Dieser Imker setzt auf Dich

Es geht um Milliarden: Nächste Woche entscheiden die Agrarminister*innen der Länder, wie die europäische Agrarförderung bei uns verteilt wird. Gibt es endlich mehr Geld für kleine Bauernhöfe, profitieren Klimaschutz und Artenvielfalt? Oder freut sich die Agrarindustrie? Ein Imker kämpft jetzt für die Zukunft der Landwirtschaft: Stelle Dich mit Deiner Unterschrift an seine Seite – bei der ersten Hologramm-Demo Deutschlands.

Winterzeit in Michael Grolms Imkerei: Seine Bienen sitzen dicht aneinander in ihren Bienenstöcken, wärmen sich. Der Berufsimker könnte jetzt in Ruhe seine Ausrüstung reparieren, alte Waben einschmelzen und sich auf das neue Bienenjahr vorbereiten – doch er plant Größeres. 

Es geht um 390 Milliarden

Denn Michael Grolm ist wütend. Im Herbst hat Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) in Brüssel die europäische Agrarförderung verhandelt. Fast 390 Milliarden Euro will die EU in den nächsten Jahren in die Landwirtschaft stecken. Doch Artenvielfalt und Klimaschutz drohen bei der Vergabe wieder einmal zu kurz zu kommen. “Der gleiche Mist würde einfach so weitergehen, der größte Teil des Geldes wieder bei den Agrarriesen landen”, ärgert sich Grolm.

Doch er weiß: Es gibt noch eine Gelegenheit, etwas für Bienen und Bauernhöfe herauszuholen. Deutschland entscheidet, wie das EU-Geld hierzulande verteilt wird – und ob für die Förderung strenge Umweltauflagen gelten.

Schon nächste Woche treffen sich die Agrarminister*innen der Bundesländer mit Julia Klöckner zu einer Sonderkonferenz. Dann sitzen auch acht Minister*innen von den Grünen mit am Tisch – das ist unsere Chance für mehr Arten- und Klimaschutz in der Agrarpolitik. Wir haben einen Plan: Mit einer großen Protestaktion wollen wir die grünen Minister*innen dazu bringen, stark zu verhandeln. 

Deutschlands erste Hologramm-Demo

Mithilfe einer Videoprojektion läuft am Abend vor dem Minister*innen-Treffen ein virtueller Protestzug durchs Berliner Regierungsviertel – die erste Hologramm-Demo Deutschlands! Die gemeinsame Aktion mit Greenpeace und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kann richtig Schlagzeilen machen – doch damit das gelingt, brauchen wir Dich! Unterzeichne jetzt unseren Appell, dann demonstriert auch für Dich ein*e Stellvertreter*in in Berlin mit. Wenn jetzt Hunderttausend Menschen mitmachen, mischt die Demo die Konferenz richtig auf.

“Ich kann mir das nicht ansehen, wie Bauernhöfe, die uns über Jahrhunderte lang satt gemacht haben, heute dicht machen müssen”, sagt Michael Grolm. Die europäische Agrarpolitik entscheidet, wie Bäuer*innen über die nächsten Jahre arbeiten können – und wer aufgeben muss. Denn sie wird für ganze sieben Jahre beschlossen. So lange halten viele kleine Landwirt*innen nicht mehr aus: Schon jetzt schließen in Deutschland jeden Tag zehn Bauernhöfe. Dann folgen größere Betriebe, Tierfabriken und Monokulturen nehmen zu.

Neue Perspektiven für kleine Bauernhöfe

In Michael Grolms Imkerei in Thüringen sieht das noch anders aus; im Sommer summt und brummt es nur so auf seinen Streuobstwiesen. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft setzt er sich dafür ein, dass kleine Höfe wieder eine Perspektive haben. “Ich will, dass Menschen wieder anfangen, Landwirtschaft zu machen, weil das ein Traumjob ist – wenn es Wertschätzung für die Arbeit gibt und faire Preise für die Produkte”, erklärt Grolm. Er kämpft für die Agrarwende – für eine Landwirtschaft, die die Artenvielfalt stärkt und gutes Essen aus der Region liefert. 

Doch allein schaffen die Bäuer*innen die Agrarwende nicht. Michael Grolm ist froh, dass sich immer mehr Menschen für eine faire und vielfältige Landwirtschaft einsetzen. Er spürt das Umdenken in der Gesellschaft – und hofft darum auch jetzt auf viele Mitstreiter*innen. Nun kommt es auf Dich an: Deutschland kann jetzt die Weichen für eine ökologische Landwirtschaft stellen. Bitte unterzeichne unseren Appell an die Agrarminister*innen!

2 Kommentare

  • von Wolfram Gittel

    Hallo, ich habe das Konzept, das der Imker braucht, um die Existenz bäuerlicher Familien dauerhaft zu sichern. Leider ist hier der Platz gering. Daher nur die Eckpunkte. Es gibt keine Subventionen mehr Außer einer Preisbeihilfe. Es wird pro Produkt ein EU-Preis gebildet, von dem ein Kleiner Bauer gut leben könnte, wenn er ihn erzielen könnte. Dann wird die Differenz zwischen EU-Preis und Marktpreis ermittelt. Die Differenz wird an kleine und mittlere Bauern zu 100% ausgezahlt, an Großbauern zu 75%, an Landgüter zu 50% und an Agrarfabriken zu 25 %. Die Kategorie ist an die Produktionsmenge gebunden und wird EU-einheitlich festgelegt. Der EU-Preis variiert je nach Lebenshaltungskosten in der jeweiligen Region. Da jeder Landwirt dadurch nicht nur eine stabile Existenzgrundlage hat sondern auch Rücklagen bilden kann, kann jeder, der es will, auf Öko-Landbau umstellen. Wolfra Gittel

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wider eine Demo und eine Unterschrieftensamlung
    die nichts brigt,wie offt habt Ihr zu einer dieser Aktion
    auf gerufen und trotz dem hat sich nichts geändert,
    wenn Ihr glaubt das es nach der Budestagswahl zur
    Agrawende kommt da irt Ihr Euch aber es geht immer
    weiter so,die Landwirte bekommen schon seid Jahren
    nicht denn Preis für ihre Prudukte denn sie brauchen
    um wirtschaftlich zu arbeiten.

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Veröffentlicht von Jutta Sundermann

Jutta Sundermann ist seit dem Abitur Vollzeitaktivistin. Sie gründete Attac in Deutschland mit und war acht Jahre im bundesweiten KoKreis des globalisierungskritischen Netzwerks aktiv. Außerdem entwickelte und begleitete sie Kampagnen mit Medico international und Aktion Agrar. Seit März 2019 ist sie bei Campact.