verstummen.

Du hast schon unterzeichnet? Super! Bitte überzeug doch gleich noch einen Freund oder eine Freundin davon zu unterzeichnen. Teile den Appell jetzt via Facebook, Twitter oder E-Mail.

7 Kommentare

  • von Heike A.

    Sehr interessant, da nutzt Bayer die Kommentarfunktion, um die Campact Kampagne zu diskreditieren…

  • Keine Bienen = Keine Menschen. So einfach ist das

  • von Alfons Mehr

    https://www.hier-sind-die-fakten.de/de/kampagne-campact-und-co-gegen-pflanzenschutzmittel.aspx

    Wer hat den nun recht. Die Argumente von Bayer sind schlüssig. Wo sind eure Fakten?

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wen Ihr wollt das die Pestizide vom Markt verschwinden
    sollen müßt Ihr den Landwirten,auch mal sagen wie sie
    one diesen Zeug die Pflanzen vor Schartinsekten schützen sollen
    von mir aus kan man das Zeug verbieten es gibt ja auch Pflanzenschutz
    one cemi ( zb Brennesselsud) hat den schon mal jemant von euch mit dem
    Bauerverband über die verwendung der Pestizide gesprochen? das gleiche
    gilt auch für die Gülle den wir haben ja wie jeder weiß Massentierhaltung
    da bei fält jede menge Gülle an,deshalb muß man mal darüber
    nach denken wo man sie läst.

  • von Rainer Walz

    Wenn die Pestizide so schädlich sind, warum in Gottes Nemen setzen die Bauern das Zeug ein? Sie brauchen doch bloss was anderes nehmen und alles ist okay pder?

  • von René Schmitz

    Ich verstehe nicht warum die Menschen nicht verstehen, das der Insekten Genozid nicht folgenlos für uns sein wird! Setzt Euch damit auseinander und steht für Eure Meinung ein solange es noch möglich ist!
    Dankeschön

  • Manche Menschen sind einfach grausam :/ Verstehen die nicht, dass wir ohne Bienen alle sterben werden?

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Veröffentlicht von Yves Venedey

Campaigner im Rapid Response-Team - Yves absolvierte nach Tätigkeiten als Marktforscher, Briefträger, Geschäftsführer, Redakteur und freier Journalist den Studiengang Public Relations an der Deutschen Presseakademie in Berlin. Politisch engagierte er sich unter anderem bei Mehr Demokratie e.V. und bei Bündnis 90/Die Grünen. Von August 2009 bis März 2014 war er Pressesprecher von Campact, zuvor Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Yves ist auch Autor des Campact-Buchs "Abschalten! Warum mit Atomkraft Schluss sein muss und was wir alle dafür tun können", das 2011 im Fischer Verlag erschienen ist.

Veröffentlicht von Lisa Lehmann