Giftige Bescherung

Eigentlich verboten: Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) ließ kurz vor Weihnachten neue Bienengifte auf die Äcker – dabei hatte die EU die Pestizide 2018 von den Feldern verbannt. Unsere Bürgerbewegung protestiert: Eine halbe Million Menschen forderten mit einer Campact-Kampagne mehr Bienenschutz.

Es war ein giftiges Geschenk, das zwischen Bescherung, Lockdown und Feiertagsplanung beinahe unbemerkt blieb: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erlaubte kurz vor Weihnachten gefährliche Bienengifte – sogenannte Neonicotinoide. Sie gehören zu den gefährlichsten Giften in der Landwirtschaft: Schon kleinste Mengen können Insekten lähmen und ihre Orientierung stören. Mit traurigem Ende: Das Gift ist oft tödlich für die Tiere. 

Bienengifte verbieten – eine halbe Million für die Bienen

Doch dann kam unsere Bürgerbewegung: Über 500.000 Menschen forderten mehr Bienenschutz – und unterzeichneten innerhalb weniger Stunden unseren Campact-Appell. Ob bei Facebook oder Instagram, unzählige Menschen nutzten ihre Stimme, um sich in den sozialen Medien für die Bienen einzusetzen. Auf Twitter war das Thema sogar in den Trends, weil so viele Menschen gegen den Gift-Einsatz twitterten. 

Eil-Aktion im Weihnachtsfrau-Kostüm

Auch Offline kam Klöckner nicht an uns vorbei: Am Tag vor Weihnachten besuchten wir das Landwirtschaftsministerium. Diese Aktion musste richtig schnell geplant werden. Innerhalb weniger Tage sollte die Genehmigung für die Bienenkiller über den Tisch gehen. Darum besorgten wir uns schnell ein Kostüm einer Weihnachtsfrau und statteten der Agrarministerin einen Besuch ab. Unser besonderes Mitbringsel: der Campact-Eil-Appell an Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit der Forderung, bienenschädliche Pestizide nicht zu erlauben. 

Klöckner bleibt giftig

Leider hält Klöckner an den Bienengiften fest, auch wenn sie diese an Auflagen knüpft. Immerhin: Sachsen-Anhalt und Thüringen werden das Gift nicht einsetzen. 

Unsere Bürgerbewegung kämpft seit Jahren gegen Insektengifte – und feierte dabei schon einige Erfolge. 2018 hat die EU Neonicotinoide verboten, der öffentliche Protest war zu groß. Zehntausende Menschen sind bei den „Wir haben es satt!“-Demos in Berlin auf die Straße gegangen; Campact hat Klöckners öffentliche Auftritte immer wieder mit Protesten begleitet.

Doch oft nutzen Politiker*innen – wie Landwirtschaftsministerin Klöckner – eine Hintertür und erlauben Gifte per Ausnahme. Deswegen ist es so wichtig, dass wir dranbleiben. Sobald das nächste Gift heimlich auf unsere Äcker kommen soll, sind wir da – online mit Appellen und Aktionen auf der Straße.

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1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Die Weinachtsschokolade ist die Osterschokolade
    Ihr fordert das die Landwirtschaft auf Pestizide
    verzichten soll,ich habe aber noch nicht gehört
    das Campact sich mit Landwirten getroffen hatt
    um über das Problem zu reden satt dessen wird
    immer wider auf die Bauern ein gedroschen
    das finde ich nicht gut was mir immer wieder
    auf fält ist das Ihr keine Alternativen auf zeigt.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Friederike Gravenhorst

Friederike Gravenhorst hat neben ihrem Politik-Studium die Bremer Landespolitik kennengelernt. Mit einer Jugendorganisation hat sie sich gegen Autos und Polizeigesetze eingesetzt und für junge Perspektiven in der Politik gestritten. Seit 2020 unterstützt sie Campact als Junior-Campaignerin, seit November 2020 als Campaignerin.