WhatsApp: Facebook will Deine Daten

Dreister Klau für mehr Profit: Facebook will die Nutzer-Daten seiner Konzerntochter WhatsApp abgreifen. Wer bis zum 15. Mai nicht zustimmt, kann die beliebte App nicht mehr verwenden – für viele ein Riesenproblem im Alltag. Gemeinsam können wir das verhindern: Unterzeichne jetzt unsere Forderung an die Facebook-Führung.

Angriff auf Dein Smartphone: Der mächtige Facebook-Konzern will sich Zugang zu den Daten aller WhatsApp-Nutzer*innen verschaffen. Er möchte sie zu Werbezwecken verwenden – um den Profit zu steigern und seine Macht weiter auszubauen. Hinterhältig tarnt Facebook den Datenklau bei der Konzerntochter WhatsApp als „neue Nutzungsbedingungen”.

Blankoscheck für Facebook

Das Unternehmen erpresst die WhatsApp-Nutzer*innen regelrecht: Wer bis zum 15. Mai den neuen Bedingungen für die weit verbreitete App nicht zustimmt, kann keine Nachrichten mehr lesen oder schreiben – der Chat mit der Elterngruppe, den Lehrer*innen oder den Freund*innen ist dann vorbei. Hamburgs Beauftragter für Datenschutz, Johannes Caspar, ist entsetzt über die Pläne. Er befürchtet einen „rechtswidrigen massenhaften Datenaustausch”.

Dreisten Datenklau verhindern

Der US-Konzern ist mit dem Zugriff allerdings bereits einmal gescheitert: Anfang des Jahres forderte er alle Nutzer*innen auf, die neuen Bedingungen bis zum Februar zu bestätigen. Daraufhin hagelte es Protest – und Facebook verschob die Sache. Jetzt aber gilt die neue Frist.

Damit wir Facebook auch diesmal stoppen, müssen wir sofort handeln. Vor der Facebook-Zentrale in Hamburg machen wir den Konzern-Plan für alle sichtbar: Von übergroßen Smartphones führen leuchtende Schläuche zum Gebäude – und liefern dort die Daten ab. Für jeweils 25.000 Unterschriften stellen wir ein Smartphone auf. Je mehr wir aufstellen können, desto spektakulärer wird das Bild – und landet überall in den Medien. Bitte unterzeichne jetzt, damit wir die Aktion starten können:

„Und das wird sich für euch, unsere Benutzer, ändern: Nichts.” So stand es 2014 in einem Statement, als WhatsApp seine Übernahme durch Facebook bekannt gab – für 22 Milliarden US-Dollar. Mit den neuen Nutzungsbedingungen bricht das Unternehmen sein Versprechen: Facebook will sich nun doch die Daten von WhatsApp schnappen.

Facebook erpresst Millionen WhatsApp-Nutzer*innen

Der Konzern versucht zu beruhigen: Er spricht von einem „Missverständnis”. Und argumentiert, man dürfe die Daten in Europa ohnehin nicht weiterreichen. Auf die erpresserischen Nutzungsbedingungen verzichten will Facebook aber nicht. 

Im Gegenteil: Der Online-Gigant verlangt einen Blankoscheck. Wer die App weiter nutzen will, muss seine Daten unbegrenzt allen Facebook-Unternehmen zur Verfügung stellen. Was genau der Konzern damit anstellen will, verrät er aber nicht. „Vage und widersprüchlich” sei Facebooks Datenschutzrichtlinie, sagt Caspar – und „möglicherweise rechtswidrig”.

Unterzeichne jetzt gegen den Datenraub bei WhatsApp

Damit Facebook mit seinem üblen Angriff nicht durchkommt, müssen wir jetzt aktiv sein. Unterzeichne bitte unseren Appell an die Facebook-Führung – stoppen wir gemeinsam den Datenraub:

PS: WhatsApp-Mitgründer Brian Acton bereut mittlerweile den Verkauf an Facebook: „Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft”. Doch noch ist es nicht soweit – wir können das verhindern. Unterzeichne jetzt unseren Appell und stoppe den Datenklau!

8 Kommentare

  • von Olli

    Hallo. Was mir auf dieser Seite und bei fast allen Berichterstattungen fehlt: was genau möchte Facebook denn für Daten abziehen?

  • Das war schon im Jahr 2014 klar, als Facebook, WhatsApp gekauft hat. Wir können nur hoffen, dass es nicht so weit kommen wird … aber es passiert leider bereits.

  • von Steuerfuzzi

    …die Empörung ist groß….., aber weiterhin stellen Nutzer in den Social Media Kanälen ihr Leben zu Schau (Videos, Bilder von Kinder, Haustier, Haus, Pool, Urlaub, Essen, Oma, Opa….einfach alles wird dort sinnlos eingestellt und dann wundert man sich, das jemand die Daten nutzt. Es wird aber auch kräftig online bestellt und alle klicken über die Datenschutzerklärung, ohne diese zu lesen. Wen interessiert das und wer will das alles wissen? probiert es mal mit Reduktion auf das Wesentliche, das setzt auch Zeit und Hirnwindungen frei….

  • von lucky

    @hen: joa signal wär super. wenn mehr als einer in meiner kontaktliste das nutzen würde. whatsapp (haben 110 meiner kontakte) mit signal vergleichen ist wie erbsen mit melonen vergleichen – man kann über beides verschlüsselte nachrichten versenden. beides sind beilagen.

    noch besser: schreib sms. die sind zwar nicht verschlüsselt, aber du kannst sie an jeden senden, und dein mobilfunkanbieter freut sich auch.

    hätten 110 leute in meiner kontaktliste signal, hätte facebook sicher das gekauft…

    @marion: eben :-)

  • von Hen

    Das ist doch alles ein alter Hut. Jeder, der Whatsapp nutzt, muss wissen, dass er Daten hergibt. Sogar Daten von anderen, durch freigegebene Kontakte, mit denen dann Schattenkonten bei Whatsapp angelegt werden. Dadurch weiß Whatsapp, wer wen kennt. Schon an der Stelle sollte für jeden mit Whatsapp schluss sein! Es ist eine unglaubliche Gedankenlosigkeit der Menschenm die Whatsapp nutzen, dass Daten anderer hergegeben werden. Im Grunde genommen bricht das die Rechte der Leute, die Whatsapp gar nicht nutzen. Whatsapp hält nichts von Datenschutz, Facebook hät nichts von Datenschutz. Aber der Nutzer sollte sich selbst nicht aus der Verantwortung nehmen.

    Wer sich gegen Whatapp wehren will, soll einfach ein anderes Tool nutzen. Eines, das den Datenschutz nicht mit Füßen tritt. Es gibt gute Alternativen, wie z.B. Signal (Whatsapp nutzt übrigens die Signalverschlüsselung, garantiert aber nicht 1:1). Da werden keine Schattenprofile angelegt, keine Daten überhört, nix. Offen und frei.

  • von Marion

    Steht dem Begehren von Facebook nicht das europäische Datenschutzrecht entgegen?

  • von Masya

    Facebook treibt doch schon ewig Schindluder mit WhatsApp. Wer diese App immer noch nutzt, hat sich offenbar noch nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt, oder ihm ist Datenschutz egal. Selbst die Rechte an bildlichem Inhalt der Chats bspw. gibt der User dort ab.
    Alle Menschen aus der Branche IT und Softwareentwicklung warnen schon seit Ewigkeiten vor der Nutzung dieser App und nutzen sie selbst nicht.

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Ich habe mit denn sozial Medien nichts
    am Hut und benutze sie auch nicht,ich
    komme gut ohne sie aus.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Matthias Flieder

Matthias Flieder studierte Regionalwissenschaften Nordamerika, Politikwissenschaften und Neuere Geschichte. Nachdem er bereits seit 2010 ehrenamtlich für Greenpeace aktiv war, wurde er dort 2015 Campaigner und arbeitete zu Arktisschutz, Fracking und den Handelsabkommen TTIP und CETA. Seit 2017 ist er Campaigner bei Campact.