WhatsApp knickt ein

Erfolg für den Datenschutz: Nach massiver Kritik an den neuen WhatsApp-Datenschutzbestimmungen lenkt der Mutterkonzern Facebook ein. Für Nutzer*innen hat es nun vorerst keine Folgen, wenn sie den neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien nicht zustimmen. Das ist auch der Erfolg von über 250.000 Campact-Unterstützer*innen.

Anfang des Jahres kam WhatsApp mit einer klaren Forderung auf seine Nutzer*innen zu: Wer weiterhin die vollen Funktionen des Messengers nutzen wollte, sollte den neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zustimmen – und zwar ohne Infos darüber, was sich ändern würde. Die Folge: Etliche Nutzer*innen installierten andere Messenger-Dienste auf ihren Smartphones. WhatsApp musste reagieren: Aus Angst vor massenhaften Kunden-Verlusten wurde die Frist von Februar in den Mai verschoben.

WhatsApp kann nicht überzeugen – 250.000 protestierten

Es gelang Facebook in der Zeit jedoch nicht, den Nutzer*innen die neuen Nutzungsbedingungen schmackhaft zu machen. Im Gegenteil: Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar leitete ein Verfahren gegen Facebook ein. Aus seiner Sicht war immer noch nicht klar, wozu der Konzern in Zukunft die Daten der WhatsApp-Nutzer*innen einsetzen wollte. Daraufhin unterzeichneten in kurzer Zeit über 250.000 Menschen einen Campact-Appell an Facebook.

Mit zehn übergroßen Smartphones protestierten Campact-Aktive vor der Facebook-Zentrale in Hamburg. Gerne hätten wir die Unterschriften auch übergeben, doch auf eine entsprechende Anfrage reagierte Facebook nicht.

Die Fotos zur Aktion siehst Du hier:

Wortbruch bei WhatsApp

Der Argwohn gegenüber Facebook ist begründet. Als der Konzern WhatsApp im Jahr 2014 für 22 Milliarden US-Dollar übernahm, hieß es in einem WhatsApp-Statement: „Und das wird sich für euch, unsere Benutzer, ändern: Nichts.” Schon zwei Jahre später wurden erstmals Daten mit Facebook geteilt. Das scheint der Konzern jetzt ausweiten zu wollen.

Der Protest zeigt Erfolg

Kurz vor Ablauf der Frist gab Facebook dann endgültig nach: Niemand werde auf die Nutzung von Funktionen verzichten müssten – unabhängig davon, ob er oder sie den neuen Nutzungsbedingungen zustimme. Das war ein großer Erfolg für alle WhatsApp-Nutzer*innen – und besonders für die Appell-Unterzeichner*innen. Doch damit nicht genug: Im Juni ging WhatsApp sogar noch einen Schritt weiter: In Zukunft soll es sogar Einmal-Nachrichten geben, sowie Chats, die nach einer bestimmten Zeit von alleine verschwinden.

Campact tritt ein für Datenschutz

Facebook hat scheinbar begriffen, dass der Konzern nicht alles mit seinen Nutzer*innen machen kann. Es bleibt jedoch ungewiss, was er in Zukunft wirklich mit den Nutzer*innen-Daten vor hat. Sicher ist nur, dass Facebook mit dem Messenger Geld verdienen will. Da Facebook eingelenkt hat, stellen wir unseren aktuellen Appell ein. Wir werden uns weiterhin für das Thema Datenschutz einsetzen – was WhatsApp angeht und darüber hinaus.

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3 Kommentare

  • Das ganze Thema Whatsapp, Facebook und generell Soziale Medien ist ja sowieso schon immer ein umstrittenes Thema gewesen. Da hilft es nur vorsichtig und bewusst die Kanäle zu nutzen. Danke für den wertvollen Beitrag.

    Beste Grüße
    Winfried

  • Eigentlich dürfte jedem WhatsApp Nutzer klar sein, dass er hier mit seinen Daten bezahlt. Kein Dienst kann auf Dauer kostenlos arbeiten und natürlich muss auch WhatsApp Geld verdienen. Eine Möglichkeit ist natürlich für den Dienst monatlich zu zahlen, was für viele sicherlich auch nicht in Frage käme. Daher sollte sich jeder gut überlegen, ob er bereit ist, mit seinen Daten zu zahlen. Man könnte sich einen monatlichen Beitrag auch sparen, wenn Werbung eingeblendet würde aber wer will das schon.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich habe von diesen Sozialmedien noch
    nie etwas gehalten,und benutze sie auch
    nicht ich komme ganz gut ohne sie aus
    wenn man schon diese Medien benutzt
    sollte die Computersicherheit auf denn
    neusten Stand sein.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Matthias Flieder

Matthias Flieder studierte Regionalwissenschaften Nordamerika, Politikwissenschaften und Neuere Geschichte. Nachdem er bereits seit 2010 ehrenamtlich für Greenpeace aktiv war, wurde er dort 2015 Campaigner und arbeitete zu Arktisschutz, Fracking und den Handelsabkommen TTIP und CETA. Seit 2017 ist er Campaigner bei Campact.