Über 220.000 Unterschriften für Al-Wazir

In Hessen fallen jahrhunderte alte Bäume - für eine Autobahn. Mehr als 220.000 Menschen haben an die Landesregierung appelliert, die Abholzung zu stoppen. Gemeinsam mit BUND und Greenpeace hat Campact die Unterschriften an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergeben.

“Danni? – Bleibt!” Mit diesem Schlachtruf haben über 30 Aktive von Campact, BUND und Greenpeace am Mittwoch, den 4. November in Wiesbaden für einen sofortigen Räumungs- und Rodungsstopp im Dannenröder Wald demonstriert. Mit dabei: menschengroße Bäume, Stelzenläufer*innen und mehr als 220.000 Unterschriften für einen sofortigen Baustopp der Autobahn A49.
Nachdem die Unterschriften draußen an der frischen Luft an Tarek Al-Wazir (Grüne) übergeben wurden, lud der hessische Verkehrsminister zu einem einstündigen Austausch in den Plenarsaal des Landeshauses ein. Dort nutzte Al-Wazir die Gelegenheit, um den Werdegang des Autobahnprojekts A49 darzulegen. Er wurde dabei nicht müde zu betonen, dass er keine Möglichkeiten habe, das Projekt zu stoppen – zuständig sei der Bund.

Gutachten zeigt: Al-Wazir kann die Abholzung noch stoppen

Es gelang ihm jedoch nicht, das kürzlich von Greenpeace beauftragte Rechtsgutachten überzeugend zurückzuweisen. In dem Gutachten zeigt die renommierte Juristin Dr. Roda Verheyen Möglichkeiten auf, wie Al-Wazir  noch in den Prozess eingreifen und die Rodungen im Dannenröder Wald stoppen könnte.

Bei aller Differenzen, in einer Sache hat Al-Wazir recht: Autobahnen werden vom Bund gebaut. Daher kann nur Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Autobahnprojekt komplett einstellen. Bislang konnten wir noch keinen Termin mit ihm vereinbaren, um ihn unseren Appell zu überreichen. Wir bleiben dran!

Dannenröder Wald: Bäume fallen, Trinkwasser in Gefahr

Seit Anfang Oktober rattern rund um den Ort Dannenrod Kettensägen. Rodungsmaschinen walzen über Baumstümpfe hinweg, die gerade noch jahrhunderte alte Bäume getragen haben. Wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere wird zerstört – ein gesunder Mischwald, den wir als CO2-Speicher in der Klimakrise dringend brauchen. Die Abholzung bringt auch ein Trinkwasserschutzgebiet in Gefahr, das rund 500.000 Menschen in Mittelhessen mit Wasser versorgt. In Zeiten zunehmender Wasserknappheit ist das unverantwortlich.

Der Protest geht weiter

Die Rodungsmaßnahmen im Maulbacher Wald und im Herrenwald wurden bereits abgeschlossen. Nur der Dannenröder Wald, das mittig gelegene Waldgebiet, ist bisher noch unberührt. Der Widerstand gegen den Autobahnbau ist dort am stärksten. In elf Baumhausdörfern, sogenannten Barrios, schützen über 100 Klimaaktivist*innen die Bäume vor der Rodung.

Um den Wald zu schützen, kannst auch Du etwas tun. Unterzeichne jetzt noch unseren Appell und fordere den sofortigen Rodungsstopp:

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ihr könnt ja gegen die Autobahn vor
    Gericht ziehen die Grünen sind in
    der Umweltpolitik auch kein
    verlässlicher Patner mehr,
    wenn sie in der Regierung sind geht
    es denn Grünen genau so wie denn
    andern Parteien sie müssen denn
    Koliationsvertrag erfüllen.

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Veröffentlicht von Matthias Flieder

Matthias Flieder studierte Regionalwissenschaften Nordamerika, Politikwissenschaften und Neuere Geschichte. Nachdem er bereits seit 2010 ehrenamtlich für Greenpeace aktiv war, wurde er dort 2015 Campaigner und arbeitete zu Arktisschutz, Fracking und den Handelsabkommen TTIP und CETA. Seit 2017 ist er Campaigner bei Campact.