Auf Krieg folgt Hunger – Ernährungssicherheit jetzt!

811 Millionen Menschen hungern weltweit bereits jetzt – durch den Krieg in der Ukraine verschlimmert sich ihre Situation dramatisch. Mit Mitteln aus dem Ergänzungshaushalt, den das Kabinett heute verabschiedet hat, kann Finanzminister Lindner die Hungerkatastrophe lindern. Mit einer Aktion vor der Kabinettssitzung und einer großen Anzeige in der FAZ forderten wir Lindner auf: Geben Sie die Gelder zum Kampf gegen den Hunger frei!

282 Teller – jeder steht für eine Millionen Menschen, die alleine in den afrikanischen Ländern chronischen Hunger leiden. Aufgestellt haben wir sie vor dem Kanzleramt, während drinnen über den Ergänzungshaushalt diskutiert wurde: Es geht um 40 Milliarden Euro, welche die Folgen des Krieges in der Ukraine abmildern sollen. Doch während Militärausgaben und Waffenlieferungen in aller Munde sind, droht das Hungerleid von Millionen unterzugehen.

Gemeinsam mit der Organisation „Aktion gegen den Hunger“ forderten wir Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf, zusätzliche Gelder für den Kampf gegen den Hunger bereitzustellen. Vor dem Kanzleramt war unsere Forderung nicht zu übersehen – und auch im Politikteil der FAZ wandten wir uns mit einer großen Anzeige an den Finanzminister.

Hungerkrise: Die vergessene Folge des Krieges

Die Situation ist dramatisch – und wird jetzt noch schlimmer: Schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine litten weltweit 811 Millionen Menschen chronischen Hunger. Durch den Kriegsausbruch sind weitere 47 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Das sind so viele, wie Spanien Einwohner*innen hat.

Russland und die Ukraine gehören beide zu den größten Nahrungsmittellieferanten: Mehr als jeder vierte Sack Weizen, der weltweit verkauft wird, kommt aus einem der beiden Länder. Jetzt werden Felder zerstört oder können nicht bestellt werden, Handelsschiffe stecken in den Häfen fest und steigende Spritpreise erhöhen die Transportkosten. Die Folge: Die Lebensmittelpreise steigen rasant. Viele Familien können sich nicht mehr genug zu essen leisten. Im schlimmsten Fall bleibt ihnen nur die Flucht, wenn sie nicht verhungern wollen.

Gemeinsam gegen den Hunger

Eigentlich wäre genug Nahrung für alle da – doch aktuell können sie sich nicht alle leisten. Darum ist internationale Hilfe so wichtig: Kein Mensch muss 2022 noch verhungern! Das UN-Welternährungsprogramm rechnet allein wegen des Krieges mit Mehrkosten von 850 Millionen US-Dollar pro Jahr, um den Hunger einzudämmen.

Klar ist auch: Kein Staat kann den Welthunger alleine besiegen. Doch gemeinsam kann der Hunger von Millionen gelindert werden. Frankreich, Kanada und die USA haben bereits zugesagt, ihre Hilfen aufzustocken. Jetzt muss auch Deutschland nachziehen und seinen Teil beitragen. Lindner kann etwas dagegen tun – er muss jetzt die Gelder im Ergänzungshaushalt freigeben.

Haushalt aufstocken – Leben retten

Entwicklungsministerin Svenja Schulze warnt vor der „schwerste[n] Ernährungskrise seit Jahrzehnten“ und fordert mehr Mittel. Doch was im Entwurf für den Ergänzungshaushalt schlussendlich steht, entscheidet Finanzminister Lindner. Sein Vorschlag, den das jetzt jetzt abgestimmt hat, umfasste insgesamt 1,5 Milliarden Euro für „Humanitäre Hilfe“. Unklar ist, wie viel davon tatsächlich in den Kampf gegen den Hunger fließt.

Der Koalitionsvertrag legt eigentlich fest, dass für jeden Euro, der zusätzlich in Verteidigung fließt, auch ein Euro für die Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben werden soll. Tatsächlich sind inzwischen die Militärausgaben aber deutlich höher. Mit unserer Anzeige und vorm Kanzleramt machten wir Lindner deutlich: Der Kampf gegen den Hunger ist mindestens genauso wichtig, wie Geld für die Bundeswehr.

Mit zusätzlichen Mitteln könnte über das UN-Welternährungsprogramm Soforthilfe geleistet werden – und mittelfristig ländliche Entwicklung sowie neue Anbautechniken für bessere Eigenversorgung in den betroffenen Ländern gefördert werden. Darum forderten wir Lindner auf: Geben Sie zusätzliche Gelder im Kampf gegen den Hunger frei!

Mit dem Ergänzungshaushalt wurde jetzt ein wichtiger Schritt gegangen, um denen zu helfen, die unter den Folgen des Krieges leiden – hier und im globalen Süden. Doch um den weltweiten Hunger zu besiegen, dürfen wir auch in Zukunft nicht wegschauen; wir müssen uns weiterhin unserer Verantwortung stellen und Hilfe finanzieren. Das haben wir mit unserem Aktionsbild vor dem Kanzleramt klar gemacht. Hier kannst Du die Bilder der Aktion anschauen:

2 Kommentare

  • von Gerhard Drotleff

    Churchill hat es erkannt:das Herz der Probleme ist das Herz des Menschen. Hat der Mensch keine Ehrfurcht vor Gott, hat er auch keine vor dem Menschen. Diese Gott-losigkeit hat zur Folge, dass jährlich laut WHO 73.3 Millionen Kinder abgetrieben werden. Gott lässt sich nicht
    Spotten, denn was der Mensch saet, dass wird er auch ernten. Ich hab den Eindruck, dass wir weltweit schon mitten in der Ernte sind. Als die Bosheit ein Hoechstmass annahm hat Gott immer mit Gericht geantwortet, siehe Noahs Flut u.Sodom u.gomorah.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    So lange es keinen Frieden gibt wird man das Problem
    nicht lösen in der ganzen Welt, gibt es Kriege selbst in
    den so genanten Entwiklungsländern herscht Krieg
    wie zb. in der Türkei, im Sudan in Israel, Palestina
    und jetzt in der Ukraine in machen Länder weis man
    wohl schon nicht mehr warum überhaupt gekämpft
    wird, so lange die es Kriegstreiber gibt die glauben
    mit Waffengewalt jedes Land anzugreifen, wird sich
    nichts ändern ich hoffe das diese Leute vor Gericht
    gestellt werden und verurteilt werden.

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Veröffentlicht von Victoria Gulde

Victoria Gulde studierte Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Internationale Beziehungen. Währenddessen engagierte sie sich bei einer studentischen Initiative für interkulturellen Austausch. Nach ihrem Abschluss setzte sie sich für ein solidarisches und demokratisches Europa ein. Seit Juni 2018 ist sie Campaignerin bei Campact.