Umgeholzt

RWE sägt am Kohleausstieg. Der Energiekonzern will für seinen rheinischen Tagebau weiter den Großteil des einzigartigen Hambacher Waldes abholzen – obwohl die Kohlekommission gerade den Ausstieg aus dem Klima-Killer plant. Jetzt muss die Bundesregierung durchgreifen und die Rodung eines der ältesten Wälder Deutschlands stoppen!

Wald schützen, Kohle stoppen

Die Kettensägen liegen schon bereit. Der Energieriese RWE will in den nächsten Wochen das Herzstück des Hambacher Waldes abholzen, um im rheinischen Braunkohlerevier jahrelang weiter Kohle zu fördern. Dabei verhandelt die Regierung eigentlich mit Kohlelobby und Umweltschützer/innen über den Ausstieg aus der Kohle. Zieht RWE die Rodung durch, wäre das eine Ohrfeige für alle Beteiligten. Die Verhandlungen könnten scheitern – und damit der gesamte Kohleausstieg.

Hambacher Wald ist die rote Linie

Fakt aber ist: Die Bundesregierung kann sich ein Scheitern nicht leisten. Ihr Ziel ist ein Konsens aller Beteiligten – auch, weil die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger den Kohleausstieg will. Unser Appell mit mehr als 100.000 Unterschriften soll zeigen: Der Hambacher Wald ist die rote Linie! Gemeinsam mit dem BUND fordern wir Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) auf, RWE von der Rodung abzubringen.

Der Hambacher Wald ist ein wunderschönes, einzigartiges Stück Natur, die Heimat vieler seltener Tierarten. Und er ist nun das Symbol für den Kampf um den Ausstieg aus dem Klima-Killer Kohle. Bitte zeige auch Du hier und jetzt, dass Du den Ausstieg willst – und unterzeichne gegen die Rodung des Hambacher Waldes!

 Abholzung des Hambacher Waldes ist ein Irrsinn

Für Antje Grothus ist das Vorgehen von RWE ein Stich mitten ins Herz. Seit Jahren kämpft sie für den Erhalt des Hambacher Waldes. Sie sitzt als Vertreterin der betroffenen Menschen der Region in der Kohlekommission. Für sie kann die Arbeit des Gremiums nicht erfolgreich sein, „wenn vor Ort ein einzelnes Unternehmen unter den Augen von Bundes- und Landesregierung die Situation unnötig eskaliert“.

Auch aus energiepolitischer Sicht ist die Abholzung des Waldes ein Irrsinn. Nach Berechnungen unseres Kampagnenpartners BUND könnte RWE auch ohne die Rodung noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen, um seine Kraftwerke am Laufen zu halten. Die vorschnelle Abholzung des Waldes zeigt nur: Der Kohlekonzern ist auf Provokation aus. An einem Konsens über den Kohleausstieg hat er kein Interesse.

Keine Frage: Der Hambacher Wald ist ein Fall für die Regierung. Sie muss sich einschalten und RWE zum Einlenken zwingen. In unserem Appell an die Minister Altmaier und Schulze fordern wir genau das. Bitte unterzeichne jetzt – damit der Kohleausstieg kommt und der Hambacher Wald erhalten bleibt.

5 Kommentare

  • von E.mscherperle

    Betriebsgenehmigung hinterfragen!

    RWE argumentiert, uns billigen Strom zu liefern.

    So billig ist der aber gar nicht, wenn die (Klima-) Folge-Kosten mit einberechnet werden!
    Zuletzt veröffentlichte Zahlen (9/18) gingen in die Milliarden, die die Öffentlichkeit zu tragen hat!

    Die Betriebsgenehmigung wurde in den 70er Jahren für die Sicherstellung des heimischen Strombedarfes erteilt.
    Von dem geförderten Strom werden aber derzeit ca 30% exportiert!
    Ist damit die Betriebsgenehmigung nicht in Frage gestellt?

    Muss eine Betriebsgenehmigung nicht an neue Erkenntnisse zu Schäden, Folgekosten und Auswirkungen angepasst werden?
    Wer trägt die Kosten, die eine veränderte Geologie z.B. hinsichtlich der Wasserverorgung hat?

    Warum wird das nicht öffentlich hinterfragt?

  • von Feister Gerald

    Jedem der diese Petiton unterschreibt, würde ich den Strom abschalten. Dann kann er am eigenen Leib erfahren, was es heisst ohne elektrische Energie auszukommen.

    • von Campact Team

      Hallo Gerald,

      in den letzten Jahren wurden immer mehr Wind- und Solaranlagen gebaut, gleichzeitig gingen kaum Kohlekraftwerke vom Netz – wir produzieren aktuell mehr Strom, als wir brauchen. Experten sind sich sicher: Wir können schnell eine ganze Reihe Kohlekraftwerke abschalten, ohne dass es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommt.

      Viele Grüße
      Das Campact-Team

    • von E.mscherperle

      Guten Tag Gerald,

      Verzicht auf Kohlestrom bedeutet nicht Verzicht auf Energie, aber Verzicht auf Klima- und Umweltzerstörung!

      RWE argumentiert, billigen Strom zu produzieren.
      So billig ist der aber gar nicht, wenn die (Klima-) Folge-Kosten mit einberechnet werden!
      Zuletzt veröffentlichte Zahlen (9/18) gingen in die Milliarden, die die Öffentlichkeit zu tragen hat!

      Die Betriebsgenehmigung wurde für die Sicherstellung des heimischen Strombedarfes erteilt.
      Von dem geförderten Strom werden aber derzeit ca 30% exportiert!
      Ist damit die Betriebsgenehmigung nicht in Frage gestellt?

      Warum wird das nicht öffentlich hinterfragt?

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Die Kohlekomission wirt von der RWE aus gebremst, das war
    doch klar Ihr fordert das die Regierung ein greift, das bringt
    über haubt nichts wen die Landesregierung von NRW sich
    hinter der REW stellt das hat schon Fr.Kraft getan wo sie
    noch Ministerpräsidentin war,sie hat immer gesagt das
    sie sich für den erhalt der Kohlearbeitplätze ein setzt
    das selbe mach auch die neue Regierung ich mus fest
    stelen das Demos und Unterschriften samlungen nichts bringen.

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Veröffentlicht von Linda Neddermann

Campaignerin – Linda Neddermann, Jahrgang 1988, ist gebürtige Bremerin, Politikwissenschaftlerin und Tierschützerin. Seit 2016 arbeitet sie bei Campact. Von 2011-2015 war sie Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit den Schwerpunktthemen Jugendpolitik, Tierschutz und Strategien gegen Rechtsextremismus. Danach war Linda bei der Kinderhilfsorganisation „Aktion Hilfe für Kinder“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat ihr Studium der Politikwissenschaft an der Uni Bremen abgeschlossen.