48-Stunden-Ideensprint

„Wie machen wir die Bundestagswahl zur Klimawahl?“ – 900 Menschen aus ganz Deutschland feilten dazu ein Wochenende lang an ihren Projektideen. Lies hier, welche Ideen des Hackathon Neustart:Klima die insgesamt 140.000 Euro Startfinanzierung erhalten.

Neustart:Klima

Eine angespannte Vorfreude lag in der Luft, als am Freitagabend, den 19. März immer mehr Gesichter auf der virtuellen Konferenzplattform des Hackathons Neustart:Klima erschienen. Unser Plan: Hunderte Menschen aus ganz Deutschland zusammenbringen, die ein Wochenende lang in Teams Ideen spinnen, um die Bundestagswahl zur Klimawahl zu machen. Damit schafften wir es sogar bis ins Radio.

Dann ging es endlich los: Die Jury-Mitglieder starteten mit persönlichen Botschaften an die Teilnehmer*innen. Klimaaktivistin Luisa Neubauer erzählte, wie sinnvoll sie es finde, sich gegen die Klimakrise zusammenzutun und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Und Frida Frucht vom Peng!-Kollektiv forderte die Teilnehmer*innen auf, mutig zu sein – die Klimakrise brauche radikale Ideen.

Lossprinten

Brainstormen, Teams bilden, Ideen zuspitzen – die Hackathon-Teams arbeiteten teilweise bis tief in die Nacht. Zwischenzeitlich kursierten bis zu 600 Ideen. Fertig ausgearbeitet und eingereicht wurden ganze 100 Projektskizzen. Hundert unterschiedliche Ansätze, um die Bundestagswahl zum Wendepunkt fürs Klima zu machen.

Die Entscheidung

Die Jury – Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Frida Frucht vom Peng-Kollektiv, Markus Beckedahl, Mitgründer von netzpolitik.org und der Re:Publica, Imeh Ituen, Sozialwissenschaftlerin und Klimaaktivistin, und Christoph Bautz von Campact – machte es sich nicht leicht.

100.000 Euro hatte Campact zur Umsetzung der aussichtsreichsten Projekte versprochen – und setzte dann nochmal einen drauf. Weil die Jury von vier Projektskizzen so überzeugt war, erhöhten wir das Budget auf fast 140.000 Euro. Eine detaillierte Kostenkalkulation der Projektteams traf auf die Erfahrung der Jurymitglieder – so wurde die Fördersumme pro Projekt festgelegt.

Ausruhen? No way!

Für die vier Teams geht es jetzt richtig los: Mit einer Startfinanzierung und Profis, die sie eng bei der Umsetzung ihrer Ideen begleiten.

#DeinGesichtfuerMeineZukunft – der Online-Wahlplakat-Baukasten

Die Idee: Eine Website, über die jede*r ortsspezifische Klima-Wahlplakate bestellen kann. Einfach die Spitzenkanditat*innen aus dem eigenen Wahlkreis auswählen, einen Klima-Slogan aussuchen und schon gibt es die Plakate per Post. Jetzt müssen sie nur noch aufgehängt werden. Unter dem Hashtag #DeinGesichtfuerMeineZukunft wird die Kampagne auch bei Social Media verbreitet! Das Projektteam erhält 50.000 Euro zur Umsetzung seiner Idee.

Ohne Kerosin nach Berlin

Überall setzen sich Menschen aufs Fahrrad – und bringen Fragen und Forderungen aus dem ganzen Land nach Berlin! Mitte September erreichen fünf Gruppen aus verschiedenen Teilen des Landes die Hauptstadt. Alle Radler*innen versammeln sich zu einem corona-konformen Klima-Camp – und das kurz vor der Wahl, direkt vor dem Bundestag. 25.000 Euro gehen an das Team für diese Idee.

Interaktive Gebäudeprojektionen

Ein später Abend im Regierungsviertel – und plötzlich: Licht an! Videos von Dürre, Überflutung, schmelzenden Gletschern erscheinen an den Außenwänden von Regierungsgebäuden. Die krassen Folgen des Klimawandels werden im öffentlichen Raum sichtbar – und Clips der Aktionen verbreiten sich bei Social Media. Das Team erhält 18.000 Euro.

#WirStimmenZusammen – Oma, schenk mir deine Stimme! Opa, wähl für meine Zukunft!

Wir müssen reden – mit unseren Eltern und Großeltern. Denn nur gemeinsam können wir Klimabremser*innen abwählen. Das Projektteam will Tausende Gespräche anregen: zwischen Enkel*innen und ihren Großeltern, die gemeinsam den Wahl-O-Mat ausfüllen, klimaneutral kochen oder Klimaspaziergänge machen. Dokumentiert wird das alles per Website und bei Social Media unter dem Hashtag #WirStimmenZusammen. 46.000 Euro erhält das Team zur erfolgreichen Umsetzung.

Auch alle anderen Hackathon-Teams von Neustart:Klima wollen wir ermutigen, ihre Klimawahl-Idee mit voller Motivation weiterzuverfolgen. Unser Unterstützungsprogramm steht allen Teams offen – und um die Wahl zur Klimawahl zu machen braucht es Euch alle!

Die Klimawahl kommt

Die Hackathon-Projekte kommen genau zur richtigen Zeit – sie können jetzt den Unterschied machen. Laut aktuellen Umfragen führen die Klimazerstörer*innen der CDU/CSU nur noch mit fünf Prozentpunkten. Ob Pandemie-Versagen oder Korruptionsaffären – der Vorsprung zu den Grünen schrumpft immer mehr. Das ist unsere Chance, die Wahl zu einer echten Klimawahl zu machen!

5 Kommentare

  • Danke fürs Teilen und ich mag die Idee auch sehr.

  • von Robert Matt

    Das nenne ich mal eine super Aktion! Luisa Neubauer ist sowieso klasse. Auch Danke an Compact.
    Hier lohnt es sich auf dem Laufenden zu bleiben #NeustartKlima2021

  • von Uta

    Das tut richtig gut und macht Mut, von so vielen Menschen mit so viel guten Ideen zu lesen.
    Campact hat es möglich gemacht, dass es so weit, dass es dazu gekommen ist.
    Vielen Dank!!

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Klimawahl was soll das sein?
    Die Energiewende kommt nicht
    vorran weil sich Anwohner da gegen
    wehren genau so verhält es sich mit
    der Verkehrswende wenn die Bahn
    ihre Strecken ausbauen oder neubauen
    will gibt es brobleme mit Leuten die
    da gegen sind ich möcht nur wissen
    mit welcher Partei wollt Ihr eine
    Klimawahl gewinnen? solange
    die Grünen glauben das E Autos
    umweltfreudlich sind ist die
    Partei für mich unglaubwürdig.

  • von Michael Schwarz

    super Ideen und super Projekte, Danke

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Antonia Becher

Antonia Becher weiß als Umweltpsychologin um die Macht der Sprache und hat sie im Bezug auf die Klimakrise wissenschaftlich untersucht. In einer Berliner Werbeagentur lernte sie von der Pike auf wie schlagkräftige Kampagnen funktionieren. Dieses Wissen setzt sie in der Pressearbeit für Ende Gelände und seit Mai 2019 für Campact ein.