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5 Wege, wie Du Dich als Senior*in politisch engagieren kannst

Politisch engagieren kann sich im Grunde jede*r – ob mit Petitionen, auf Demos oder mit persönlichen Hilfsangeboten. Wie speziell Menschen im Rentenalter progressive Anliegen unterstützen können, liest Du hier.

Die Omas gegen Rechts bei einer Demonstration unter dem Motto "Herz statt Hetze" am 28. Oktober 2022 in München.
Die Omas gegen Rechts bei einer Demonstration unter dem Motto "Herz statt Hetze" am 28. Oktober 2022 in München. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Der „Tag der älteren Generation“ ist ein Aktionstag, der in Deutschland jährlich am ersten Mittwoch im April begangen wird. Er wird unter anderem von Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen dazu genutzt, um auf die Belange von Senior*innen und ihre Rolle in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Progressive Veränderungen und wirkungsvolle Politik können nur die jungen Leute bewegen? Quatsch! Gerade Senior*innen besitzen Fähigkeiten, die wichtig sind, wenn man etwas bewegen will: Erfahrung, Durchhaltevermögen und viel Wissen über verschiedenste Themen. Deswegen gilt: Politisches Engagement endet nicht mit dem Renteneintritt. Zum „Tag der älteren Generation“ haben wir bei Campact ein paar Möglichkeiten zusammengetragen, wie Du Dich gerade im Alter politisch engagieren kannst. 

In Initiativen engagieren

Die „Omas gegen Rechts“ setzen sich deutschlandweit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Im Januar 2018 gründete Anna Ohnweiler in Nagold die erste überparteiliche zivilgesellschaftliche Initiative mit dem prägnanten Namen. Innerhalb kürzester Zeit entstanden zahlreiche Regionalgruppen. Mittlerweile zählen die “Omas gegen Rechts” mehr als 15.000 Mitglieder.

Die Initiative „Omas for Future“ protestiert regelmäßig gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen von „Fridays for Future“. Ähnlich wie die Fridays setzen sie sich für Klimagerechtigkeit, mehr Klimaschutz und einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern ein. Auf ihrer Internetseite schreiben sie: „56 Prozent der Menschen in Deutschland gehören – wie wir – zur Generation 50 plus. Sie wollen wir bewegen – aus Liebe zum Leben.“ Und das schaffen sie seit 2019 bereits sehr erfolgreich in über 70 Regionalgruppen in Deutschland. Vielleicht gibt es ja auch eine in Deiner Nähe? 

Weltweit gibt es Initiativen, in denen sich in erster Linie Menschen in der zweiten Lebenshälfte engagieren. Lies hier zum Beispiel etwas über die „Strickenden Omas gegen Gas“ in Australien: 

Zeit anbieten

Im Gegenteil zu Schüler*innen, Studierenden oder Arbeitnehmer*innen haben Seniorinnen und Senioren meist vor allem eines: viel flexibel einteilbare Zeit. Ohne die Bindung an Schule oder Arbeitszeiten kannst Du Personen und Initiativen dann unterstützen, wann es Dir am besten in den Tagesplan passt. Gerade für die Organisation von Events, Anrufe oder allgemeine Planung kann das praktisch sein. Frag doch einfach mal nach, bei welchen Aufgaben oder zeitlichen Hindernissen Du Dein Umfeld unterstützen kannst.  

Appelle und Petitionen 

Unterzeichnen

Das letzte Krankenhaus in der Region wird geschlossen, ein einzigartiges Naturschutzgebiet muss einem Fabrikgelände weichen oder nicht ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Senior*innen: Überall gibt es Probleme, die Aufmerksamkeit brauchen. Oft starten engagierte Bürger*innen oder Initiativen Petitionen, um etwas an diesen Zuständen zu verändern. Diese Petitionen oder Appelle kannst Du ganz einfach von zu Hause mit einer Online-Unterzeichnung unterstützen. Je mehr Leute mitmachen, desto größer wird die Petition – und desto eher schauen Medien und Politik hin. 

Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, findest Du ganz viele solcher Petitionen. Und Campact startet regelmäßig Appelle zu Themen, die bundesweite Relevanz haben.

Selbst starten

Du kannst aber auch selbst aktiv werden und eine Petition zu einem Thema starten, das Dir am Herzen liegt oder Dich in Deiner Region aufregt. Höre Dir hier an, wie Du eine Petition bei WeAct starten kannst und auf welche Weise Du dabei von Campaignerinnen unterstützt wirst. 

Probleme ansprechen und diskutieren

Auch ohne Initiative oder Verein kannst Du für progressive Ideen einstehen – ganz einfach in alltäglichen Situationen. Ob beim Stammtisch, im Kegelclub oder Gesprächskreis oder auch nur an der Supermarktkasse: Überall gibt es Personen, die diskriminieren, bestimmte Menschen aus öffentlichen Räumen verdrängen oder marginalisierten Gruppen ihre individuellen Probleme absprechen. Gib Populisten nicht den Raum für ihre schädigenden Aussagen oder Handlungen, sondern stimme stattdessen zur Gegenrede an. Oft braucht es nur eine Person, die sich engagiert, damit andere einstimmen. So kannst Du Platz für progressive Themen und Ansichten schaffen.

Unterstütze keine Vorurteile oder Stereotype, sondern gehe sorgsam mit Sprache um und mache andere auf diskriminierende Sprache aufmerksam. Lies in diesem Blog-Beitrag, wie Du Dich gegen rassistische und diskriminierende Aussagen durchsetzen kannst. 

Geflüchtete oder Angehörige unterstützen 

Viele Senior*innen engagieren sich in der Geflüchtetenhilfe – aus den unterschiedlichsten Gründen und mit verschiedenen Mitteln. Die einen bieten Unterkünfte oder temporären Wohnraum an, weil sie ohnehin Zimmer freihaben, seitdem die Kinder aus dem Haus sind. Andere nutzen ihre freien Vormittage, um Hilfsgüter zu organisieren oder zu verteilen. 

Im Moment versuchen viele Menschen, den Geflüchteten aus der Ukraine zu helfen. Aber auch gegen andere humanitäre Katastrophen kannst Du dich aus der Ferne einsetzen, zum Beispiel benötigen die Erdbebenopfer in Syrien und in der Türkei nach wie vor Hilfe. In diesem Beitrag kannst Du lesen, wie Du in solchen Fällen unterstützen kannst. 

Ob Geflüchtetenhilfe, Petitionen unterschreiben oder in lokalen Initiativen engagieren – jedes Engagement zählt. Ist etwas für Dich dabei gewesen? Teile den Beitrag doch per E-Mail oder WhatsApp-Nachricht mit einer Person, die sich hier noch eine Idee abholen könnte.

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Autor*innen

Linda Hopius ist freie Journalistin und schreibt zu den Themen Umwelt und Naturschutz. Dazu arbeitet sie als Naturmentorin in der Wald- und Erlebnispädagogik und berichtet darüber auf ihrem Instagram-Kanal @lindasnaturgeschichten. Für Campact arbeitet sie seit 2024 als freie Journalistin und kümmert sich im Campact-Blog vor allem um Service-Themen. Alle Beiträge

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