ZeroCovid: Solidarität in der Pandemie

Solidarischer Shutdown: Ein breites Bündnis aus medizinischem Personal, Aktivist*innen und prominenten Medienschaffenden konnte den Umgang der Bundesregierung mit dem Pandemie-Geschehen nicht mehr länger mit ansehen. Sie starteten eine große Social Media-Kampagne und eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact. Ihre Forderung: ZeroCovid – Corona-Infektionen runter auf Null, aber dabei niemanden zurücklassen.

Shutdown – aber solidarisch

Begonnen hat es mit einem Hashtag: Von einem Tag auf den anderen war #ZeroCovid deutschlandweit bekannt. Die Initiative hinter diesem Schlagwort forderte einen solidarischen Shutdown, bis die Corona-Infektionszahlen runter auf Null sind – bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller Menschen; insbesondere derjenigen, die am meisten unter einem Lockdown leiden würden.

Die Initiative ZeroCovid hat – neben der Hashtag-Kampagne – eine Petition auf WeAct gestartet. Viele prominente Erstunterzeichner*innen und Unterstützer*innen haben den Aufruf in den Sozialen Medien verbreitet. Innerhalb weniger Tage kamen so über 100.000 Unterschriften zusammen. Auch Du kannst die Initiative mit einer Unterschrift weiter unterstützen.

Arbeitgeber*innen verpflichten

Die Idee: Ein radikaler Strategiewechsel. In Deutschland sollten nicht noch mehr Freizeitbeschäftigungen eingeschränkt werden, sondern die Wirtschaft müsse zurückstecken. Arbeitgeber*innen sollten verpflichtet werden, Arbeiten im Home Office und Corona-Tests bei Präsenzarbeit möglich zu machen. Andererseits sollten Menschen, die von den einschränkenden Maßnahmen besonders betroffen sind – zum Beispiel Eltern, Menschen mit geringem oder keinem Einkommen oder Soloselbständige – unbürokratische staatliche Unterstützung bekommen. Finanziert werden sollte das mit einer Corona-Solidaritätssteuer.

Langfristig müsste außerdem die soziale Gesundheitsinfrastruktur ausgebaut werden. Die Initiative fordert deshalb auch: Privatisierung von Krankenhäusern stoppen. Außerdem wurde sie global aktiv: Auch der Zugang für alle Menschen zu Impfstoffen und Medikamenten gegen das Virus ist Teil des Forderungskatalogs.

Aktionstage und Ortsgruppen

Innerhalb von wenigen Wochen hat es das Bündnis geschafft, mit ihrer Petition den Corona-Diskurs in Deutschland weitgehend mitzuprägen. In Talkshows und Artikeln wird über die Maßnahmen des Bündnisses diskutiert. Einige empfinden sie als zu einschränkend, anderen erscheinen sie zu politisch oder sogar „linksextrem“ – kontrovers scheinen sie allemal zu sein.

Über 111.000 Unterstützer*innen haben die Petition inzwischen unterzeichnet, Ortsgruppen in ganz Deutschland wurden gegründet. Am gemeinsamen Aktionstag am 10. April haben ZeroCovid-Gruppen zum Protest aufgerufen und sind auf die Straße gegangen. Auch in den Sozialen Medien haben sie weiterhin ihre Solidarität ausgedrückt: Über Monate hinweg unterstützten die Gruppenmitglieder die Kampagne mit Tweets, Posts, Stories und prägten die Debatte durch starke Meinungsäußerungen mit.

Impfpatente freigeben

Als die Infektionszahlen ab Mai 2021 sanken, wurden die Forderungen globaler: Gemeinsam mit der europäischen Bürger*inneninitiative WeMove und mit weiteren Petent*innen von WeAct haben ZeroCovid-Aktive am 20. Juli 2021 vor dem Bundeskanzlerinnenamt protestiert – Solidarität in der Pandemie heiße auch, den Impfstoff für alle verfügbar zu machen. Die Forderung: Die Bundesregierung muss ihre Blockade-Haltung aufgeben und einer Freigabe der Impfpatente zustimmen.

In nur kurzer Zeit hat die Initiative ZeroCovid viel bewegt: Politiker*innen haben über sie und mit ihnen gesprochen, Medien haben berichtet und das Konzept der Initiative als eine von verschiedenen möglichen Strategien diskutiert. Immer wieder legt ZeroCovid den Finger in die Wunde: Ein Ende der Pandemie ist nur möglich, wenn wir sie für alle beenden – gemeinsam, global, solidarisch.

1 Kommentar

  • von Hans-Joachim Hauschild

    Wir habe seit einiger Zeit genug Impfstof
    der teilweise Vergammelt nur weil es in
    unseren Land Menchen gibt die sich nicht
    impfen lassen wollen,das ist nicht gerade
    sollidarisch,das es Leute gibt die nicht
    geimpft werden dürfen kann ich verstehen
    ich frage mich manch mal warum die Leute
    wenn sie auf die Maskenflicht in weist so
    ausrasten.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Maria Kruskop