Erfolg: Keine Abstandsregel für Windräder

Nach über einem halben Jahr ist der Plan von Wirtschaftsminister Altmaier endlich vom Tisch: Es wird keinen bundesweit einheitlichen Mindestabstand für Windräder zu Wohnhäusern geben. Die Bundesländer dürfen selber darüber entscheiden. Das ist ein toller Erfolg - aber die Energiewende braucht weiter unsere Unterstützung.

Die Freude war groß, als die Nachricht am 18. Mai die Runde machte: Die Koalition einigt sich im Streit um Abstandsregeln für Windräder. Zuvor schien es, als würden sich die Verhandlungen noch wochenlang hinziehen. Doch dann ging es auf einmal ganz schnell. Nun ist klar: Die Bundesländer können selbst festlegen, wie weit entfernt Windräder zu Wohnhäusern stehen dürfen.

Altmaier wollte strengen Mindestabstand

Ein kurzer Rückblick. Im November 2019 kam Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit einem Vorschlag um die Ecke, der für große Empörung sorgte: Windräder sollten einen pauschalen Mindestabstand von 1.000 Metern zur nächsten Siedlung einhalten – und als Siedlung sollten selbst kleine Häusergruppen gelten. Mit dieser Maßnahme wollte Altmaier die Akzeptanz für die Windkraft erhöhen. Tatsächlich hätte diese Regel aber fast vollständig verhindert, dass neue Windräder gebaut werden können.

Widerstand gegen die 1.000 Meter

In wenigen Tagen unterzeichneten über 150.000 Menschen den Campact-Appell gegen die pauschale Abstandsregel. Auch Prominenz aus der Politik hielt nichts von Altmaiers Plan. Die Ministerpräsident*innen der norddeutschen Bundesländer, sowohl von CDU als auch SPD, machten Druck auf die Groko: Sie wollen mehr Windräder in ihren Bundesländern bauen.

Den beiden vehementesten Kritikern der Abstandsregel – Stephan Weil (SPD) aus Niedersachsen und Daniel Günther (CDU) aus Schleswig-Holstein –  übergaben wir unseren Appell vor der Kulisse eines drei Meter großen Windrades. Dabei nahmen wir ihnen das Versprechen ab, in den Verhandlungen alles zu versuchen, um die Abstandsregel zu verhindern.

Lange hielt der Wirtschaftsflügel der CDU/CSU an den Mindestabständen fest – sogar als Altmaier langsam davon abrückte. Gestärkt durch unseren Protest, setzten sich am Ende die Windkraft-Befürworter*innen durch.

Energiewende noch nicht gerettet

Dieser Erfolg hat den Ausbau der Windkraft aber noch nicht gerettet. Denn einige Bundesländer wollen trotzdem 1.000 Meter Abstandspflicht einführen, oder daran festhalten. Sogar größere Abstände sind möglich. Dadurch ist der Ausbau in diesen Bundesländern kaum möglich. Besonders problematisch ist die Situation in Bayern.

Seit die bayerische Landesregierung 2014 die sogenannte “10H-Regelung” verabschiedet hat, wurden im Freistaat kaum noch neue Windräder gebaut. Die Regelung besagt, dass der Abstand von einem Windrad zur nächsten Wohnbebauung zehnmal so groß sein muss, wie das Windrad hoch ist. Durch diese Regelung droht die Zahl der Windräder sogar zurückzugehen, weil alte Anlagen nicht durch neue ersetzt werden dürfen.

Wir mischen uns weiter ein

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5 Kommentare

  • Eine Lösung des Problems der Energiewende kann auch sein, Besseres zu entwickeln.
    Die klassischen Windräder sind wahrlich nicht der letzte Schrei.
    Ich engagiere mich seit etlichen Jahren für eine Lösung zur Nutzung von Höhenwind.
    – Niedrige Stromgestehungskosten von 1,8 ct/kWh
    (Vergleich klassische Windräder 4 – 8,2 ct/kWh) (2018)
    – Geringe Erstellungs- und Betriebskosten
    – Hohe Leistung (Erstanlage 6 MW Nennleistung)
    – Hohe Anlagendichte (Installierte Anlagenleistung pro km2)
    – Hohe Betriebssicherheit und Robustheit

    Siehe: http://hwr-energie.de

  • von Wimmer Ritsch

    Windräder sind wichtig! Dass ja, aber wer so ein Monster vor der Tür hat ist meist anderer Meinung.
    Überall geht es um Verständniss, bei der Energiewende wird ohne Rücksicht über Leichen gegangen und jeder der z.B. einen Diesel fährt weil er pendeln muss wird zum Arsch der Nation erklärt!!! Was soll daß??
    Jeder will telefonieren, im Internet surfen und schnell mit dem Auto von Ort zu Ort kommen aber keiner will eine Straße noch einen Funkmasten vor der Tür haben oder?
    Also laber du nicht unter Nitzsches Namen

  • von Heidemarie Kretzschmar-Knorr

    Ich bin auch für den Mindestabstand von mindestens 1000 m. Ich bin selbst betroffen und von Windrädern umzingelt. In Bayern gibt es einen Mindestabstand von 2000 m zu Bebauungen – das finde ich besser.

  • von Friedrich Nietzsche

    Labert nicht! Windräder sind wichtig.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Das soll ein Erfolk sein das ich nicht lache
    es gibt auch Menschen die gegen Windenergie sind,
    ich kann die Leute auch verstehen,die keine Windkraftanlage
    in ihrer nähe haben wollen,diese Anlagen verursachen Lärm,
    töten Vögel und verschanden die Landschaft.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Matthias Flieder

Matthias Flieder studierte Regionalwissenschaften Nordamerika, Politikwissenschaften und Neuere Geschichte. Nachdem er bereits seit 2010 ehrenamtlich für Greenpeace aktiv war, wurde er dort 2015 Campaigner und arbeitete zu Arktisschutz, Fracking und den Handelsabkommen TTIP und CETA. Seit 2017 ist er Campaigner bei Campact.