Julia, sag ja!

Jetzt passiert endlich was! Mit großen Schritten will Umweltministerin Schulze aus dem Ackergift Glyphosat aussteigen. Doch Agrarministerin Klöckner blockiert den Plan. Wir müssen sie jetzt zum Einlenken bewegen, denn schon am 16. Dezember steht die Neuzulassung vieler Glyphosat-Pestizide an.

Schulze gegen Klöckner – dieses Duell kann den Glyphosat-Ausstieg entscheiden. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat einen Plan vorgelegt, mit dem sie den Einsatz des Ackergifts stark einschränken will. Doch der braucht die Zustimmung von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Eigentlich Formsache, denn der Glyphosat-Ausstieg steht im Koalitionsvertrag. Klöckner reagiert aber abwehrend auf Schulzes Vorstoß – und lässt durchblicken, dass sie möglichst wenig Regeln für die Chemieindustrie will.

Glyphosat-Gefahr

Dabei wird die Zeit knapp: Schon am 16. Dezember müssen viele glyphosathaltige Pestizide neu zugelassen werden. Wir brauchen dringend Gesetze, die den Einsatz von Glyphosat einschränken, bevor im Frühjahr wieder überall gespritzt wird und Menschen und Artenvielfalt Schaden nehmen. 

Julia Klöckner stellt sich selbst als naturverbunden dar. Gerne zeigt sie sich auf Pressefotos zwischen Weinreben auf dem rheinland-pfälzischen Weingut ihrer Familie. Das sind hübsche Bilder einer natürlich wirkenden Landwirtschaft. Dieses Image ist wichtig für Klöckners Karriere – und genau da können wir sie packen! Dafür brauchen wir einen starken Appell mit über 150.000 Unterschriften. Gelingt das, starten wir einen Test und prüfen Weine aus Klöckners Heimat Rheinland-Pfalz auf Glyphosat-Rückstände. Beides zusammen kann sie zum Einlenken bringen. 

Dafür brauchen wir Deine Unterstützung: Bitte unterzeichne den Appell! 

Wirkstoff bis 2022 zugelassen

Christian Schmidt hat uns alles versaut! Nach jahrelangem Kampf gegen Glyphosat standen wir 2017 kurz vor dem Ziel. Über eine Million Menschen hatten eine entsprechende Europäische Bürgerinitiative unterstützt. In vielen Ländern setzten sich Kritiker/innen durch. Das Aus war zum Greifen nah – bis der damalige CSU-Agrarminister Schmidt im Alleingang auf EU-Ebene für die Verlängerung stimmte. Damit ist der Wirkstoff bis 2022 in der EU zugelassen. Bis dahin ist es sehr schwer, den Einsatz des Pflanzengifts in Deutschland komplett zu verbieten.

Ausstiegsplan: Retten, was zu retten ist!

In dieser miesen Lage versucht Umweltministerin Schulze jetzt zu retten, was noch zu retten ist. Sie hat einen Plan vorgelegt, mit dem Deutschland Schritt für Schritt aus der Glyphosatnutzung aussteigt. Dieser beinhaltet unter anderem:

  • Glyphosat-Verbot in Naturschutzgebieten
  • Kein Einsatz in Privatgärten und Parks
  • Sicherheitsabstand von 20 Metern zu Gewässern
  • Zehn Prozent der Ackerflächen müssen pestizidfreie Lebensräume sein
  • Kein Einsatz mehr von Glyphosat nach 2023

Dieser Plan geht weit über das hinaus, was Agrarministerin Klöckner im April präsentiert hatte. Ihr Vorschlag zur Glyphosat-Reduzierung sah nicht mal einen Ausstiegstermin vor. Auf den Vorstoß von Schulze reagierte Klöckner verschnupft, zu den Details sagte sie nichts. Dafür betonte sie, dass die Zuständigkeiten ja klar seien. Heißt also: Für

Glyphosat ist das Agrarministerium verantwortlich – die Umweltministerin soll sich raushalten. Doch der Plan von Schulze ist der einzige Weg weg vom Glyphosat. Klöckner muss jetzt endlich über ihren Schatten springen und sich dem Plan anschließen.

Glyphosatrückstände in Eis, Bier und Müsli

Tests haben bewiesen: Egal ob Eiscreme, Bier oder Müsli Glyphosat steckt in etlichen Lebensmitteln. Jetzt wollen wir uns Wein näher angucken. Und zwar den aus Klöckners Heimat Rheinland-Pfalz. Stellt sich heraus, dass Glyphosat-Rückstände auch im von ihr so geschätzten rheinland-pfälzischen Wein sind, ist sie in Erklärungsnot. Und ihr wird hoffentlich klar: Wir müssen das Pflanzengift endlich loswerden. Damit von dieser Untersuchung Notiz genommen wird, wollen wir, dass sich über 150.000 Menschen dahinter stellen. Bitte unterzeichnen jetzt unseren Appell!

Bitte teile den Appell auch mit Deinen Freundinnen und Freunden!

7 Kommentare

  • Bin mal gespannt wie das ankommt meinen Segen hat Siie aufjedenfall !.

  • von Keunecke

    Herr Heidecke, Ihr gezeichnetes Horrorszenario ist nicht zu rechtfertigen: BIO- und ÖKO-Landbetriebe, denen Pestizidverwendung untersagt ist, praktizieren den Anbau von Kulturpflanzen, ohne dafür über Äcker robben zu müssen (s. CAMPACT-Appell “Rettet den Glyphosat-Ausstieg” ==>”5-Minuten-Info”, Aspekt “Welche Alternativen gibt es zu Glyphosat”, “Studie Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen”). Natürlich war dies vor 100 Jahren mit hohem Aufwand verbunden, aber Sie müssen zugeben, unsere Methoden/Maschinen haben sich seither ein wenig weiterentwickelt. Bei genauem Hinsehen erwähnt Tanja Jung, dass die Landwirtschaft bis vor WENIGEN Jahren schließlich auch ohne Glyphosateinsatz ausgekommen ist, wie BIO-Betriebe belegen. Warum also sollte das heute nicht mehr möglich sein? Ziel muss es daher sein, unsere Lebensgrundlage nicht durch solche Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht zu zerstören(Nahrungsmittelkette, Insektensterben, Krebsverursachung) sondern sie zu bewahren.

    • von H. L. Heidecke

      Sie gehen nicht auf meine Einwendungen ein. Ihre Betrachtungsweise ist eindimensional. 1950 betrug die Weltbevölkerung 2.5 Mrd. Heute sind es 3 mal mehr. Die Landwirtschaftserträge sind Dank Züchtung (ohne Genmanipulation) seither mehr als verdoppelt. Der Hunger in der Welt konnte trotzt
      Wachstums der Weltbevölkerung praktischh beseitigt werden. Biolandwirtschaft bringt nur die Hälfte und weniger Erträge. Zudem ist der Aufwand an Energie und konventioneller Arbeit wesentlich höher. Allein die maschinell, mechanische Unkrautbekämpfung erfordert einen hohen Einsatz für Diesel und Gerät und Belastung der Böden.
      Deutschland kann sich nicht auf der im Inland bewirtschafteten Fläche selbst mit Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen versorgen, wir verbrauchen nochmal die gleiche Fläche im Ausland. So lässt sich leicht ein Bio-Luxus fröhnen, leider auf Kosten der Dritten Welt oder Rodung von Wäldern für Soja oder Ölpalmen.

  • Da bin ich mal gespannt wie Sie das gegen die Lobby ankommt wäre ja wünschenswert !

  • Nicht zu glauben. Ich denke, dass d. Lobbyismus im deutschsprachigen Raum stark verankert ist oder besser gesagt siegt die Lobby gegenüber der Gesundheit der Bevölkerung. Die Behauptung, es ginge nicht ohne Glyphosat, ist absurd. Es ging ohne Glyphosat über Jahrhunderte, bis vor wenigen Jahren, sehr gut. Und es geht auch in Zukunft ohne. Bauern, die sich ihre Felder mit Glyphosat für viele Jahrzehnte verseuchen, werden keine Zukunft haben. Sie werden nie auf Bioanbau, der Methode mit Zukunft, umstellen können, denn Glyphosat wird im Boden nur extrem langsam abgebaut. Also im eigenen Interesse: Schluss damit!

    • von Hans-Ludwig Heidecke

      Ihrem jungen Alter ist nachzusehen, dass Sie NULL Ahnung haben, wie Landwirtschaft vor 50 oder 100 Jahren betrieben werden mußte. Es gab damals keine Smartphons und wir sind auf den Feldern gerobbt und haben Rüben vereinzelt und Unkraut gejätet. Das müssen die Kinder in der Dritten Welt heute noch, um die einfachsten Grundlagen ihrer Existenz zu sichern, der Schulbesuch und damit die Bildung bleiben damit Außen vor.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wenn eine Milion Menschen sich an einer
    Unterschriftenagtion beteidigen und nichts
    erreichen ist das sehr frag würdig,das Glypohsat
    nichts in Naturschutzgebieten zu suchen hat ist
    doch klar aber ein Apstand von (20 m) zu Gewässern
    halte ich für zu wenig für denn Pflanzenschutz im
    Privaten Garten kann man auch Brennesselsud
    oder die Hacke benutzen das ist das beste für die
    Umwelt , in Parks solte auf Pflanzengifte verzichtet
    werden wenn 10% der Ackerfläche pestizitfrei sein soll
    wie will man das kontroleiren ? am besten were es wenn
    man kein Gift versprüht.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

1000 Zeichen verbleiben

Veröffentlicht von Matthias Flieder