Was Indonesien von Sierra Leone lernen kann: Palmöl geht auch fair

Die Menschen in Indonesien leiden und das Klima ist bedroht. Der Grund: Im Inselstaat boomt das billige Palmöl. Doch dieses Beispiel aus Sierra Leone gibt Hoffnung, denn es zeigt, dass es auch anders geht.

von  Anne Beny % Kommentar

Landraub für billiges Fett

Die Doku der Deutschen Welle zeigt, was passiert, wenn Großkonzerne Palmöl anbauen: Das Gebiet im westafrikanischen Sierra Leone ist geprägt von Palmöl-Monokulturen. Bauern wie Sima Mattia leiden unter dem der Ausbreitung der Plantagen. Einst gehörten ihm und seiner Familie Felder, auf denen heute Palmöl angebaut wird.

Doch davon ist ihm kaum etwas geblieben. Er ist Opfer von Landraub geworden. Die Pacht für sein Land landet bei den lokalen Chefs. Sami geht leer aus, während ein Konzern die Felder bewirtschaftet. Um zu überleben, muss er sogar für die Palmöl-Industrie arbeiten.

Über 50 Familien waren von diesem Land abhängig, aber jetzt ist das Land weg. Das Geld ist weg und die Lebensbedingungen werden schwieriger.

Es geht auch fair

Doch es geht auch anders. Palmöl-Bauer Sorie Sesay bewirtschaftet seine Ländereien selbst. „Das wird meine Pension sein“, erklärt er. Denn die Ölpalmen versprechen eine reiche Ernte für die nächsten 25 Jahre. So kann Sorie sich selbst und seine Familie finanzieren.

Auch für die Firmen kann das profitabel sein, wie das Beispiel im Beitrag der Deutschen Welle zeigt. Sie können darauf verzichten, selbst Plantagen anzulegen. Stattdessen kaufen sie den lokalen Produzenten die Öl-Früchte ab. Am Markt sind sie damit im Vorteil. Denn Farmer wie Sorie Sesay bauen in Bioqualität an – für ihn ist das günstiger. Die steigende Nachfrage kann so sofort bedient werden, während andere Firmen ihre Produktion erst umstellen müssen.

Auf Kosten von Mensch und Natur: Palmöl-Boom in Indonesien

Doch nicht nur in Sierra Leone ist ist die Beliebtheit des billigen Fettes ein Problem. Auch in Indonesien, einem der größten Palmöl-Produzenten weltweit, sind die Bauern und Bäuerinnen vom Landraub betroffen. 

Neben den Menschen leidet jedoch auch die Natur: Riesige Regenwälder werden niedergebrannt und Indonesien damit zu einem der größten Klimasünder. Sumatra-Tiger und Orang-Utans verlieren ihre letzten Lebensräume.

Die Deutsche Bank finanziert die Regenwaldzerstörung

Befördert wird die Zerstörung der Urwälder auch von der Deutschen Bank. Sie finanziert die Firmen Noble Group und Pacific Finance/Indofood Firmen, die an der Rodung des Regenwaldes beteiligt sind. Wir fordern von der Deutschen Bank, dass sie alle Geschäftsbeziehungen zu Firmen beendet, die zur Zerstörung der Urwälder in Indonesien beitragen. Hilf mit und unterzeichne unseren Appell:

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Ein Kommentar

  • von H.Olberg

    Ist es nicht das Beste wenn der Produzent vom Erlös seines Produktes direkt profitiert? Ja, so ist es, jetzt setzt er auf Umweltverträglichkeit und Qualität.

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Veröffentlicht von Anne Beny